Freiwilligendienst im Gap Year: Roberta über ihr Leben und ihre Arbeit in Mexiko City

Roberta verbringt ihr Gap Year im Freiwilligendienst in Mexiko und arbeitet in Mexiko City

AUF IN DIE WELT: Blick über Mexiko City

Robertaaus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Leben in Mexiko-Stadt – Alltag, Arbeit, WG und neue Routinen

Zurück in Mexiko-Stadt merkte ich, wie schnell ich mich eingelebt habe. Besonders meine WG trägt dazu bei: Ich wohne in einer riesigen Wohnung mit 20 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Die Wohnungssuche war nicht leicht, denn Mexiko-Stadt ist teuer und viele Wohnungen sind schnell vergeben. Umso glücklicher bin ich nun, einen Ort gefunden zu haben, an dem ich mich wohlfühle. Jeder hat sein eigenes Zimmer, aber Küche, Wohnzimmer und die Dachterrasse im 12. Stock nutzen wir gemeinsam. Von dort sieht man die ganze Stadt – ein atemberaubender Ausblick, besonders bei Sonnenuntergang. Oft sitzen wir abends zusammen, essen gemeinsam oder grillen am Wochenende. Die WG fühlt sich manchmal wie eine kleine Familie an. Immer wenn man in der Küche oder im Wohnzimmer ist, trifft man jemanden, und alle sind sehr nett. Man kann sich mit allen sehr gut unterhalten.

Meine Tage laufen inzwischen sehr strukturiert ab

Um 7 Uhr stehe ich auf, frühstücke und trinke Kaffee – den bereiten meine Mitbewohner jeden Tag frisch zu. Gegen 8 Uhr 15 gehe ich zur Arbeit, ein Fußweg von etwa 20 Minuten. 

Zu meinen Aufgaben im DAAD-Bürogehören die Vorbereitung und Nachbereitung von Meetings, organisatorische Tätigkeiten, Unterstützung bei Infomessen zum Studium in Deutschland und allgemeine Büroarbeit. Besonders gefällt mir der Kontakt zu mexikanischen Studierenden, die Fragen zum Studium in Deutschland haben. Dadurch bekomme ich viele Einblicke in ihre Motivation, ihre Pläne und auch in die Unterschiede zwischen deutschen und mexikanischen Bildungssystemen. Im Oktober habe ich zusammen mit einer Kollegin zahlreiche Bewerbungen für Masterstudiengänge bearbeitet. 

Jubiläum des DAAD-Büros in Mexiko

Ende November stand schließlich das große Ereignis bevor, auf das wir monatelang hingearbeitet hatten: die Jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des DAAD-Büros in Mexiko-Stadt. 

Die Feier fand am 24. und 25. November im eindrucksvollen Castillo de Chapultepec statt – ein historischer Ort, der schon allein für sich ein Highlight ist. Gäste aus ganz Mexiko, Zentralamerika und sogar aus Deutschland reisten dafür an, darunter auch der Generalsekretär des DAAD. 

Schon Wochen vorher war ich intensiv in die Vorbereitung eingebunden. Ich half bei der Programmerstellung, der Einladung der Gäste, der Koordination der Anmeldungen und der gesamten Logistik. Oft waren es viele kleine Aufgaben, die sich summierten, und manchmal wirkte es, als gäbe es unendlich viel zu tun. Gerade deshalb war es ein sehr besonderer Moment, als am ersten Veranstaltungstag alles reibungslos lief und die Gäste mit so viel Begeisterung teilnahmen. Während der Veranstaltung selbst war ich vor allem für die Registrierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuständig, unterstützte aber weiterhin bei organisatorischen und technischen Fragen. 

Trotz der vielen Arbeit konnte ich auch Teile des Programms miterleben und Gespräche aufschnappen, in denen deutlich wurde, wie wichtig und anerkannt die Arbeit des DAAD hier in Mexiko ist. Am Ende fühlte ich eine Mischung aus Erleichterung und Stolz. All die Vorbereitung, Mühe und Organisation hatten sich wirklich gelohnt. Es war unglaublich motivierend zu sehen, wie etwas, an dem man selbst so intensiv mitgearbeitet hat, am Ende so groß und erfolgreich wird. Zudem durfte ich im November an einer Veranstaltung der DAAD-Lektor:innen an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) teilnehmen. So hatte ich die Gelegenheit, die Lektor:innen besser kennenzulernen und auch eine mexikanische Universität zu besichtigen.

Mit meinen Kolleginnen und Kollegen verstehe ich mich von Tag zu Tag besser

Am Anfang war vieles noch neu und ungewohnt, aber inzwischen fühle ich mich wirklich im Team angekommen. Wir arbeiten nicht nur gut zusammen, sondern tauschen uns auch im Büroalltag viel ausund ich merke, wie sie mir immer mehr Vertrauen und Verantwortung geben. Dieses Gefühl, im Arbeitsumfeld integriert zu sein, motiviert mich sehr. Es macht einen großen Unterschied, wenn man merkt, dass man nicht nur „dabei“, sondern wirklich Teil des Teams ist. Die Gespräche, das gemeinsame Lachen und die Unterstützung im Büro tragen viel dazu bei, dass ich mich hier immer wohler fühle.

Das Leben in Mexiko City

Nach der Arbeit gehe ich entweder spazieren, lese auf der Terrasse oder treffe mich mit anderen Kulturweit-Freiwilligen oder Freund:innen. Außerdem nehme ich einmal pro Woche Online-Portugiesischunterricht und gehe oft zu Salsa-Abenden oder Kursen – etwas, das ich inzwischen unglaublich liebe. Allerdings ist es schwieriger als gedacht, mexikanische Freundschaften außerhalb der WG zu knüpfen. Da ich weder zur Schule noch zur Uni gehe, fehlt mir ein natürlicher Kontaktpunkt. Bisher habe ich drei Mexikaner kennengelernt, mit denen ich mich treffe, aber ich hoffe, dass es in den kommenden Monaten noch mehr werden.

Die letzten Monate in Mexiko haben mir viele neue Eindrücke, Herausforderungen und schöne Erlebnisse beschert. Ich bin gespannt, was die kommenden Monate noch für mich einbringen werden.

Bis bald Eure Roberta