Schüleraustausch Kanada: Elina erlebt kanadische Weihnachten und Neujahr mit einem Bad im Pazifik an Neujahr

In Kanada wird die Weihnachtszeit intensiv gefeiert. Elina ist dankbare für ihre Erfahrungen in Kanada

Schüleraustausch Traumziel Kanada: Weihnachtsbaum

Elina aus Nordrhein-Westfahlen verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz British Columbia auf Vancouver Island. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch Kanada, den Leitfaden im Ratgeber E-Book Kanada und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.

Die Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit in Kanada ist sehr besonders und unterscheidet sich deutlich von Deutschland. In meiner Gastfamilie wurde die Vorweihnachtszeit eher ruhig verbracht, ohne klassisches Plätzchenbacken. Dafür habe ich mit Freunden Kekse gebacken.

In der Schule wurde Weihnachten dagegen sehr präsent gefeiert. Lehrer kamen mit Weihnachtsmützen oder Verkleidungen, es gab einen Door-Contest, bei dem Klassen ihre Türen weihnachtlich dekoriert haben, und einen Pyjama-Tag, an dem alle in Schlafkleidung zur Schule kommen durften. In meinem Foods-Kurs haben wir außerdem weihnachtliche Sachen gebacken. Die Stimmung in der Schule war sehr locker und festlich.

Außerhalb der Schule ist Weihnachten in Kanada extrem sichtbar. Viele Menschen schmücken ihre Häuser und Vorgärten mit sehr vielen Lichtern. Es gibt in mehreren Orten große Christmas-Light-Shows, zum Beispiel in den Butchart Gardens in Victoria oder auch in meinem eigenen Ort.

Auch die Geschäfte sind überall geschmückt, und viele Menschen tragen Weihnachtspullover oder andere festliche Kleidung. Insgesamt ist der Christmas Vibe hier stärker als in Deutschland.

Eine besondere Tradition ist, dass viele Familien ihren Weihnachtsbaum selbst im Wald fällen. Dafür braucht man eine Genehmigung. Meine Gastfamilie und ich haben das gemeinsam gemacht. Wir sind in ein Waldgebiet gefahren, haben uns verschiedene Bäume angeschaut und schließlich den perfekten Baum ausgesucht und gefällt. Das war ein sehr besonderes Erlebnis. Sehr schön war es, zu sehen, wie viel Mühe sich die Menschen hier geben, um eine festliche Stimmung zu schaffen, selbst in kleinen Orten. Die vielen Lichter und Dekorationen haben die dunkle Jahreszeit deutlich heller und fröhlicher gemacht.

Weihnachten

Am 24. Dezember gab es bei uns ein gemeinsames Familiendinner, aber es wurden keine Geschenke geöffnet. In Kanada werden die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezember ausgepackt.

Da ich es aus Deutschland gewohnt bin, an Weihnachten in die Kirche zu gehen, habe ich meine Gastfamilie gefragt, ob ich zur Weihnachtsmesse gehen darf. Obwohl sie selbst nicht regelmäßig in die Kirche gehen, haben sie mich gerne hingebracht.

Am Abend waren wir bei Freunden aus England zum Christmas Dinner eingeladen. Zu Hause haben meine Gastbrüder dann Plätzchen und Milch für Santa Claus sowie Karotten für die Rentiere bereitgestellt. In Kanada liegen die Geschenke der Familienmitglieder schon vor Weihnachten unter dem Baum, mit Namensschildern versehen. Santa bringt in der Nacht vom 24.auf den 25. Dezember Geschenke in unsere Stockings, also Weihnachtssocken. Jeder hatte eine eigene Socke, auch ich.

Am nächsten Morgen wurde ich gegen halb acht von meinem kleinen Gastbruder geweckt. In meiner Socke waren Süßigkeiten und kleine Geschenke. Danach gab es ein gemeinsames Frühstück mit einem traditionellen Gericht aus Brot, Käse, Schinken, Zwiebeln und Cornflakes, das im Ofen gebacken wird. Anschließend wurden die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt. Alle trugen weihnachtliche Pyjamas, auch ich einen Jumpsuit mit Weihnachtsmotiv. Am Abend gab es ein großes Christmas Dinner mit Turkey. 

Insgesamt war Weihnachten sehr familiär, ruhig und trotzdem besonders. Trotz der Unterschiede zu Deutschland hatte Weihnachten in Kanada eine sehr warme und familiäre Atmosphäre, in der man sich schnell willkommen gefühlt hat. Gerade als Austauschschüler war es besonders schön, diesen Feiertag in einer anderen Kultur miterleben zu dürfen.

Neujahr und besondere Erlebnisse

Silvester wird in meiner Gastfamilie nicht groß gefeiert. Deshalb habe ich den Abend bei Freunden verbracht und dort auch übernachtet. Wir haben zusammen gebacken, Spiele gespielt und das neue Jahr ruhig begrüßt. Feuerwerk gab es nur wenig, deutlich weniger als in Deutschland.

Am 1. Januar wurde ich von meiner Gastfamilie abgeholt, um am sogenannten Polar-Bear-Swim teilzunehmen. Dabei springt man am Neujahrstag ins kalte Meer, um symbolisch das alte Jahr abzuwaschen. 

Zuvor war ich bereits bei einer Freundin in den Pool gesprungen, der sogar noch kälter war als das Meer. Danach ging es zum Aufwärmen in den Hot Tub. Mit meiner Gastfamilie bin ich später auch noch ins Meer gegangen. Anschließend haben wir zu Hause heiße Schokolade getrunken und Spiele gespielt. 

Der Start ins neue Jahr war für mich ein sehr besonderes Erlebnis, da ich ihn in einem ganz anderen Land und mit neuen Menschen verbringen durfte. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, neue Traditionen kennenzulernen und sich auf ungewohnte Situationen einzulassen.

Fazit nach den ersten Wochen

Insgesamt kann ich sagen, dass Kanada ein wunderschönes Land ist und die Menschen hier unglaublich offen und freundlich sind. Der Alltag, die Schule, die Ausflüge und besonders die Weihnachtszeit waren einzigartige Erfahrungen.

Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, viel über eine andere Kultur gelernt und bin sehr froh, hier sein zu dürfen. Insgesamt hat mich der Austausch nicht nur sprachlich, sondern auch persönlich weitergebracht und meinen Blick auf andere Kulturen erweitert. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und würde einen Schüleraustausch jederzeit weiterempfehlen.

Viele Grüße aus Qualicum Beach / Vancouver Island

Bis bald Eure Elina