Freiwilligendienst im Gap Year in Kolumbien: Johanna über Höhen Tiefen und ihres Auslandsjahres

Johanna hatte im Freiwilligendienst in Kolumbien Phasen der Euphorie, der Routine und auch Stress. Die Austauschorganisation hat gut geholfen

Gap Year im Freiwilligendienst in Kolumbien

Johanna aus Ingolstadt in Bayern verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der Stiftung Mensch und Zukunft. Sie hat sich für das Gap Year als Freiwilligendienst in einem Dorf in den Anden in Kolumbien entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern ist im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen und auf der großen Themenseite zum Gap Year.

Johanna über Höhen und Tiefen ihres Auslandsjahres in Kolumbien

Die ersten drei Monate des Freiwilligendienstes waren erstmal absolut überwältigend

 Jede einzelne Erfahrung war neu, die Sprache war schwierig zu verstehen und alles war absolut ungewohnt. Interessanterweise hatte ich in dieser Phase kaum Heimweh oder Ähnliches, einfach weil ich nur irgendwie beschäftigt war alles aufzunehmen und bestmöglich in Kolumbien anzukommen.

In dieser Zeit wurde ich besonders stark von meiner neuen Gastfamilie, meinen Mitfreiwilligen und Leuten aus der Organisation unterstützt. Ich kann für diese Zeit nur empfehlen, einfach alles auf sich wirken zu lassen, zu beobachten und mit sich selbst geduldig zu sein.

Am Anfang ist alles viel, du wirst ständig müde sein und du machst das super! Man lässt sich auf eine ganz besondere Erfahrung ein und muss das auch zu würdigen wissen. Ich bin teilweise auf Hausparties eingeschlafen, weil mich die Zeitverschiebung und die vielen neuen Eindrücke so überwältigt haben.

Mit der Eingewöhnung in Kolumbien begann für Johanna ihr neues Leben

Die nächsten zwei, drei Monate sind die Zeit, wo man sich langsam an die Basics gewöhnt hat. In der Einsatzstelle konnte ich selbstständiger arbeiten, besser mit den Schülern kommunizieren und mehr Projekte umsetzen. Ich war jetzt besser darin, den alltäglichen Smalltalk zu überstehen und die neuen Aufgaben zu balancieren.

In dieser Phase fiel es mir auch wieder leichter mit Zuhause Kontakt aufzubauen und in dieser Phase habe ich besonders stark mit meiner Gastfamilie eine enge Beziehung aufbauen können. Ich war dort viel mit der Gastfamilie unterwegs und bin mit den anderen Freiwilligen in Kolumbien gereist, um noch mehr zu entdecken.

Johanna hat sich stark für ihre Arbeit im Freiwilligendienst engagiert

In den Monaten 5-8 war ich besonders in meine Arbeit in meiner Einsatzstelle investiert. Mein Spanisch hatte dort ein gutes Niveau für den Unterricht erreicht und ich hatte ein sehr gutes Gefühl für die vielen Feinheiten der kulturellen Unterschiede entwickelt.

Verhalten, das in Deutschland völlig normal und als höflich angesehen wird, wird in Kolumbien teilweise als abweisend wahrgenommen und ich habe gelernt, wie man das ganz gut balancieren kann. Ich konnte daher auch besser mit den Lehrern Kontakte knüpfen. Zu dem Zeitpunkt etwa habe ich auch angefangen einige Hobbies auszuüben und mir auch in meiner Freizeit einen guten sozialen Kreis und eine Freizeitroutine aufgebaut.

Johanna bekommt aktuell viel Hilfe für die Rückkehr nach Deutschland

Aktuell bin ich 9 Monate hier und überraschenderweise habe ich aktuell die meisten Schwierigkeiten in meinem Jahr hier. Mit der wenigen Zeit, die mir hier bleibt und den vielen Aufgaben, die es zu erledigen gibt, bin ich doch jetzt relativ viel im Stress.

Hinzu kommen die Unibewerbung, die Überlegungen zu allen Details zum Studium und die Freude auf Zuhause und die Angst vor dem Abschied. Das alles kommt wie auf einem Schlag zusammen und geben mir manchmal das Gefühl eines Doppellebens: einerseits körperlich und mental in Kolumbien und andererseits mental in Deutschland.

Hierbei helfen mir tatsächlich ganz viel meine Freunde und meine Familie in Deutschland, die mich bei allem mit der Uni unterstützen und natürlich auch meine Freunde hier, die teilweise meine Probleme am besten nachvollziehen können.

Johanna hat in Kolumbien viel Unterstützung von ihrer Austauschorganisation bekommen

In meiner ganzen Zeit hier, war eine der wichtigsten Konstanten die Fundación 180. Das ist die Organisation hier in Kolumbien, die mich in so ziemlich allen Fragen und Problemen unterstütz hat. Besonders gerne mag ich die monatlichen Treffen, Reuniones genannt.

Dort treffen sich alle Freiwillige mit den Organisationsmitgliedern und man kann sich zu allen möglichen Themen austauschen. Wir halten außerdem Vorträge zu gesellschaftlich relevanten Themen und diskutieren diese. Insgesamt treten bei so ziemlich jeder Person mal kleinere oder größere Probleme in dem Jahr auf, die aber alle bisher durch die Fundacion 180 gelöst werden konnten.

Eure Johanna