Noemie aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Brasilien. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst bei Goete-Institut in Rio de Janeiro entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Noemie ist in Rio de Janeiro umgezogen
In der Gastfamilie, in der ich gelebt habe, hatten die Eltern eine Tochter mit der ich gelebt habe und Söhne, die schon umgezogen sind. Einer dieser Söhne ist aus Amerika wieder nach Brasilien gekommen, das heißt ich musste aus meinem Zimmer ausziehen, da er das Zimmer wieder gebraucht hat. Also bin ich dann im Frühjahr umgezogen. Ich weiß nicht mehr genau aber auf jeden Fall ungefähr Anfang des Jahres.
Ich bin nach Santa Teresa gezogen, das ist ein Teil von Rio und dort lebe ich mit meiner Arbeitskollegin, ihrem Mann und ihrer Tochter. Im Laufe der Monate haben wir auch eine Katze bekommen. Das heißt, wir leben hier alle zusammen und ich fühle mich sehr wohl hier. Ich habe mein eigenes Zimmer, mein eigenes Bad und ich arbeite ganz normal in meiner Einsatzstelle von Montag bis Freitag von circa 10 bis 18:30 Uhr. Meine Zeiten haben sich etwas geändert, da ich jetzt ein Tandem mit meinen Schülern mache. Sie bringen mir Portugiesisch bei und ich ihnen Deutsch. Das machen wir immer abends, deswegen darf ich etwas später zur Arbeit kommen.
Der typische Alltag von Noemie in Rio
Unter der Woche, da ich nur nach der Arbeit zeit habe, gehe ich oft feiern oder auch abends etwas essen oder zu Samba-Abenden, die sehr kulturell sind und bei denen viele Brasilianer sind was mir ermöglicht, neue Kontakte zu knüpfen und die Sprache zu lernen. Denn während des Tages kann ich leider nicht viel machen, da ich auf der Arbeit bin.
Mittwoch ist der Tag, an dem ich immer einkaufen gehe, und dann koche ich immer etwas für die Woche. Also friere ich das ein oder tue es in den Kühlschrank, sodass ich für jeden Tag etwas zu essen habe. Diesmal habe ich mich sogar getraut, Feijoada zu kochen. Das ist ein brasilianisches traditionelles Gericht und es hat vier Stunden gedauert, weil ich leider keinen Schnellkochtopf hatte. Aber am Ende ist es mir gut gelungen und es hat sehr gut geschmeckt.
Noemie hat viel Spaß bei der Arbeit
Auf der Arbeit merke ich immer wieder, wie sehr mir der Kontakt mit anderen Menschen gefällt und das praktische Arbeiten sowie dieser soziale Aspekt. Ich bin ungern am Computer und arbeite sehr gerne mit den SchülerInnen des Goethe-Instituts. Die Schüler sind auch in meinem Alter, also haben wir einen sehr, sehr guten Draht und wir verstehen uns sehr gut. Deswegen überlege ich immer mehr, vielleicht doch Lehramt zu studieren. Dieser Freiwilligendienst hilft mir sehr dabei zu erkennen, was ich später vielleicht machen möchte.
Außerdem arbeite ich gerade an einem Projekt, und dieses Projekt ist ein Sprachcafé. Ein Sprachcafé ist eine lockere und spielerische Möglichkeit, die deutsche Sprache zu lernen. Dann hatten wir auf der Arbeit auch einen Diskussionsabend, der sehr spannend war. Er ging um Demokratie, und an diesem Abend gab es sehr tiefgründige Themen. Es wurden Stimmen laut und es wurde über tiefgehende Dinge gesprochen, auch über Schicksalsschläge. Es war also sehr tiefgründig und interessant, das auf der Arbeit mitzuerleben.
Ansonsten kann ich nochmal betonen, dass ich sehr gut in Kontakt bin mit der Gruppe im Goethe-Institut, die ich leite, also mit der ich Workshops gebe und die ich auch für Deutschland, für die Reise nach Deutschland, etwas mit vorbereite und unterstütze. Zum Beispiel bin ich mit der Gruppe auch am Wochenende Paintball spielen gegangen. Das war ein sehr schöner Ausflug. Paintball hat etwas wehgetan, aber es war eine coole Erfahrung, das einmal zu machen. Es war auch in der Nordzone, also in einer anderen Zone als der, in der ich bin, denn ich bin in der Südzone. Ansonsten gehe ich auch morgens zum Beispiel mit ihnen zum Strand und wir sind auch letztens Eis essen gegangen. Also es sind auch sehr gute Freunde geworden. Momentan gehen wir gerade sehr sensible Themen durch: Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus Ausländerfeindlichkeit usw. Da die vorherige Gruppe, die jetzt schon in Deutschland ist leider schlechte Erfahrungen in Deutschland gemacht hat, wollen wir die jetzige Gruppe diesmal noch genauer unterstützen und sensibilisieren, wie man darauf reagieren kann und was man machen kann wenn man zB. rassistische Erfahrungen macht. Dabei helfe ich etwas mit.
Bis bald Eure Noemie

