Freiwilligendienst im Gap Year: Roberta erlebt Weihnachten am Strand Silvester in New York und den Jahresbeginn in Mexico City

Roberta verbringt ihr Gap Year im Freiwilligendienst in Mexiko und arbeitet in Mexiko City. Weihnachten und Silvester war sie am Meer, in New York und in Mexico City

Mexiko: Laguna de los 7 Colores, Bacalar

Roberta aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Weihnachten  mit der Familie am Strand von Yucatan

Weihnachten habe ich ganz anders erlebt, als ich es aus den vergangenen Jahren kannte. Zwar konnte ich die Feiertage mit meiner Familie verbringen, doch statt Kälte, Lichtern und Weihnachtsmärkten verbrachten wir diese besondere Zeit am Strand – in einem kleinen, noch eher unbekannten Ort an der Costa Maya namens Mahahual, in der Nähe der Grenze zu Belize.

In Mahahual verbrachten wir drei sehr ruhige und entspannte Tage. Der Fokus lag ganz auf dem Zusammensein als Familie. Wir lagen viel am Strand, spielten Gesellschaftsspiele und genossen die Ruhe fernab von Großstädten und Tourismus. 

Besonders schön war ein Schnorchelausflug, denn vor der Küste von Mahahual befindet sich laut unserem Guide die zweitgrößte Korallenriffbarriere der Welt, direkt nach der in Australien. Beim Schnorcheln konnten wir viele bunte Fische beobachten und sogar eine Schildkröte sehen – ein Erlebnis, das diesen Ort für mich noch besonderer gemacht hat.

Nach den Tagen am Meer reisten wir weiter nach Bacalar, etwa anderthalb Stunden von Mahahual entfernt

Bacalar ist bekannt für seine beeindruckende „Lagune der sieben Farben“, deren Wasser je nach Tiefe in verschiedenen Blau- und Türkistönen schimmert. Das Wasser war außergewöhnlich klar, und die Lagune wirkte fast unwirklich schön. In der Lagune befinden sich mehrere offene Cenoten, die wir im Rahmen einer Bootstour besichtigen konnten. Da die Lagune sehr groß ist, war diese Tour ideal, um möglichst viel von der Landschaft zu sehen. 

Ein besonderer Halt war der sogenannte „Canal de los Piratas“, eine sehr flache Stelle in der Lagune, an der man im Wasser stehen und laufen kann. Der Kanal trägt seinen Namen, weil er früher von Piraten genutzt worden sein soll. Unser Guide erzählte uns, dass englische Piraten aus dem heutigen Belize diesen Wasserweg nutzten, um ins damalige spanische Mexiko zu gelangen, wo sie unter anderem Farbstoffe für Kleidung und andere wertvolle Güter stahlen. Diese Mischung aus Natur, Geschichte und Erzählungen machte den Ausflug besonders spannend.

Leider hatten wir an Weihnachten selbst etwas Pech mit dem Wetter

Es regnete den gesamten Tag, sodass wir kaum nach draußen gehen konnten. Trotzdem nutzten wir die Zeit, um gemeinsam drinnen zu bleiben, viele Runden Kniffel zu spielen und uns lange zu unterhalten. Am Abend gingen wir für unser Weihnachtsessen in ein italienisches Restaurant und aßen Pizza – sicherlich kein klassisches Weihnachtsessen, aber dennoch sehr gemütlich. Insgesamt war dieses Weihnachten ganz anders als das, was ich sonst gewohnt bin: wegen des warmen Klimas, der Zeitverschiebung, des Regens und natürlich der ungewohnten Umgebung. Dennoch war es schön, diese Zeit mit meiner Familie verbringen zu können.

Am 26. Dezember flog meine Familie zurück nach Italien, während ich zunächst für ein paar Tage nach Mexiko-Stadt zurückkehrte. Kurz darauf machte ich mich auf den Weg nach New York, um dort den Jahreswechsel gemeinsam mit Freunden aus Deutschland zu feiern, die sich aktuell in den USA aufhalten.

Im Vergleich zu Mexico City ist New York klein

Ich war zuvor noch nie in New York gewesen, weshalb wir die Gelegenheit nutzten, die Stadt ein wenig zu erkunden. Obwohl New York als riesige Metropole gilt, kam sie mir im Vergleich zu Mexiko-Stadt überraschend klein vor. 

Silvester am Times Square

Den Silvesterabend verbrachten wir in einem Restaurant, und den berühmten Ball Drop am Times Square verfolgten wir anschließend im Fernsehen. Der Moment war ungewohnt, denn obwohl es bei mir noch Nachmittag war, erhielt ich bereits viele Neujahrsgrüße aus Deutschland. Dadurch wurde mir erneut bewusst, wie sehr mein Alltag momentan von unterschiedlichen Zeitzonen und Ländern geprägt ist.

„Día de los Reyes Magos“ in Mexiko City

Zurück in Mexiko stand Anfang Januar noch eine weitere wichtige Tradition an. Am 6. Januar feiert man in Mexiko die „Día de los Reyes Magos“, den Tag der Heiligen Drei Könige. 

Zu diesem Anlass wird ein rundes Gebäck gegessen, die Rosca de Reyes. In diesem Gebäck sind kleine Jesusfiguren versteckt, und wer beim Anschneiden eine davon in seinem Stück findet, ist verpflichtet, am 2. Februar Tamales für die anderen mitzubringen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass jede Person ihr Stück selbst schneidet. Leider war ich an diesem Tag krank und lag mit einer starken Grippe im Bett, sodass ich sowohl die Feier auf der Arbeit als auch in unserer WG verpasste. Meine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner waren jedoch so lieb, mir trotzdem ein Stück Rosca mitzubringen, damit ich die Tradition zumindest probieren konnte. Natürlich hatte ich genau in meinem Stück die kleine Jesusfigur – was bedeutet, dass ich im Februar Tamales für meine Mitbewohner kaufen muss. Trotz Krankheit war das ein schöner Moment, der mir erneut zeigte, wie herzlich mein Umfeld hier ist.

Rückblickend waren Weihnachten und der Jahreswechsel eine ganz besondere Erfahrung: anders, ungewohnt und teilweise herausfordernd, aber gleichzeitig sehr bereichernd und voller neuer Eindrücke.

Ich freue mich sehr auf die letzten zwei Monate in Mexiko, merke aber gleichzeitig, wie schwer mir der Gedanke fällt, dass dieses Kapitel meines Lebens bald endet.

Bis bald Eure Roberta