Freiwilligendienst im Gap Year: Liv Marit hat sich an das Leben in Malawi und ihre Aufgaben gewöhnt

Liv Marit verbringt das Gap Year im Freiwilligendienst mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Malawi. Sie lernt das Leben in Afrika kennen und genießt die Arbeit

AUF IN DIE WELT: Freiwilligendienst im Gap Year in Malawi: Der Wochenmarkt (Foto: BürgerStiftung Region Ahrensburg)

Liv Marit aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in Malawi entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Themenseite zum Gap Year.

Liv Marit gewöhnt sich an die Lebensbedingungen in Malawi

Je länger ich hier bin, umso mehr gewöhne ich mich an all die Dinge, die mir am Anfang noch sehr fremd waren. Zum Beispiel an das Schlafen unter dem Moskitonetz, an die Kühe und Ziegen vor meinem Fenster und an die Geckos, unsere süßen Haustiere.

Wenn mal wieder das Wasser oder der Strom ausfällt, wissen wir, was zu tun ist. Das Umrechnen von malawischen Kwacha in Euro geht mittlerweile gut im Kopf. Auch das Wäschewaschen per Hand gehört mittlerweile zur wöchentlichen Routine. Eine Mentorin hilft uns, uns zurecht zu finden.

Liv Marit kauft gerne auf dem Wochenmarkt ein

Auf dem Markt in Karonga kaufen meine Mitfreiwillige und ich unser Obst und Gemüse. Es gibt Zwiebeln, Tomaten, Bohnen, Avocados, Maismehl (zum Kochen von Nsima, das ist ein Maisbrei, das Nationalgericht in Malawi), Reis, Kochbananen, Kartoffeln und weiteres Gemüse. Doch das Beste ist meiner Meinung nach das Obst! Jedes Mal freuen wir uns darauf, frische Bananen, Äpfel und Mangos zu kaufen. Die schmecken hier nicht nur besonders intensiv und fruchtig, sondern sind auch super günstig. Mangos kosten je nach Größe nur fünf bis zehn Cent pro Stück.

African Time – Die Afrikaner haben ein anderes Zeitgefühl

Nur an die „African Time“ muss ich mich noch gewöhnen. Die „Afrikanische Zeit“ ist ein kulturelles Phänomen in Teilen Afrikas und steht für eine entspannte Einstellung zur Zeit bzw. Pünktlichkeit. Schon oft musste ich lernen, dass die Uhren in Malawi etwas anders laufen als in Deutschland. Verabredet man sich um 14 Uhr, ist es normal, erst um 15 oder 16 Uhr aufzutauchen oder um 15 Uhr dann doch abzusagen. Das ist anfangs schon verwirrend, aber ich versuche, mich daran zu gewöhnen und selbst mit der Zeit entspannter umzugehen. Irgendwie ist es auch schön, denn die Leute nehmen sich eben Zeit für das, was ihnen wichtig ist.

„African Time“ bedeutet nicht nur eine entspannte Einstellung zur Zeit, sondern auch zum Leben. Auch auf der Arbeit bei Lusubilo fällt mir die gelassene, entspannte Einstellung der Mitarbeitenden auf. Am Anfang sehnte ich mich nach einem festen Plan oder Programm, nach verbindlichen Absprachen und nach Klarheit, wo ich wann was zu tun habe. Aber mittlerweile weiß ich die Spontanität zu schätzen und warte gelassener darauf, was anliegt.

Liv Marit hat vielfältige Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten

An einem Tag besuche ich einen Kindergarten, an einem anderen helfe ich bei der Ausgabe von Babynahrung, in einer weiteren Woche bin ich bei Seminaren zum Thema Gender und Schutz von Frauen vor Gewalt dabei. Und an den Tagen, an denen man nicht eingeplant ist, sucht man sich eben eine Aufgabe. So haben meine Mitfreiwillige und ich beispielsweise eine Hausaufgabenbetreuung für die Kinder aus dem Waisendorf eingerichtet, die wir jetzt regelmäßig betreuen. Gerade planen wir, einen Theaterkursanzubieten, um mit den Kindern bis Weihnachten ein Krippenspiel einzuüben.

In unserer restlichen Zeit engagieren wir uns bei einem bestehenden Projekt, welches hilfsbedürftige Familien unterstützt. Dafür besuchen wir die Familien, haben Meetings, um zu besprechen, wie die Unterstützung konkret aussehen kann und planen etwa Spendenaktionen zur Finanzierung des Projekts mit Schulen aus Deutschland.

Einmal haben wir bei einem Spendenlauf von den „Africa Runners“ mitgemacht. Dieser wurde von der Diözese Karonga veranstaltet, um Spenden für den Bau einer Schule in Kasantha zu sammeln. Dafür sind wir mit Mitarbeitenden der Diözese und PfadfinderInnen um sechs Uhr morgens etwa 15 Kilometer gelaufen. Das hat richtig Spaß gemacht! Seitdem jogge ich auch regelmäßig, meist in den frühen, kühleren Morgenstunden.

Die Arbeit hier ist wirklich spannend, interessant und abwechslungsreich. Ich freue mich sehr, hier zu sein!

Eure Liv Marit