Schüleraustausch Frankreich: Die Reise nach Frankeich und wie Karla schnell Freunde gefunden hat

Karla berichtet, wie sei die Reise vorbereitet hat, die erste Zeit in der Gastfamilie und Schule und wie sie Freunde in Frankreich findet

Auf in die Welt: Schüleraustausch Traumziel Frankreich: Kirche in Frankreich

Karla aus Niedersachsen verbringt ihr Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Frankreich.

Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Nähe von Nantes. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Frankreich kann man im Schüleraustausch Frankreich Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Frankreich mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Frankreich.

Die Vorbereitung der Reise zuhause

Während der Sommerferien kam das Abreisedatum immer näher und damit der Tag, an dem mein Koffer gepackt sein musste. In der Zeit habe ich ganz viel überlegt, was ich mitnehmen muss und wie viel ich eigentlich brauche. Ich habe mir ganz viele Berichte von ehemaligen Austauschschüler*innen angesehen und auch im Alltag einfach mal aufgeschrieben, wenn mir was aufgefallen ist, das ich unbedingt mitnehmen muss. So ist nach und nach eine Packliste entstanden, und etwa zwei Wochen vor meiner Abreise habe ich angefangen, die Sachen zusammenzusammeln. Die letzte Woche habe ich fast nichts mehr angezogen oder benutzt, was ich schon eingepackt hatte.

Koffer packen für den Schüleraustausch

Beim Packen habe ich vor allem auf eine Sache geachtet, die mir vorher viel empfohlen wurde. Es ist grundsätzlich am wichtigsten, von allem nicht zu viel einzupacken. Man kann eigentlich alles auch im Ausland nachkaufen, wenn man dann den Bedarf hat, sowohl Kleidung als auch Hygieneprodukte als auch so gut wie alles andere. Dazu ist es auch sinnvoll, zum Beispiel von Zahnpasta, Shampoo oder Deo eine Reisegröße zu kaufen oder kleine Mengen der Produkte umzufüllen. Und insgesamt ist ein bisschen Platz, der im Koffer freibleibt, super für die Dinge, die man sich im Laufe des Jahres im Ausland kauft. Die Kleidung, die man schlussendlich auf der Reise tragen möchte, sollte man sinnvoll aussuchen. Zum einen muss man sich natürlich ans Wetter anpassen, aber man kann auch die Möglichkeit nutzen, etwas mitzunehmen, was nicht in den Koffer passt. Bei mir war das zum Beispiel eine Regenjacke, die ich sonst wahrscheinlich zu Hause gelassen hätte.

Schulstress im Ausland vermeiden

Wenn man notenmäßig die Möglichkeit hat, kann ich wirklich nur empfehlen, die nächste Klasse in Deutschland zu überspringen. Das erspart einem eine Menge Stress mit den Leistungen im Ausland und man kann sich stattdessen auf die Sprache konzentrieren. Ich bin in Frankreich während meiner elften Klasse, habe in Deutschland offiziell die Elfte übersprungen und gehe Stand jetzt trotzdem in die zwölfte Klasse, wenn ich wieder zurückkomme. Meine Noten in Frankreich zählen deshalb nicht für mein Abitur in Deutschland und ich muss mir hier keinen Stress machen, wenn ich wegen der Sprache im Unterricht etwas nicht verstehe. Natürlich ist es trotzdem wichtig, sich Mühe zu geben, aber wenn man sich interessiert zeigt, haben alle Verständnis.

Mein Abschied von Deutschland

Ich hatte ziemlich Respekt vor dem Abschied von meiner Familie und meinen Freunden. Das ist auch logisch, wenn man zehn Monate weggeht und natürlich nicht weiß, wie man sich in dieser ja doch recht langen Zeit verändert. Ich habe deshalb schon früh angefangen, mich auf den Abschied vorzubereiten. Was mir dabei geholfen hat, war die Gestaltung eines Abschiedsbuches.

Abschiedsbuch

Ein Abschiedsbuch ist einfach gesagt ein Notizbuch, das man vor der Abreise in der Familie und bei den Freunden rumgibt. Jeder, dem man das Buch geben möchte, kann eine oder mehrere Seiten darin gestalten mit einem Brief, Zeichnungen oder Fotos. Die Idee ist, dass diese Seiten geschlossen bleiben, bis man sich in Deutschland verabschiedet hat. Ich habe meine Briefe gelesen, als ich nach meinem Aufenthalt in Paris mit dem Zug nach Nantes gefahren bin und so meine Ruhe hatte. Es gibt viele Videos dazu auf YouTube und Bilder auf Pinterest, die mir sehr geholfen haben. Ich habe im März vor meiner Abreise angefangen, das Buch rumzugeben, und das war fast schon etwas knapp. Rückblickend hätte ich besser früher angefangen und den Leuten noch genauer gesagt, wann ich das Buch zurück brauche. Das Buch an sich lese ich mir aber auch jetzt noch oft durch und freue mich jedes Mal, also echt etwas, was ich sehr empfehlen kann.

