Jule aus Bayern verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in einem Zentrum für Menschen mit Behinderung der Nähe von Antwerpen entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Hallo, ich bin Jule und 20 Jahre alt.
Einige von euch kennen mich vielleicht schon aus anderen Berichten. Für alle Anderen möchte ich trotzdem noch kurz erzählen, was ich mache und warum ihr meine Berichte lesen könnt.
Ich mache seit September 2025 ein Freiwilliges Internationales Jahr (kurz: FIJ). Das ist einem FSJ sehr ähnlich. Allerdings bin ich für meinen Freiwilligendienst ein Jahr lang nach Belgien gezogen. Hier lebe ich jetzt seit einem knappen Jahr in einer Freiwilligen-WG in Antwerpen und arbeite in Monnikenheide. Das ist ein Tageszentrum für Menschen mit geistiger Behinderung in Zoersel, einem Dorf in der Nähe von Antwerpen.
Hier erzähle ich von meinem Alltag als Freiwillige, von Belgien und meinen Erlebnissen. Da das der letzte Bericht während meines Freiwilligendienstes sein wird, werde ich zudem noch einmal auf das gesamte Jahr zurückblicken und ein kleines Resümee fällen.
Vielleicht hat ja der oder die Eine von euch nach dem Lesen auch Lust, ein solches Jahr im Ausland zu verbringen. Ich habe es jedenfalls nicht bereut und werde bald mit einem Koffer voller schöner Erinnerungen und wertvoller Erfahrungen zurück nach Hause fahren.
Während ich diesen Bericht schreibe, sitze ich in einem Zug nach Amsterdam. In meinem letzten Bericht habe ich schon geschrieben, dass ich zum Ende meines Freiwilligendienstes noch einen Urlaub in den Niederlanden mache.
Da ist es also, das Ende meines Jahres hier in Antwerpen. Irgendwie ist das ganz schön verrückt. Mein Erster Tag hier fühlt sich schon ganz schön weit weg an. Und trotzdem ist das Jahr super schnell vergangen. Besonders die letzten Wochen sind verflogen. Gerade habe ich meinem Besuch noch gezeigt, wo mein Zuhause hier ist und schon verlasse ich es wieder. Vorher stehen aber noch ein paar Ausflüge und natürlich einige Abschiede an. Auf die habe ich so überhaupt keine Lust.
Gleichzeitig freue ich mich aber sehr auf Daheim
Auf all die Menschen, die ich im Auslandsjahr nicht so oft sehen konnte und auf all die neuen Dinge, die noch kommen. Auf ein Zuhause in einer neuen Stadt, auf mein Studium und auf neue Menschen, die ich dort kennenlernen werde. Wirklich daheim wohnen tue ich auch gar nicht mehr. Einen Monat lang werde ich noch in meinem Zimmer zuhause wohnen. Dabei aber auch schon umziehen und mich ein bisschen in meiner neuen WG und meinem neuen Zuhause in Regensburg umsehen.
Der Sommer in Antwerpen
Bevor es aber „Abschied“ heißt will ich lieber erst noch bei meiner Zeit in Antwerpen bleiben. Was hat sich seit dem letzten Bericht verändert? Den letzten Bericht habe ich im Frühling geschrieben. Hier geht es also um meinen Sommer in Antwerpen.
Was mir da als Erstes zu einfällt ist die Hitze
Ich habe mit einem verregneten Sommer hier gerechnet. Aber der Klimawandel ist auch in Belgien zu spüren. Regen haben wir eigentlich selten. Dafür haben wir die gleiche Hitze, die ihr auch in Deutschland zu spüren habt und hattet. Evtl. mit einem Unterschied. Meine WG hier ist in einem sehr alten Haus. Das habe ich zwar sehr liebgewonnen, allerdings gibt es einen großen Haken. Alte Häuser sind in der Regel auch sehr schlecht isoliert. Das ist uns schon im Winter aufgefallen, als unsere Heizung für ein paar Tage ausgefallen ist und das Haus in kürzester Zeit auf 13 Grad runtergekühlt ist.
Jetzt im Sommer wurde das wieder ausgeglichen. Nicht selten zeigt die Temperaturanzeige auf meinem Wecker 38 Grad an. Wir brüten also nicht nur draußen in der Hitze, sondern auch Zuhause. Daher habe ich mich im Sommer möglichst wenig drinnen aufgehalten.
Mein neuer Lieblingsplatz ist der Stadtpark
Das ist einer der wenigen Plätze in Antwerpen, die Schatten durch Bäume bieten. Und es gibt sogar ein bisschen Wasser. Was ziemlich cool ist, sind die kostenlosen Bademöglichkeiten in Antwerpen. In der Innenstadt kann man sich Badeslots im Hafenbecken buchen und ein bisschen außerhalb der Stadt gibt es ein schönes Naturschwimmbad, das man kostenlos nutzen kann.
Auch auf der Arbeit habe ich das warme Wetter gespürt
Wir haben super viel Zeit indoor verbracht, weil es durch die Sonne und das warme Wettermit unseren Besucher*innen nicht wirklich möglich war, Zeit draußen zu verbringen. Das war nicht so schlimm, nur ein bisschen anstrengen, dann alle bei Laune zu halten. Was aber wirklich schade ist, ist die Absage des „Rock for Specials“. Davon habe ich schon im letzten Bericht erzählt. Das ist ein Festival, das speziell für Menschen mit Behinderung ausgelegt ist. Ganz viele unserer Besucher*innen haben sich da schon das ganze Jahr drauf gefreut. Und auch für mich war das ein Highlight auf das ich hin gefiebert habe.
Leider ist das Festival in eine der Hitzewochen gefallen, weshalb wir in Monnikenheide beschlossen haben, nicht hin zu gehen. Für die Besucher*innen gibt es noch eine zweite Chance. Es gibt noch ein Festival, auf das wir gehen. Allerdings werde ich da schon nicht mehr im Tageszentrum arbeiten. Ich bin zwar noch in Belgien, habe aber mein Abschlussseminar zu dieser Zeit.
Bis Bald Eure Jule

