Anouschka aus Sachsen-Anhalt verbringt ihr Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Ägypten. Sie hat sich für einen Freiwilligendienst im Goethe Institut in Kairo entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und den Leitfaden im E-Book Gap Year und im Handbuch Ratgeber AUF IN DIE WELT
Hallo, ich bin Anouschka, hier berichte ich über meine Erfahrungen mit dem Freiwilligendienst in Ägypten. Weitere Eindrücke bekommt Ihr mit meinen kurzen Videobeiträgen
Anouschka aus Sachsen-Anhalt verbringt ihr Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Ägypten. Sie hat sich für einen Freiwilligendienst im Goethe Institut in Kairo entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und den Leitfaden im E-Book Gap Year und im Handbuch Ratgeber AUF IN DIE WELT
Hallo, ich bin Anouschka, hier berichte ich über meine Erfahrungen mit dem Freiwilligendienst in Ägypten. Weitere Eindrücke bekommt Ihr mit meinen kurzen Videobeiträgen.
Meine Einsatzstelle und der Arbeitsalltag
Meine ersten Tage in der Einsatzstelle waren vor allem mit dem Onboarding und dem Kennenlernen von vielen neuen Kolleg*innen und den Projekten verbunden, an denen ich arbeiten werde. Ich wurde sehr lieb und herzlich aufgenommen, was mir den Start deutlich leichter gemacht hat.
Meine Einsatzstelle macht unter anderem Sprach- und Kulturprogramme in Ägypten und ist in verschiedene Abteilungen aufgeteilt. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Abteilungen und vielen unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Das finde ich besonders schön, weil ich dadurch nicht nur einen kleinen Bereich der Organisation kennenlerne, sondern mit verschiedenen Menschen und Aufgaben in Kontakt komme.
Natürlich war ich nervös, eine neue Arbeitsstelle zu starten. Auch wenn ich schon Erfahrungen im Ausland gesammelt habe, ist ein neuer Arbeitsplatz immer eine neue Herausforderung. Man weiß zunächst nicht genau, was einen erwartet, wie die Zusammenarbeit funktioniert und wie man selbst aufgenommen wird. In meinem Fall haben sich diese Sorgen aber sehr schnell gelegt, weil ich sehr herzlich aufgenommen wurde.
Ich spreche bei der Arbeit hauptsächlich Englisch und Deutsch und habe gleichzeitig die Chance, mein Arabisch zu verbessern. Dadurch ist die Arbeit für mich nicht nur beruflich interessant, sondern auch eine Möglichkeit, meine sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Besonders viel Spaß macht mir, Ägypten durch meine Arbeit noch einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Ich bin nicht nur als Touristin nach Ägypten gekommen, um hier zu leben, sondern ich arbeite tatsächlich auch hier. Dadurch bekomme ich einen anderen Einblick in das Land. Ich lerne lokale Herausforderungen kennen und habe die Möglichkeit, gemeinsam mit Menschen vor Ort nach Lösungen zu suchen. Das finde ich besonders wertvoll, weil ich dadurch merke, dass ich Ägypten nicht nur als Außenstehende kennen lernen. Ich bekomme durch die Arbeit einen viel direkteren Kontakt zu Menschen und zu den Strukturen vor Ort.
Mein Alltag und die Unterschiede zu Deutschland
Das Leben in Kairo und Ägypten generell ist definitiv spontaner und flexibler als das Leben, das ich aus Deutschland gewohnt bin. Alle Läden sind sieben Tage die Woche geöffnet und auch viel länger als in Deutschland. Dadurch fühlt es sich manchmal so an, als hätte der Tag hier mehr Stunden.
Auch die Art, wie Menschen miteinander umgehen, empfinde ich als anders. Die Menschen sind sehr herzlich und offen. Es ist sehr üblich, Menschen nach Hause einzuladen oder eingeladen zu werden. Auch Freunde bringen zu einem Treffen andere Freunde mit, die sich vorher noch gar nicht kennen. Dadurch entstehen schnell neue Kontakte und Menschen werden miteinander verbunden. Diese Offenheit gefällt mir sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass soziale Kontakte hier stärker zum Alltag gehören und dass man schneller Teil einer Gruppe wird. Gleichzeitig bedeutet das natürlich auch, dass man selbst offener sein muss und sich auf neue Situationen einlassen sollte.
Mein Alltag ist inzwischen relativ normal geworden. Nach der Arbeit treffe ich mich mit Freunden, erkunde die Stadt oder mache Sport. An den Wochenenden habe ich mehr Zeit und nutze diese, um weitere Orte kennenzulernen und Zeit mit Freunden zu verbringen.
Trotzdem gibt es natürlich auch Dinge aus Deutschland, die mir auffallen oder die ich vermisse. Gerade im Vergleich merkt man, wie unterschiedlich die beiden Alltagssysteme funktionieren. In Deutschland ist vieles stärker geplant und geregelt. Hier muss man sich häufiger darauf einstellen, dass etwas anders kommt als erwartet. Für mich war das zunächst eine Umstellung, aber inzwischen sehe ich darin auch eine positive Seite. Ich glaube, dass ich dadurch gelernt habe, nicht immer alles kontrollieren zu wollen. Wenn ein Bus später kommt, ein Termin sich verschiebt oder etwas nicht direkt funktioniert, muss das nicht automatisch ein Problem sein. Man kann sich auch darauf einstellen und die Situation nehmen, wie sie kommt.
Was ich bisher aus meiner Zeit in Ägypten mitnehme
Wenn ich meine Erwartungen vor der Reise mit meiner bisherigen Erfahrung vergleiche, haben sich einige Dinge bestätigt, andere aber auch komplett verändert. Ich habe mir Kairo groß und etwas wuselig vorgestellt. Ich habe die Menschen als sehr freundlich und offen erlebt und mich bereits nach kurzer Zeit wohlgefühlt.
Natürlich gibt es Herausforderungen. Der Verkehr, die Hitze, die Sprachbarriere und die teilweise fehlende Planbarkeit können anstrengend sein. Gleichzeitig sind genau diese Dinge Teil meiner Erfahrung und bringen mich dazu, mich an eine andere Art des Alltags anzupassen. Ich merke bereits jetzt, dass ich durch die Zeit in Kairo flexibler geworden bin. Ich versuche weniger, alles im Voraus zu planen und lasse Dinge häufiger einfach auf mich zukommen. Gleichzeitig lerne ich jeden Tag neue Menschen kennen, verbessere mein Arabisch und bekomme einen immer besseren Einblick in das Leben und Arbeiten in Ägypten.
Besonders spannend finde ich dabei, dass meine Erfahrung jeden Tag ein bisschen anders ist. Obwohl ich inzwischen einen gewissen Alltag entwickelt habe, gibt es immer wieder Situationen, die neu für mich sind. Genau das macht die sechs Monate für mich so wertvoll. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen noch auf mich zukommen und wie sich meine Sicht auf Ägypten bis zum Ende meines Aufenthalts noch verändern wird.
Bis bald Eure Anouschka

