Freiwilligendienst im Gap Year in Kolumbien: Johanna über ihre Motivation für das Auslandsjahr, die Vorbereitung und Finanzierung

Johanna wollte nach der Schulzeit erstmal etwas von der Welt sehen – am liebsten in einem spanischsprachigen Land

Gap Year im Freiwilligendienst in Kolumbien

Johanna aus Ingolstadt in Bayern verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der Stiftung Mensch und Zukunft. Sie hat sich für das Gap Year als Freiwilligendienst in einem Dorf in den Anden in Kolumbien entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern ist im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen und auf der großen Themenseite zum Gap Year.

Ein Freiwilligendienst in Kolumbien? Warum und wie?

Spanisch als Sprache hat mich schon immer begeistert, zunächst wegen des Klangs und dann wegen der Vielfalt an Ländern und Traditionen, die damit verbunden sind. In der 10. Klasse konnte ich Spanisch als Fach in der Schule belegen und lerne es jetzt seit etwa drei Jahren.

Am Ende meiner Schulzeit wurde mir immer mehr bewusst, dass ich gar nicht richtig weiß, was ich mit meinem Leben nach der Schule machen möchte. Nach zwölf Jahren in der Schule war mir jedoch klar, dass ich erst einmal mehr von der Welt sehen will und das am liebsten in einem spanischsprachigen Land. Nachdem ich recherchiert hatte, welche Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt bestehen, entschied ich mich für ein einjähriges Freiwilligenjahr im Ausland.

Jetzt fehlte mir nur noch eine passende und vertrauenswürdige Organisation, mit der ich das umsetzen konnte. Durch das Besuchen verschiedener Messen für Auslandsaufenthalte stieß ich auf Volunta Hessen, das mich durch seine Angebote für Freiwillige und die Ernsthaftigkeit überzeugte, mit der sie das Projekt angehen.

Bei den verschiedenen möglichen Einsatzorten interessierten mich besonders Peru und Kolumbien. Als ich dann die Nachricht erhielt, für das Schulassistenz-Projekt in Kolumbien angenommen worden zu sein, ging ein Traum für mich in Erfüllung.

Besonders spannend an Kolumbien ist nämlich auch, dass es das einzige Land der Volunta Freiwilligendienst-Länder ist, bei dem man in Gastfamilien lebt und nicht in Freiwilligen WGs.

Die Finanzierung und Vorbereitung des Auslandsjahres

Volunta Hessen nimmt unter anderem an dem Weltwärtsprogramm teil. Dadurch wird der Freiwilligendienst in Kolumbien durch das Programm zu 75% durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Die anderen 25% sollen durch Spenden gedeckt werden.

Wichtig ist dabei, dass dieser Betrag keine direkte Bezahlung sein soll – man also bei Nicht-Erreichen nicht mitmachen darf, aber man sollte es trotzdem nach Möglichkeit versuchen zu schaffen, da das Projekt ansonsten langfristig gesehen nicht funktionieren kann.

Es war daher ein großer Teil meiner Vorbereitung auf das Jahr in meinem Umfeld Spenden zu sammeln. Dafür habe ich einen Blog erstellt, um diesen als Anreiz für Unterstützer zu bieten. Zudem habe ich Flyer kreiert, um diese zu verteilen – bei Bekannten, Verwandten, Freunden und Familie. Am Ende habe ich den gesamten Spendenbeitrag von 3000 € tatsächlich zusammenbekommen!

Die Vorbereitung des Auslandsjahres besteht aus drei Teilen: der Teil, den man als Volunta Freiwilliger zu erledigen hat, der organisatorische und der persönliche Teil. Als Volunta-Freiwillige habe ich an mehreren Vorbereitungsseminaren teilgenommen. Ein Großteil davon digital und ein Präsenz-Seminar. Das letzte Seminar fand einige Wochen vor der Ausreise in Wiesbaden statt. Dabei konnte ich auch meine Mitfreiwilligen kennenlernen, die jetzt mit mir in Kolumbien sind.

Was das Organisatorische angeht, habe ich eine Vorausreise-Untersuchung machen lassen und bin geimpft worden. Die Kosten dafür wurden entweder von der Krankenkasse oder auch von der Organisation übernommen. Zudem musste ich ein Visum beantragen – was tatsächlich gar nicht so einfach ist. Für das Visum bin ich auch nach Frankfurt am Main fahren, um es dort einstempeln zu lassen.

Zur persönlichen Vorbereitung zähle ich das Kofferpacken, das Kaufen von den Dingen, die noch fehlen und natürlich der Abschied von Familie und Freunden. Insgesamt hatte ich in dieser Zeit wirklich gut zu tun, zumal ich auch noch mein Abitur geschrieben habe und die Abiturfeier usw. hatte. Trotz des Stresses habe ich aber alles irgendwie mit der Unterstützung meiner Familie und Freunde geschafft!

Eure Johanna