Schüleraustausch Irland: Ylvas Erfahrungen und Tipps für andere Austauschschüler

Ylva verbringt ihr Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Irland – Ihre Erfahrungen und Tipps zur Vorbereitung und dem Leben in der Gastfamilie

Ylva im Schüleraustausch in Irland: Blick auf Dublin

Ylva im Schüleraustausch in Irland: Blick auf Dublin

Ylva aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Irland. Sie lebt bei ihrer Gastfamilie im County Galway im Westen von Irland. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Irland kann man im Schüleraustausch Blog sehen (www.aufindiewelt.de/blog/irland). Alles zum Schüleraustausch nach Irland mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Irland (www.aufindiewelt.de/irland).

Mein Schüleraustausch in Irland: Wegen Corona dreimal verschoben

Ich hatte echt eine sehr lange Zeit mich auf mein Auslandsjahr vorzubereiten – schließlich wurde es durch Corona dreimal verschoben. Es hat sehr geholfen, dass meine Eltern mich total unterstützt haben und mir auch niemand versucht hat das Auslandsjahr schlecht zu reden.

Herausforderungen gehören zum Schüleraustausch

Allerdings haben mir meine Eltern deutlich gemacht, dass es nicht die ganze Zeit perfekt sein wird. Das finde ich auch sehr wichtig hervorzuheben. Ich kenne niemanden, für den das ganze Jahr perfekt war. Jeder hatte seine eigenen persönlichen Probleme in der Zeit, ob mit der Gastfamilie, mit Freunden oder mit der Schule. Das muss einem auch von Anfang an klar sein.

Ein Tipp von mir zu der Vorbereitung auf das Auslandsjahr ist, dass man sich wirklich keine Sorgen machen muss. Selbst wenn man etwas vergisst, man kann sich zur Not auch alle Sachen vor Ort kaufen.

Frühzeitiger Kontakt zur Gastfamilie hilft bei der Vorbereitung auf den Schüleraustausch

Auch sollte man so schnell wie möglich mit seiner Gastfamilie in Kontakt treten. Wenn man nämlich weiß was einen so ungefähr erwartet, dann beruhigt einen das ziemlich und das macht alles ein wenig einfacher. Außerdem sollte man offen bleiben.

Offenheit und Gastgeschenke erleichtern den Start mit der Gastfamilie

Auch bei der Ankunft ist es extrem wichtig offen zu sein, sich Urteile nicht zu schnell zu bilden sowie einfach freundlich und höflich allen gegenüberzutreten. Gastgeschenke kommen auch gut an. Meine Gastfamilie war echt überrascht das ich etwas für sie mitgebracht hatte. Darüber haben sie sich extrem gefreut.

Wenn Du irgendwelche Fragen hast, dann frage die Gastfamilie einfach

Das macht dann das Eingewöhnen viel einfacher. Hilfreich ist es auch,wenn Du versuchst Dich ein wenig anzupassen oder auch manchmal selber die Initiative ergreifst und auf Deine Gastfamilie zugehst. Das wichtigste ist aber die Kommunikation. Das gilt auch, wenn Du Ausflüge machen möchtest oder Dich mit irgendwas unwohl fühlst. Allgemein habe ich das Gefühl, dass ohne eine gute Kommunikation mein ganzes Auslandsjahr nicht so erfolgreich verlaufen wäre.

Als Austauschschüler sollte man selbst aktiv sein

Auch sollte man sich nicht davon abhalten lassen Sachen zu unternehmen. Selbst wenn man alleine gehen musst oder es ein wenig umständlich ist. Am Ende lohnt es sich immer total und man bereut es nicht. Ich habe eine Freundin hier, die nicht so viel unternimmt. Und das nur, weil sie keine Lust hat Trips zu organisieren oder sich nicht traut ihre Gasteltern zu fragen. Am Ende bereut sie es dann immer. Daran sollte man sich echt kein Beispiel nehmen.

Wenn etwas einmal nicht so gelaufen ist wie es sollte hat es mir sehr geholfen erst einmal über die Situation nachzudenken und dann nach einer anderen Lösung zu suchen. Manche Trips musste ich sogar zweimal verschieben. Ich konnte sie am Ende aber immer machen und war dann zufrieden. Wenn ich selber keine Lösung finden konnte habe ich oft einfach zuhause angerufen und um Rat gefragt. Ich weiß, davon wird immer abgeraten, wegen Heimweh und so. Aber Eltern oder Geschwister haben einfach eine andere Sicht auf die Dinge. Und da sie ja nicht vor Ort sind, haben sie meist einen neutraleren Blickwinkel auf die Situation.

Kontakte mit der Familie zuhause waren für Ylva nützlich

Ich dachte, ich wäre die einzige die das macht. Aber ich habe bemerkt, dass viele meiner Freunde das genauso machen. Daher denke ich, dass ist auch ganz normal. Und trotzdem bin ich jetzt viel selbstständiger und selbstbewusster als am Anfang dieses Jahres. Man sollte vor allem darauf achten, dass man sich wohl fühlt. Sobald man sich in der Gastfamilie nicht wohl fühlt, versaut einem das das komplette Jahr. Die Familie zu wechseln kann echt Wunder bewirken. Glücklicherweise hatte ich eine Gastfamilie mit der ich gut zurechtgekommen bin – und ich denke auch meine Gastfamilie war mit mir zufrieden. Für sie war ich die erste Gastschülerin, die ein ganzes Jahr geblieben ist.

Auch im Schüleraustausch sollte man auf die eigenen Wünsche achten

Eine andere Sache die ich gelernt habe ist, dass man sich manchmal auch einfach an erste Stelle stellen muss und gucken muss was man selber will. Damit meine ich zum Beispiel, wenn man einen Trip mit einer Gruppe von Freunden plant aber einer vielleicht überhaupt nicht kommen kann oder sich nicht bemüht. Dann solltest Du trotzdem fahren, denn das ist Dein Auslandsjahr in dem du etwas erleben möchtest und man hat leider nicht unbegrenzt Möglichkeiten und Zeit.

Die Erfahrungen mit der Austauschorganisation waren positiv und negativ

Ein Punkt, der mir nicht gefallen hat war, dass wir den Flug selber buchen mussten. Somit waren die ganzen Austauschschüler auf verschiedene Flüge oder auch in einem Flugzeug so verteilt, dass wir nicht zusammensitzen konnten. Das war sehr schade. Ich glaube es wäre echt gut gewesen, wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten uns schon auf dem Flug kennenzulernen. Durch Corona musste ja auch die sonst übliche Woche in Dublin ausfallen, wo sich die Schüler kennenlernen können.

Positiv ist, dass meine Organisation meine Schuluniform und Schulbücher bezahlt, was kaum eine andere Organisation gemacht hat, jedenfalls keine von meinen Freunden hier. Auch war die Organisation immer erreichbar, wenn es Probleme gab und sie haben versucht sie so schnell wie möglich zu lösen. Das war echt hilfreich und auch beruhigend.

Was ich nicht gut fand war, dass sie nicht von Anfang an deutlich gemacht haben, dass ich Weihnachten eigentlich nach Hause gemusst hätte. Aber dafür haben sie ja auch eine Lösung gefunden und so konnte ich Weihnachten bei einer anderen Familie in Cork verbringen. Alles in allem bin ich zufrieden und kann meine Organisation nur weiterempfehlen.

Eure Ylva