Schüleraustausch und Corona: 8 Erfahrungen von Schülern, die während der Krise im Ausland waren

Schüleraustausch: Die Erfahrungen von Austauschschülern, die während der Corona-Krise in verschiedenen Ländern waren

Schüleraustausch mit Stipendium: Antonia in den USA

Der Schüleraustausch in die USA oder ein anderes Land weltweit ist bei jungen Leuten begehrt. Zwischen 15.000 und 20.000 Schüler*innen machen jährlich ihren Traum wahr, mehrere Monate oder auch ein ganzes Schuljahr im Ausland zu leben. Sie erleben dort Land, Leute, Kultur und Sprache und nehmen wichtige Erfahrungen für ihr Leben mit. Die Berichte ehemaliger Austauschschüler zu ihrem Auslandsjahr sind weitestgehend positiv.

Schüleraustausch 2019/2020 im Ausnahmezustand: Die Corona-Krise

Die Austauschschüler*innen des Schuljahres 2019 / 2020 haben eine außergewöhnliche Situation erlebt: die Corona-Krise. Damit stellt sich die Frage: Wie waren ihre Erfahrungen im Ausland, während der Verbreitung des Corona-Virus, wie war die Rückkehr und wie ist ihre Sicht auf Deutschland unter Corona-Bedingungen?

Schüleraustausch mit Stipendium in der Corona-Krise: Die Stipendiaten

Die Deutsche Stiftung Völkerverständigung hat die Erfahrungen ihrer Stipendiaten ausgewertet. Die Stipendiaten waren in unterschiedlichen Ländern: Argentinien, Costa Rica, Kanada, Neuseeland und USA. Sie wollten jeweils ein ganzes Schuljahr im Ausland verbringen. Alle Stipendiaten sind vorzeitig zurückgereist. Sie sind etwa zwei Monate früher nach Hause gekommen als ursprünglich geplant. Organisiert hatten sie ihr Auslandsjahr jeweils mit anerkannten deutschen Austauschorganisationen, die zusammen mit lokalen Partnern vor Ort die Betreuung übernommen haben. Die Stipendiaten waren mit verschiedenen Austauschorganisationen unterwegs.

Schüleraustausch in der Corona-Krise: Die Erfahrungen mit dem Virus im Ausland

Keiner der Schüleraustausch Stipendiaten der Stiftung war selbst direkt vom Virus und einer Erkrankung dadurch betroffen. Das lag wohl auch daran, dass ihre Gasteltern und die örtlichen Schulen sehr umsichtig gehandelt haben. So durften die Gastschüler ab einem bestimmten Zeitpunkt kaum noch alleine aus dem Haus der Gasteltern und ihre Freunde auch nicht mehr persönlich treffen.

Schüleraustausch in der Corona-Krise: Der Ablauf der Krise im Ausland

Der Ablauf der Maßnahmen in der Corona-Krise war generell ähnlich dem in Deutschland: Dazu gehörte vor allem die Schließung der Schulen mit Übergang zum Home-Schooling. Melina (Kanada): „In der Woche vor der Schließung der Schule haben wir von unseren Lehrern einige Arbeitsaufträge bekommen, die wir während der “Corona Ferien“ bearbeiten sollen. Kommunizieren können wir mit unseren Lehrern und Mitschülern während dieser Zeit über eine App, was auch sehr gut funktioniert.“

Schüleraustausch in der Corona-Krise: Wann wurde die Krise für die Schüler praktisch?

Der Zeitpunkt, an dem die Corona-Krise für die Stipendiaten praktisch wurde, war sehr unterschiedlich. Hier wirkte sich aus, wie das jeweilige Land bzw. die Region betroffen war und wie die Verwaltung reagiert hat. So waren Manitoba (Kanada) und Neuseeland wegen ihrer geografischen Lage zunächst wenig betroffen. Als sich das änderte, unternahmen die jeweiligen Behörden umfassende Maßnahmen zur Eindämmung.

So berichtet Phillip (Neuseeland): „Vor drei Tagen hatte Neuseeland noch (nur) 28 bestätigte Fälle. Die Regierung hatte dadurch, dass Neuseeland eine abgeschottete Lage hat, einen Vorteil und Vorsprung in der Vorbereitung. Wir trafen einige Vorkehrungen sowie das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen und die Grenzschließung. Am Sonntag waren wir dann schon in Phase 2 und gestern wurde Phase 3 veröffentlicht.“

Schüleraustausch und Corona-Krise: Die Frist bis zur Rückreise der Schüler

Größere Unterschiede gab es zur Frage, wie lange die Schüler nach dem Beginn der Krisenmaßnahmen noch im Gastland blieben. Das hatte auch damit zu tun, wie der weitere Verlauf zunächst eingeschätzt wurde. So war der Zeitraum bei Antonia (USA) und Melina (Kanada) mit mehreren Wochen bis zur Ausreise relativ lang, während Phillip (Neuseeland) binnen einer Woche zurückreisen musste.

Schüleraustausch in der Corona-Krise: Die Unterstützung durch die Austauschorganisationen

Die Berichte der Stipendiaten zeigen, dass ihre deutschen Austauschorganisationen die Situation unterschiedlich gut im Griff hatten. Dabei ist auch wichtig, wie ihre Partnerorganisation vor Ort arbeitet und wie die Kommunikation zwischen den beiden Organisationen funktioniert und wie hektisch die Entwicklung im jeweiligen Land war: Anneli (Argentinien): Zum Schluss hatte sich die Lage total verändert. Argentinien drohte mit Grenzschließung, so dass meine Eltern mich mit dem letzten Flug noch nach Europa zurückholten und nun kommen auch alle anderen deutschen Gastschüler mit Sonderflügen nach Hause. In diesem Sinne ja es hat sich alles verändert ganz ohne Vorwarnung. Ich erfuhr mittwochs morgens, dass ich fliege und abends um sechs war der Flug.“

Die Bewertung des Schüleraustausches ist trotz Corona-Krise bei allen Stipendiaten sehr positiv

Trotz der ungeplanten Verkürzung ihres Auslandsjahres und der gefühlt hektischen Rückreise nach Deutschland ist das Fazit aller Stipendiaten einhellig positiv. So formuliert Alicia (Costa Rica): „Nun musste ich leider, auf Grund der Corona Pandemie, vorzeitig nach Deutschland zurück kehren. Aber ich bin sehr dankbar für wunderschöne acht Monate, die ich dort verbringen durfte und in denen ich sehr viel erlebt, gesehen und vor allem unbezahlbare Erfahrungen gemacht habe.“