Schüleraustausch Dänemark: Wie Nele den Corona Lockdown, Heimweh und Kulturschock überwunden hat

Mit Unterstützung ihrer Gastfamilie und Freunden in Dänemark ist Nele aktiv geworden und hat schrittweise das Heimweh im Lockdown überwunden

Schüleraustausch in Dänemark

Nele aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Dänemark. Sie lebt bei ihrer Gastfamilie im Norden Jütlands. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Austauschschülern in Europa kann man im Schüleraustausch Blog sehen.

Der Entschluss das Heimweh und den Kulturschock zu überwinden

Das schlechte Lebensgefühl dauerte mehrere Wochen, bis wir wirklich alle gesagt haben, dass das so definitiv nicht weitergehen kann.

Die Gastfamilie hat bei der Überwindung der Lockdown-Stimmung unterstützt

Meine Gastfamilie und ich haben also viel geredet und meine Eltern haben wir auch mit involviert, das war die Entscheidung meiner Gastfamilie. In dieser Zeit habe ich also mit vielen Leuten gesprochen, um mit meinen Schwierigkeiten umgehen und sie bewältigen zu können. Das hat mir doch irgendwie geholfen, aber aus dieser Krise musste ich irgendwie selbst rauskommen.

Nele ist selbst aktiv geworden und schrittweise wieder ins aktive Leben gekommen

Also habe ich angefangen mich mit mir zu beschäftigen. Ich habe mir jeden Tag kleine Sachen vorgenommen und jeden Tag etwas gemacht, was mich glücklicher gemacht hat. Ich habe wieder ein paar Leute getroffen und an mir gearbeitet. Dafür habe ich zwar ein paar Wochen gebraucht, aber ich habe Fortschritte gemacht. Ich war wieder motivierter, habe wieder etwas zu tun gehabt und war einfach unternehmungslustiger. Und jetzt, fast zwei Monate nach diesem Chaos, im Januar, geht es mir weiterhin immer besser und ich habe sehr viel in dieser Zeit gelernt. Nicht so viel über die Kultur oder andere Menschen hier, aber über mich.

Nele sieht die Erlebnisse vor allem als Erfahrungen und hat viel über sich gelernt

Für alle, die diese Berichte lesen, weil sie sich entscheiden wollen, ob sie ein Auslandsjahr machen: Lasst euch von diesem Abschnitt nicht abschrecken. Bestimmt klingt das hier erstmal hart und nicht so erstrebenswert. Lustig war das auch nicht, aber trotz allem hat mich diese Zeit extrem vorangebracht. Was ich damit sagen möchte: Ein Auslandsjahr verläuft nach keinem Muster, es ist ein Durcheinander von Gefühlen, Problemen, schönen Momenten, Heimweh und so vielem mehr. Man kann nicht voraussehen, wie man selbst auf bestimmte Situationen reagiert.

Wichtig ist, dass die Schüler im Auslandsjahr in jeder Situation aktiv die Chancen ergreifen

Ich zum Beispiel hätte von mir nie so eine starke Reaktion auf den Lockdown erwartet. Aber das heißt nicht, dass ihr die gleichen Reaktionen haben werdet, vielleicht werdet ihr sogar nie Corona in eurem Auslandsjahr erleben, das würde einiges einfacher machen. Wenn man so ein Jahr macht, kann es sein, dass sich in einem Moment großartig anfühlt und im nächsten Moment fühlt es sich an, als ob es den Bach runtergehen würde. Da muss man dann aber einfach durch und sich mit einem selbst oder den Problemen auseinandersetzen. Da wird hart, aber es lohnt sich definitiv. Wichtig ist, dass ihr euer Auslandsjahr nie mit anderen vergleicht und immer bereit seid zu lernen; dann kommt ihr da wunderbar voran.

Das gute Lebensgefühl und der Spaß am Schüleraustausch sind bei Nele zurück

Aber wisst ihr, was toll ist? Es hat angefangen draußen heller und wärmer zu werden. Zwar muss man immer noch seine Winterjacke anziehen, aber man hat es deutlich gemerkt, dass es abends wieder länger hell ist. Das hat die Laune auf jeden Fall deutlich gebessert. Wenn ich jetzt auf die Monate zurückschaue, sind diese im Nachhinein doch echt schnell vergangen. Die zwei Monate, Januar und Februar, haben sich so viel kürzer als zwei Monate angefühlt.

Nele hat noch viele Ideen für ihr Auslandsjahr in Dänemark

Jetzt sind es nur noch drei Monate, die ich hier bin, und für alle anderen vergeht die Zeit gerade wie im Flug. Das Gefühl habe ich tatsächlich noch nicht, jedoch merke ich langsam, aber sicher, dass die verbleibende Zeit echt kurz ist. Ich habe noch so viele Sachen hier vor meiner Abreise vor, aber ich muss alles ganz genau planen, damit ich alles unter einen Hut bekommen kann.

Eure Nele