Freiwilligendienst im Gap Year: Roberta über besondere Erlebnisse in Mexiko

Roberta verbringt ihr Gap Year im Freiwilligendienst in Mexiko und arbeitet in Mexiko City. Sie lernt typische Traditionen und berühmte Orte kennen

Blick auf die Pyramiden von Teotihuacán aus dem Heißluftballon

Roberta aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Alltägliche Augenblicke und besondere Erlebnisse in Mexiko

Auch außerhalb der Arbeit habe ich im Dezember viele besondere Erlebnisse gesammelt, die meinen Aufenthalt in Mexiko unvergesslich machen. Oft sind es dabei die kleinen Momente im Alltag, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.

Ein sehr schöner Abend war zum Beispiel der, an dem ich gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern heiße Schokolade gekocht und dazu Churros gegessen habe. Solche gemeinsamen Abende stärken unser Zusammenleben sehr und geben mir ein Gefühl von Zuhause, auch so weit weg von Deutschland. Da der Dezember in Mexiko als „Piñata-Monat“ gilt, weil Piñatas typisch für die Weihnachtszeit sind, habe ich mit einer Freundin außerdem eine Piñata-Ausstellung besucht. 

Ich war überrascht, wie kunstvoll und detailreich die Piñatas gestaltet waren. Sie stellten nicht nur klassische Motive wie Catrinas dar, sondern auch Szenen aus dem mexikanischen Alltag, zum Beispiel Taco-Stände oder Figuren aus der Popkultur. Viele der Piñatas waren echte Kunstwerke und zeigten eindrucksvoll, wie tief diese Tradition in der mexikanischen Kultur verankert ist.

Eine kleine persönliche Tradition habe ich mir ebenfalls angewöhnt: Jeden Samstag hole ich mir einen Kaffee togo und gehe anschließend auf den lokalen Markt in meinem Stadtteil. Dort kaufe ich Obst und Gemüse für die kommende Woche ein und probiere mich durch die verschiedenen Essensstände. Dieser Marktbesuch ist für mich zu einem festen Bestandteil meines Wochenendes geworden und hilft mir, mich noch mehr mit dem Leben hier zu verbinden.

Ein weiteres Highlight war der Besuch eines Basketballspiels gemeinsam mit einigen meiner Mitbewohner. Einer von ihnen arbeitet für die Basketballmannschaft der Stadt und lud uns zu einem Spiel ein. Die Stimmung in der Halle war großartig, die Fans sehr leidenschaftlich, und als das Team am Ende auch noch gewann, war die Freude natürlich besonders groß. Es war spannend, eine Sportveranstaltung in einem anderen Land mitzuerleben und die Begeisterung der Menschen zu spüren.

Heißluftballonfahrt über den Pyramiden von Teotihuacán

Ein absolutes Highlight meines Aufenthalts war eine Heißluftballonfahrt über Teotihuacán. Dafür wurden wir bereits um vier Uhr morgens abgeholt. Zunächst fuhren wir zu einem Sammelpunkt, wo wir Kaffee bekamen und ein Sicherheitsbriefing erhielten. Danach ging es weiter zum Startplatz der Ballons. Gemeinsam mit fünf weiteren Personen stiegen wir in den Ballon, und kurz darauf begann der Aufstieg. Den Sonnenaufgang über den Pyramiden von Teotihuacán aus der Luft zu sehen, war ein unbeschreiblich schöner Moment und gehört zu meinen eindrucksvollsten Erinnerungen in Mexiko. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, die Pyramiden auch vom Boden aus zu besichtigen und sogar eine von ihnen zu besteigen. Teotihuacán liegt nur etwa eine Stunde von Mexiko-Stadt entfernt, und dennoch fühlt sich dieser Ort wie eine ganz andere Welt an.

Ein weiterer bedeutender Ort, den ich besucht habe, ist die Basilika von Guadalupe

Laut unserem Guide ist sie nach dem Vatikan der zweitmeistbesuchte katholische Pilgerstätte der Welt und gilt als der wichtigste religiöse Pilgerort Mexikos und ganz Lateinamerikas. Der Grund dafür liegt in der Erscheinung der Jungfrau Maria, die dem indigenen Mann Juan Diego im Jahr 1531 erschienen sein soll. Der Überlieferung nach hinterließ sie ihr Bildnis – bekannt als das „Bildnis der Morena“ – auf seinem Umhang. Dieses Gnadenbild wird bis heute in der Basilika verehrt und zieht jedes Jahr Millionen von Gläubigen an.Besonders beeindruckend war es zu sehen, wie viele Pilgerinnen und Pilger aus ganz Mexiko und darüber hinaus diesen Ort besuchen, oft mit großer Hingabe und emotionaler Verbundenheit. Die religiöse Bedeutung dieses Ortes war deutlich spürbar und gab mir einen tiefen Einblick in die Rolle des Glaubens in der mexikanischen Gesellschaft.

Gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern besuchte ich außerdem Xochimilco, ein UNESCO-Weltkulturerbe im Süden von Mexiko-Stadt. Dort kann man mit bunten Booten, den sogenannten Trajineras, durch ein Netz aus Kanälen fahren. Während der Fahrt kann man entspannen, Musik hören, essen oder sogar Mariachi-Bands auf anderen Booten lauschen. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, denn es war ein sehr warmer und sonniger Tag. Wir hörten Musik, tanzten Cumbia und Salsa, spielten Spiele und genossen die entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie beliebt dieser Ort ist – es herrscht dort fast so viel Verkehr auf dem Wasser wie sonst auf den Straßen von Mexiko-Stadt.

Ein besonders emotionales Erlebnis war der Besuch meiner Familie

Es bedeutete mir sehr viel, ihnen mein neues Zuhause zu zeigen und ihnen einen Einblick in meinen Alltag in Mexiko zu geben. Gemeinsam verbrachten wir eine Woche in Mexiko-Stadt. Leider musste ich tagsüber arbeiten, doch abends unternahmen wir immer etwas zusammen. Ich war sehr froh, dass sie nicht nur die Stadt, sondern auch die Kultur, das Essen und einen Teil meines Lebens hier kennenlernen konnten. 

Dieser Besuch gab mir viel Kraft und zeigte mir, wie sehr ich mich in den letzten Monaten hier eingelebt habe.

Bis bald Eure Roberta