Schüleraustausch Dänemark Erfahrungen nach sieben Monaten – Corona Lockdown und Kulturschock

Nele hat im Schüleraustausch in Dänemark mehrere Monate im Lockdown erlebt. Wie sie erfolgreich mit den Folgen Heimweh und Kulturschock umgegangen ist

Schüleraustausch in Corona-Zeiten in Dänemark

Nele aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Dänemark. Sie lebt bei ihrer Gastfamilie im Norden Jütlands. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Austauschschülern in Europa kann man im Schüleraustausch Blog sehen.

Jeder Schüleraustausch ist auch eine Reise in unbekannte Abenteuer

Zehn Monate. Für diese Zeit habe ich einen Vertrag unterschrieben und mich dazu entschieden, diese Zeit im Ausland zu verbringen. Wenn ich diesen Bericht gerade schreibe, sind sieben Monate davon schon um. Drei Monate sind also noch vor mir. Mal klingt es viel, mal wenig. Aber dieses Gefühl habe ich euch schon mal beschrieben. Es ist typisch für ein Auslandsjahr, dass man eigentlich nicht wirklich weiß, was auf einen zukommt und was sich wie entwickeln wird.

Corona wirbelt das ganze Auslandsjahr durcheinander

Corona wirbelt alles durcheinander und somit weiß ich noch weniger, wie sich alles entwickeln wird. Seit Mitte Dezember bin ich durchgehend zu Hause bei meiner Gastfamilie und habe Onlineunterricht. Gerade werden einige Schulen wieder etwas geöffnet und ich kann sogar Ende März wiederzwei Tage zur Schule gehen, aber noch können wir nicht absehen, wie alles weitergeht. Wenn alles gut läuft, gehen wir nach Ostern fast wieder normal in die Schule. Aber was alles seit Weihnachten passiert ist, wie ich mit der Corona-Situation umgehe, wie ich mich entwickelt habe und wie mir das Stipendium geholfen hat; darüber könnt ihr hier in meinem Bericht lesen.

Seit mehr als drei Monaten in Dänemark im Lockdown

Ich habe Neujahr noch mit Freunden verbracht, aber danach waren meine sozialen Kontakte doch stark eingeschränkt. Ich habe in der Schule mit so vielen unterschiedlichen Leuten Kontakt gehabt, dadurch habe ich noch keine Kerngruppe von Freunden aufgebaut. Das war mir auch nicht so wichtig, da ich es echt schön fand jeden Tag mit so vielen unterschiedlichen Leuten zu reden und dadurch so viele unterschiedliche Leute kennenzulernen. Aber der Lockdown hat es etwas schwieriger für mich gemacht, da man sich nicht ständig mit allen möglichen Leuten treffen sollte und ich die meisten Leute eben nur oberflächlich kannte.

Der Corona Lockdown hat für Nele zum Kulturschock geführt

Ich war also drei Monate durchgehend zu Hause hier in Dänemark und wirklich viel ist nicht passiert. Damit umzugehen, musste ich erst einmal lernen und natürlich hat sich mein Alltag wieder komplett geändert. Rückblickend würde ich, wie auch meine Gastfamilie, sagen, dass der Januar der schwerste Monat für mich war. Das war Monat Nummer fünf von zehn hier im Ausland.

Vor meinem Auslandsjahr wurden wir Austauschschüler von unseren Organisationen auf mögliche Probleme vorbereitet, unter anderem auch auf Kulturschocks. Solche wurden uns für ungefähr den dritten oder vierten Monat vorhergesagt.

Heimweh im Schüleraustausch in Dänemark durch den Lockdown

Ich bin mir immer noch nicht sicher, wann und ob ich einen Kulturschock hatte, aber wenn ich einen Zeitpunkt dafür bestimmen müsste, wäre es definitiv Januar. In dieser Zeit gab es viele Anzeichen für einen Kulturschock wie Heimweh, keine Motivation, stark wechselnde Gefühle und das Zurückziehen aus dem sozialen Leben um einen herum. In diesem Monat ist sowieso alles auf einmal gekommen; Corona, extremer Lockdown, keine sozialen Kontakte und Heimweh in Kombination mit einem Kulturschock. Einfach alles Mögliche.

Zwischendurch kam noch ein bisschen hinzu, dass ich angefangen habe die verbleibenden Wochen zu zählen, was das Ganze sicher nicht einfacher gemacht hat. Dieses Wochenzählen hat das Heimweh nur noch verstärkt und meine Abreise war so präsent, dass ich die Zeit hier nicht richtig genießen konnte. Das hat mich in gewisser Weise doch schon überfordert und ich habe angefangen mich unglücklicher zu fühlen und dadurch habe ich mich auch stark zurückgezogen.

Nele fasst den Entschluss aktiv das Heimweh und den Kulturschock zu überwinden

Das ging einige Wochen so, bis wir wirklich alle gesagt haben, dass das so definitiv nicht weitergehen kann. Im nächsten Bericht erläutere ich Euch, wie ich mit Hilfe meiner Gastfamilie wieder „auf die Beine gekommen“ bin.

Eure Nele