Freiwilligendienst im Gap Year: Jule über ihre Erlebnisse in Belgien und ihre Tipps für junge Leute

Jule hat in Belgien viel erlebt und will die Erfahrungen für ihr Leben nutzen

Auslandsjahr in Belgien: Das Atomium in Brüssel (Foto: Stiftung Mensch und Zukunft)

Jule aus Bayern hat  ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Belgien verbracht. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in einem Zentrum für Menschen mit Behinderung der Nähe von Antwerpen entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Zum Abschluss des Auslandsjahres berichtet Jule hier über ihre Erfahrungen.

Wie heißt Du und wo bist Du in Deutschland zuhause?

Mein Name ist Jule und ich komme aus einem Dorf im Norden Bayerns.

In welchem Land und wie lange hast Du dein Auslandsjahr verbracht?

Meinen Freiwilligendienst habe ich in Belgien geleistet. Dort habe ich ein Jahr lang gelebt.

Wie groß war der Kulturschock? 

In Belgien nicht so groß. Viele Dinge sind schon sehr ähnlich zu Deutschland. Der größte Unterschied war für mich die Sprache.

Was hat Dich am meisten beeindruckt?

Ich bin mir noch nicht sicher, ob mich das positiv oder negativ beeindruckt hat. Aber ich bin sehr fasziniert von der Teilung im Land. Es gibt sehr große Unterschiede zwischen Flandern und der Wallonie. Da geht es nicht nur um zwei verschiedene Sprachen. Es fühlt sich fast ein bisschen nach zwei unterschiedlichen Ländern an. Das hätte ich nicht erwartet.

Wie bist Du mit Deiner Einsatzstelle zurecht gekommen?

Sehr gut. Die Einsatzstelle war wie auf mich zugeschnitten. Nicht nur die Kolleg*innen waren super nett, auch der Arbeitsbereich gefällt mir sehr gut.

Was waren Deine schönsten und Deine wichtigsten Erfahrungen?

Eine meiner schönsten Erfahrungen war der Velodroom. Davon habe ich auch in meinem Bericht geschrieben. Das ist die Fahrraddemo.

Zu den wichtigsten Erfahrungen gehört glaube ich auch der Freundeskreis und generell die Menschen, die ich kennenlernen durfte und bei bzw. mit denen ich mich sehr wohlgefühlt habe. Auch die Erfahrung, dass ich alle Probleme (sowohl auf der Arbeit, als auch bei Freunden) ansprechen konnte, ohne dass es ein Verhältnis verändert hat.

Was hat Dir nicht gefallen?

Da ich in einem alten Haus gewohnt habe, gab es immer mal Probleme mit der Heizung zum Beispiel. Auch auf die Hitze hätte ich verzichten können.

Dazu kommen einige negative Begegnungen im Bus oder auf der Straße. Das ist aber leider nicht „nur“ eine Begleiterscheinung des Lebens im Ausland. Auch in Deutschland hätte ich diese Erfahrungen machen können.

Wie warst Du mit den Leistungen deiner Entsendeorganisation zufrieden?

Wir wurden gut an die Hand genommen und gerade im Vornherein bei jedem Schritt begleitet. Meine Organisation hat auch in jedem Land einen Landesbeauftragten vor Ort. Ich habe bei Problemen aber lieber mit meiner Einsatzstelle gesprochen, weil ich mich dort so wohl gefühlt habe.

Ein weiterer Vorteil meines Freiwilligendienstes war, dass er vom ESK (Europäisches Solidaritätskorps) gefördert wurde. Dadurch hatte ich weitere Seminare und zusätzliche Ansprechpartner*innen.

Hast Du neue Freundschaften geschlossen?#

Sehr viele. Wir waren eine ganze Gruppe von Freiwilligen und mit einigen werde ich sicherlich noch lange Kontakt halten. Ich hoffe, dass wir uns noch regelmäßig als Gruppe treffen.

Hast Du in Belgien neue Hobbies gefunden?

Da es bei mir zu Hause sehr viele Berge gibt, bin ich dort nicht so gerne Fahrrad gefahren. Das habe ich im flachen Antwerpen für mich entdeckt.

Wofür hast Du die Förderung durch das Stipendium verwendet?

Einen großen Teil habe ich für die Reise in den Niederlanden verwendet, die ich gerade mache. Und für Ausflüge in Brüssel. Für Unterkunft und Verpflegung ist das Taschengeld meiner Organisation gedacht.

Ich bin sehr froh über die Möglichkeit, so viel von Belgien gesehen zu haben und jetzt auch noch ein Nachbarland zu bereisen.

Hast du Pläne Deine Auslandserfahrungen zu nutzen?

Aktuell versuche ich meine Erfahrungen an meine Nachfolgerin in meiner Einsatzstelle weiter zu geben und ihr bei ihren Fragen zu helfen.

Evtl. möchte ich später die Ausreiseseminare für Freiwillige meiner Organisation mit organisieren, um den zukünftigen Freiwilligen Mut zu machen und sie in ihrem Vorhaben zu begleiten.

Auch persönlich werde ich viel von den Erfahrungen profitieren können. Allerdings nicht nur in einem spezifischen Bereich. Ich bin mir sicher, dass ich die Erfahrungen mein Leben lang nutzen kann.

Deine 3 Tipps für alle, die ins Ausland gehen wollen

  • Traut euch auf jeden Fall! Das ist das Wichtigste.
  • Nehmt Hilfe an. Sowohl in der Vorbereitung, als auch vor Ort. Ihr müsst nicht alles alleine Stemmen und vergesst nicht es ist (für die Meisten) auch gleichzeitig das erste Mal alleine Leben. Das alleine ist schon eine große Umstellung. Da kann nicht von Anfang an alles klappen.
  • Wenn mal was nicht klappt nehmt es nicht zu schwer. Ihr werdet aus den Problemen lernen. Denkt lieber an all die Erfahrungen, die ihr schon gesammelt habt. Selbst wenn der erste Tag im Ausland schiefläuft: Ihr habt es schon bis hier hingeschafft. Da könnt ihr stolz drauf sein und euch auf die vielen schönen Momente freuen, die noch kommen.