Jule aus Bayern verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in einem Zentrum für Menschen mit Behinderung der Nähe von Antwerpen entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Hallo, ich bin Jule
Ich bin 20 Jahre alt und wohne in Antwerpen. Hier mache ich einen Freiwilligendienst und arbeite in Monnikenheide, einem Tageszentrum für Menschen mit Behinderung, mit.
Jule macht Urlaub mit ihrer Arbeit
Was ich aber mitnehmen konnte ist der Urlaub mit der Arbeit. Jedes Jahr macht die Gruppe des Tageszentrum eine Woche Urlaub. Dieses Jahr ging es ans belgische Meer. Das war auch ein Highlight.
Sowohl meine Kolleg*innen, als auch die Besucher*innen des Tageszentrums habe ich noch mal ganz anders kennengelernt. Ich betreue in Deutschland Freizeiten für Kinder und Jugendliche und habe ein bisschen unterschätzt, wie groß die Unterschiede der beiden Freizeiten sind. Nach der Woche war ich ganz schön K.O.
Ich habe überhaupt nicht eingerechnet, dass meine Besucher*innen viel mehr Hilfe brauchen als die Jugendlichen bei einer Jugendfreizeit. Wir konnten bei einem Ausflug keinen festen Platz ausmachen, an dem immer eine Betreuer*in ist. Bei dem Urlaub mit der Arbeit war ich immer dabei. Beim Schwimmen oder im Freizeitpark. Da gab es keine Zeit für eine Pause.
Trotz der Anstrengung habe ich die Zeit sehr genossen. Es war richtig schön zu sehen, wie sich alle über die Ausflüge freuen. Besonders der Ausflug ins Plopsaland kam gut an. Das ist ein bekannter Freizeitpark in Belgien.
Ich bin zwar nicht so gut mit Höhe und Geschwindigkeit, habe mich aber an der Freude in den Gesichtern erfreut und konnte richtig viel über belgische Kinderserien lernen. Im Plopsaland ist jedes Fahrgeschäft im Motto einer Serie gestaltet. Witzigerweise habe ich auch einige Serien aus meiner Kindheit wiedererkannt. Heidi, Wiki der Wikinger und die Biene Maja sind auch in Belgien bekannt und beliebt.
Besonders jetzt im Sommer gab es noch weitere Ausflüge
Während der belgischen Schulferien waren wir Minigolfen, Boccia spielen im Verein und immer wieder in Cafés.
Ein Ausflug steht noch sehr weit oben auf meiner Highlight Liste: Der „Velodroom“. Das ist eigentlich eine Demo, aber gleichzeitig auch ein großer Gruppenausflug.
Hintergrund sind die Radwege, die in Belgien eigentlich sehr gut ausgebaut sind. Vor allem im Vergleich zu deutschen Fahrradwegen. Allerdings sind sie auch hier vor allem für „normale“ Fahrräder konzipiert. Ziel der Aktion ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass es auch Fahrräder gibt, die mehr Platz benötigen.
Viele unserer Besucher*innen fahren zum Beispiel auf einem Dreirad. Oder wir haben Fahrräder, bei denen wir einen Rollstuhl mittransportieren können. Die sind natürlich breiter, als die gewöhnlichen Fahrräder. Um das zu zeigen haben wir uns mit einigen anderen Organisationen, wie einem Seniorenheim in unserer Gegend, zusammengeschlossen und eine riesige Fahrradtour veranstaltet. Ich war sehr beeindruckt von den vielen Menschen, die zusammen Fahrradfahren und werde das sicher als schöne Erinnerung im Kopf behalten.
Bis Bald Eure Jule