Die letzte Zeit in der Schule in Deutschland

Tatsächlich waren in Niedersachsen die Schulferien schon zwei Wochen vor meiner Ausreise zuende. Ich musste in der Zeit noch in den Unterricht gehen - in die zwölfte Klasse, weil ich die elfte ja übersprungen habe. Das war eine interessante Erfahrung, weil ich mir so schon mal ein bisschen Unterricht in Leistungskursen anschauen konnte. Gleichzeitig habe ich alle meine Freunde nochmal gesehen und konnte mich von allen verabschieden, bevor ich losgefahren bin.

Meine Reise nach Frankreich

Wie ich bereits in meinem ersten Bericht erzählt habe, war ich vor der Fahrt in meine Gastfamilie mit anderen Gastschüler*innen in Paris. Es war eine sehr schöne Erfahrung, sich mit anderen Jugendlichen aus aller Welt auszutauschen, und mit denjenigen, die ich am besten kennengelernt habe, habe ich auch jetzt noch Kontakt. Wir tauschen uns viel darüber aus, wie wir das Leben in den französischen Familien wahrnehmen und wie es in der Schule läuft, aber auch darüber, wie es uns geht. Es ist sehr interessant, so auch ein bisschen vom Auslandsaufenthalt der anderen mitzubekommen.

Meine erste Zeit in der Gastfamilie

Von Paris bin ich mit dem Zug nach Nantes gefahren, wo meine Gastfamilie mich vom Bahnhof abgeholt hat. Darüber habe auch schon beim letzten Mal berichtet, aber auch jetzt, nach etwas mehr als einem Monat, fühle ich mich noch wohl in meiner Gastfamilie. Da nach dem Wochenende, an dem ich angekommen bin, die Schule wieder begonnen hat, haben wir bis jetzt nur an den Wochenenden etwas unternommen. Das war dafür aber immer toll und hat viel Spaß gemacht. Wir waren am Atlantik, der nur eineinhalb Stunden von hier entfernt ist, um das Ende des Sommers zu genießen und Baden zu gehen. Außerdem haben wir die Großmutter besucht. Sie lebt in der Normandie, und bevor ich sie getroffen habe, war ich sehr aufgeregt. Aber wir haben uns gut verstanden und ein schönes Wochenende bei ihr verbracht. Wir haben auch andere Ausflüge unternommen und uns mittlerweile ziemlich gut kennengelernt.

Kochen mit der Gastfamilie

Als ich schon ein paar Wochen hier war, habe ich mich mit meiner Gastmutter unterhalten und dabei herausgefunden, dass sie sich sehr viel Stress macht wegen des Essens. Ich bin Vegetarierin, und in Frankreich ist vegetarische Ernährung noch nicht besonders verbreitet. Für sie war das deshalb etwas komplett Neues und sie musste viel darüber nachdenken, was sie kochen kann. Ich wollte sowieso gerne mit und für meine Gastfamilie kochen, deswegen haben wir am darauffolgenden Wochenende das erste Mal gemeinsam Essen gemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Meine erste Zeit in der Schule

Schule spielt hier insgesamt noch eine größere Rolle als in Deutschland. Zuhause organisiere ich mich größtenteils selbst, hier ist es sehr normal, dass die Eltern oder in meinem Fall die Gasteltern über alles Bescheid wissen und etwas mehr hinterher gucken. Der Unterricht unterscheidet sich ebenfalls deutlich von dem in Deutschland, hier gibt es hauptsächlich Frontunterricht und es ist eigentlich die ganze Zeit super leise. Während man sich in Deutschland auch einfach mal mit den Lehrern unterhält, ist die Beziehung hier schon eindeutig weniger „freundschaftlich“. Ein letzter Unterschied sind die Unterrichtszeiten. Wenn man in Deutschland wie ich keine Ganztagsschule gewöhnt ist, kann das Anfang echt anstrengend sein. In meiner Schule geht der Unterricht außer mittwochs bis 17:40 Uhr, und man bekommt trotzdem noch Hausaufgaben. Am Anfang war ich deshalb die ganze Zeit müde, aber mittlerweile habe ich mich schon ganz gut daran gewöhnt. Man hat insgesamt einfach wenig Zeit für etwas Anderes als Schule.

Karla hat schnell Freunde im Schüleraustausch gefunden

Ich habe hier recht schnell neue Freunde gefunden. Als Austauschschüler*in hat man am Anfang natürlich viel zu erzählen und das hat es für mich persönlich einfacher gemacht, Menschen kennenzulernen. Das Wichtigste war aber, was ich davor schon ganz viel gehört habe: auf andere zugehen, in Kontakt kommen. Dafür musste ich aus meiner Komfortzone rauskommen, weil ich mich vor allem mit der Sprache dafür gegruselt habe, andere anzusprechen, aber mittlerweile habe ich ganz viele tolle Erfahrungen gemacht und natürlich wird man auch selbstbewusster mit der Sprache, wenn man sie möglichst oft benutzt.

Bis bald, Eure Karla