Freiwilligendienst im Gap Year: Roberta über die Vorweihnachtszeit in Mexiko City

Roberta verbringt ihr Gap Year im Freiwilligendienst in Mexiko und arbeitet in Mexiko City

AUF IN DIE WELT: Mexiko City Palacio de Bellas Artes

Roberta aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Der Dezember war in vielerlei Hinsicht ein besonderer Monat. Einerseits war er auf der Arbeit sehr intensiv, andererseits brachte er viele kleine, schöne Momente mit sich, die meinen Alltag in Mexiko-Stadt geprägt haben. 

Die Arbeit beim Deutschen Akademischen Austauschdienst war intensiv und vielseitig

Da unser Büro über die Feiertage für zwei Wochen geschlossen war, arbeiteten wir im Dezember nur drei Wochen – diese Zeit war dafür umso arbeitsreicher. Nach dem großen Jubiläumsevent Ende November gab es zunächst viel nachzubereiten. Es mussten Unterlagen sortiert, Abläufe dokumentiert und organisatorische Dinge abgeschlossen werden. Gleichzeitig begann bereits die Vorbereitung neuer Projekte, sodass es im Büro kaum ruhiger wurde. 

Besonders spannend war für mich, dass ich im Dezember an der Auswahl von Stipendiatinnen für einen Sommerkurs in Deutschland teilnehmen durfte. Diese Erfahrung war für mich etwas ganz Neues, da ich zum ersten Mal auf der „anderen Seite“ eines Auswahlverfahrens stand. Es war sehr interessant, die Diskussionen mitzuerleben, die Auswahlkriterien nachzuvollziehen und zu sehen, wie sorgfältig und verantwortungsvoll solche Entscheidungen getroffen werden. 

Parallel dazu arbeitete ich weiterhin an einem anderen Stipendienprogramm für mexikanische Studierende, die ein Auslandssemester mit integriertem Praxissemester in Deutschland absolvieren möchten. In diesem Zusammenhang nahm ich an mehreren Interviews teil, unterstützte bei der finalen Auswahl und half bei der Erstellung von Tabellen sowie beim Verfassen des Auswahlprotokolls. Diese Aufgaben gaben mir einen tiefen Einblick in die Abläufe hinter den Kulissen und ließen mich Verantwortung übernehmen.

Zusätzlich beschäftigten wir uns intensiv mit der Vorbereitung einer weiteren großen Stipendienauswahl, die im Februar stattfinden wird und mit der ich mich bereits seit meiner Ankunft im Büro befasse. Dazu gehörte unter anderem die Suche nach passenden Gutachterinnen und Gutachtern, deren Einladung, die Erstellung des Programms für die Auswahltage sowie zahlreiche organisatorische und bürokratische Aufgaben wie Reise- und Hotelbuchungen. 

Auch wenn diese Arbeit teilweise sehr umfangreich war, habe ich viel daraus gelernt und gemerkt, wie sehr ich inzwischen in die Arbeitsprozesse eingebunden bin. Im Dezember hatten wir außerdem Besuch von ehemaligen Kolleginnen aus Deutschland, gleichzeitig verabschiedeten wir eine Kollegin, die zurück nach Deutschland gezogen ist. Beide Anlässe haben wir gemeinsam bei einem Mittagessen gefeiert, was sehr herzlich und persönlich war. 

Roberta versteht sich mit ihren Kollegen gut

Mit meinen Kolleginnen und Kollegen verstehe ich mich mittlerweile sehr gut. Ich merke, dass ich jeden Tag besser im Team ankomme und mich inzwischen wirklich integriert fühle. Der Austausch im Arbeitsalltag, das gegenseitige Unterstützen und das mir entgegengebrachte Vertrauen machen die Arbeit für mich sehr angenehm und motivierend.

Die Vorweihnachtszeit in Mexiko ist anders

Neben der Arbeit spielte auch die Vorweihnachtszeit eine Rolle – wenn auch auf eine ganz andere Art, als ich sie aus Deutschland kenne. In Mexiko gehören die sogenannten Posadas zur Weihnachtszeit. Dabei handelt es sich um eine Weihnachtsfeier. In meiner Wohnung haben wir eine solche Posada auf unserer Dachterrasse gefeiert. Es wurde gemeinsam gegessen, gegrillt, gespielt und natürlich durfte eine Piñata nicht fehlen. Auch ich durfte mitmachen: 

Mir wurden die Augen mit einem Schal verbunden, ich wurde mehrmals im Kreis gedreht und musste dann versuchen, die Piñata zu treffen, während die anderen versuchten, mir mit Zurufen zu helfen. Es war sehr lustig und eine schöne Gelegenheit, mexikanische Traditionen hautnah mitzuerleben.

Auch auf der Arbeit gab es eine kleine Posada. Mittags saßen wir gemeinsam auf unserer Terrasse, hörten Weihnachtsmusik und kochten zusammen Glühwein. Außerdem schmückten wir die Pflanzen und kleinen Bäumchen auf der Terrasse als improvisierte Weihnachtsbäume. 

Trotz all dieser Aktivitäten hatte ich dieses Jahr jedoch nicht wirklich das typische Weihnachtsgefühl. Die Temperaturen in Mexiko-Stadt schwanken im Dezember zwischen 15 und 25 Grad, was sich für mich immer noch sehr sommerlich anfühlt. Außerdem haben mir Dinge wie Weihnachtsmärkte, Plätzchenbacken und die winterliche Atmosphäre gefehlt.

Bis bald Eure Roberta