Schüleraustausch Kanada: Annika über ihre Gastfamilie, Heimweh, ihre Austauschorganisation und wie sie sich entwickelt hat

Annika verbringt ihr Auslandsjahr mit dem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Kanada – Erfahrungen in der Gastfamilie, mit wenig Heimweh und ihre persönliche Entwicklung im Austauschjahr

AUF IN DIE WELT: Schüleraustausch Kanada: An der High School

Annika aus Baden-Württemberg verbringt ihr Auslandsjahr im Schüleraustausch mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in Ottawa. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Kanada.

Schüleraustausch Kanada: Annika über ihr Leben in der Gastfamilie

Seit dem letzten Bericht habe ich mich in meiner neuen Gastfamilie eingewöhnt. Meine Gastschwester Jun ist vor ein paar Monaten wieder nach Toronto abgereist. Sie hat hier in Ottawa ihren Kurs an der Kochschule Cordon Bleu beendet.

Gemeinsam mit meiner anderen Gastschwester Laura aus Kolumbien gehe ich oft auf Ausflüge. Beispielsweise gehen wir gemeinsam mit anderen internationalen Schülern aus Kolumbien ins Kino oder wir unternehmen einen Ausflug zu den Wasserfällen von Rideau. Unsere Nachbarin spricht fließend Spanisch, Sie hat uns letzte Woche in eine spanische Kirche mitgenommen, wo ich nichts verstanden habe, aber eine ganz neue Kultur kennenlernen konnte. Die Familie meiner Gastmutter kommt uns oft besuchen. Ihre beiden Töchter leben auch hier in Ottawa. Am Wochenende machen wir gemeinsame Barbecues oder schauen Filme im Kino und zu Hause.

Auch hier in Kanada kehrt langsam der Frühling ein. Doch bevor es warm wurde, hatten wir noch einen Schneesturm mit einem langen Stromausfall, währenddessen keine Schule stattfand.

Doch nun ist es warm genug für mich, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Und auch sonst kommt die Sonne raus.

Schüleraustausch Kanada: Annika hat kaum Heimweh

In der Zeit, die ich nun in Kanada bin, habe ich nicht sehr viel Heimweh verspürt. Allerdings fallen mir immer wieder kleine Sachen auf, die ich dann doch vermisse. Fahrradfahren, Sprudelwasser oder auch das deutsche Brot. Ich gehe manchmal zum Supermarkt, um mir eine Flasche Sprudelwasser zu kaufen oder ein gescheites Brot. Jetzt, da es warm ist, hat meine Gastmutter mir ihr altes Fahrrad gegeben, mit dem ich nun zur Schule fahren kann und generell auch mobiler bin.

Manchmal vermisse ich meine alte Routine aus Deutschland und meine Freunde aus der Schule. Allerdings habe ich mittlerweile hier in Kanada auch schon eine Routine und kenne viele Leute. Das macht es sehr viel einfacher. Überraschenderweise habe ich auch mit manchen Verwandten mehr Kontakt, als ich in Deutschland hatte, wir telefonieren beispielsweise öfter, als ich es normalerweise getan hätte.

Ich habe etwas Angst davor, wie es sein wird, wenn ich zurück nach Deutschland komme, denn ich werde mich auch da neu eingewöhnen müssen. Ich werde eine neue Schule besuchen, denn ich wechsele jetzt auf ein Gymnasium.

Annika über ihre Erfahrungen in Kanada

In meiner Zeit hier in Kanada habe ich gemerkt, dass viele Sachen verschieden sind, aber auch sehr viele Sachen sehr ähnlich sind. In der Schule hat man  z.B. eine engere Verbindung mit den Lehrern, die oft persönliche Geschichten erzählen oder gemeinsame Bilder auf Instagram posten.

Überraschend war für mich, dass Ottawa zwar die Hauptstadt von Kanada ist, aber trotzdem eher ländlich wirkt. Es fühlt sich nicht an, als ob man in einer Großstadt lebt. Leute hier in Kanada legen auch sehr großen Wert darauf,  Regeln einzuhalten um niemand zu beleidigen oder auszuschließen.

Die Austauschorganisation in Kanada hat Annika enttäuscht

Etwas enttäuscht war ich von der weniger guten Betreuung der kanadischen Homestay Organisation. Der Vorfall mit meiner ersten Gastfamilie und dass wir zuerst nicht wirklich wahrgenommen wurden, hat mir nicht gefallen.

Zweimal im Jahr einen Check-up durchzuführen, wo man sagen soll, was alles schief geht, ist einfach nicht genug.  Vor allem nicht, wenn der Check-up in der Schule mit allen internationalen Schülern gleichzeitig stattfindet. Man sollte zumindestens persönliche Gespräche mit den einzelnen Schülern führen und eventuell auch Überraschungsbesuche bei den Gastfamilien oder Kontrollen durchführen.

Annika ist im Schüleraustausch selbstbewusster geworden

Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass es okay ist, sich zu beschweren und dass ich es nicht hinnehmen muss, wie eine Situation für mich ist. Wenn Leute mich nicht ernst nehmen, muss ich mich durchsetzen und wenn ich es nicht alleine schaffe, kann ich mir Unterstützung suchen.

Annika ist im Schüleraustausch eigenständiger geworden

Unter anderem habe ich auch gelernt, meinen eigenen Zeitplan komplett zu organisieren, ohne die Hilfe meiner Eltern. Als Erfahrung werde ich zurück nach Deutschland nehmen die Mentalität der Leute, die hier leben, ihre Nettigkeit und Offenheit gegenüber Neuem.

Eure Annika