Elina aus Nordrhein-Westfahlen verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz British Columbia auf Vancouver Island. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch Kanada, den Leitfaden im Ratgeber E-Book Kanada und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.
In den vergangenen Monaten hat sich mein Alltag auf den ersten Blick gar nicht so stark verändert, und doch fühlt sich manches inzwischen ganz anders an.
Während am Anfang noch vieles neu, ungewohnt und teilweise auch herausfordernd war, hat sich mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt. Ich habe mich immer mehr in das Leben hier integriert und komme deutlich besser mit den täglichen Abläufen zurecht. Sie sind mehr zur Routine geworden. Ich weiß, wann der Schulbus kommt, wie ich meine Aufgaben erledigen und abgeben muss und an wen ich mich wenden kann, wenn ich Probleme habe. Auch im Haushalt kenne ich mich inzwischen sehr gut aus, besonders in der Küche, was mir am Anfang noch schwergefallen ist. Insgesamt fühlt sich alles vertrauter an.
Die Gastfamilie ist ein wichtiger Teil des Lebens von Elina in Kanada
Diese Entwicklung hängt stark mit meiner Gastfamilie zusammen, die ein wichtiger Bestandteil meines Lebens hier ist. Obwohl ich mich auch am Anfang schon gut mit ihnen verstanden habe, ist unsere Beziehung mit der Zeit immer enger und verbundener geworden. Ein großer Faktor dabei ist sicherlich auch, dass sich mein Englisch verbessert hat. Dadurch fällt es mir leichter, Gespräche zu führen, mich auszudrücken und aktiv am Familienleben teilzunehmen.
Es gehört mittlerweile ganz selbstverständlich dazu, dass wir uns jeden Tag sehen, miteinander sprechen, uns gegenseitig von unserem Tag erzählen und Zeit zusammen verbringen. Diese Abläufe sind zur Gewohnheit geworden und geben mir ein Gefühl von Stabilität und Zugehörigkeit. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass diese Zeit begrenzt ist und nicht für immer so bleiben wird, fühlt es sich im Moment doch in gewisser Weise „normal“ an.
Das Zusammenleben mit den Gastgeschwistern ist besser geworden
Eine besondere Veränderung innerhalb meiner Gastfamilie war der Wechsel meiner Gastschwester. Mit meiner ersten Gastschwester habe ich mich leider nicht so gut verstanden. Seit dem zweiten Semester habe ich jedoch eine neue Gastschwester und mit ihr verstehe ich mich deutlich besser. Diese Veränderung hat sich sehr positiv auf das Zusammenleben ausgewirkt. Die Atmosphäre im Haus ist harmonischer geworden, und ich fühle mich insgesamt wohler. Es ist schön, jemanden in meinem Alter zu haben, mit dem ich mich gut verstehe und mit dem ich meinen Alltag teilen kann.
Auch mit meinem älteren Gastbruder verstehe ich mich inzwischen noch besser als zuvor. Zwar war unser Verhältnis schon immer gut, doch mittlerweile ist es noch vertrauter geworden. Wir haben kleine gemeinsame Gewohnheiten entwickelt, die sich fast schon wie typische Familienrituale anfühlen.
Zum Beispiel mögen wir beide sehr gerne Cinnamon Buns. Wenn ich unterwegs war und er gerade vom Sport zurückkommt und wir abends noch nichts gegessen haben, kommt es manchmal vor, dass wir gemeinsam in der Küche sitzen und zusammen Cinnamon Buns essen. Diese Momente sind zwar unspektakulär, aber gleichzeitig sehr besonders, weil sie sich so vertraut und familiär anfühlen.
Auch außerhalb des Hauses unternehmen wir als Familie mehr zusammen. In letzter Zeit waren wir öfter wandern, was mir sehr gut gefällt, da man dabei die Umgebung besser kennenlernt. Wir waren schon zweimal auf Tierfarmen beziehungsweise in einem Park, in dem verletzte Wildtiere gepflegt und wieder aufgepäppelt werden. Solche Ausflüge sind für mich besonders interessant, weil sie mir nicht nur die Natur näherbringen, sondern auch schöne Freizeitaktivitäten hier zeigen.
Auch in der High School gab es Veränderungen
In der Schule hat sich mit dem Beginn des zweiten Semesters ebenfalls einiges verändert. Ich habe neue Fächer gewählt und teilweise auch meinen Stundenplan noch einmal angepasst.
Besonders spannend finde ich meinen Sportkurs
In diesem Kurs gehen wir unter anderem schwimmen. Dafür besuchen wir ein kleines Schwimmbad in unserer Stadt, das wir im Rahmen des Unterrichts kostenlos nutzen können. Der Unterricht dauert insgesamt etwa 90 Minuten, wobei ein Teil davon aus Rettungsschwimmertraining besteht. Die restliche Zeit dürfen wir das Schwimmbad weitgehend frei nutzen.
Elina hat das Erstellen von Schmuckstücken gelernt
Ein weiteres Fach, das ich belege, ist „Metal Shop“, beziehungsweise „Jewellery“. In diesem Kurs arbeitet man hauptsächlich mit Metall und stellt verschiedene Schmuckstücke her. Besonders häufig fertigen wir Ringe an, wobei wir unterschiedliche Techniken kennenlernen. Bei einer Methode haben wir mit einer Art Vorlage gearbeitet, in die man Formen eingravieren konnte, die anschließend mit Metall ausgegossen und bearbeitet wurden.
Eine andere Methode besteht darin, mit Wachs zu arbeiten: Dabei formt man zunächst einen Ring aus Wachs, passt ihn an die eigene Größe an und bearbeitet ihn weiter. Anschließend wird die Form in eine Art Sandform gedrückt, sodass später Metall hineingegossen werden kann. Neben Ringen kann man in diesem Kurs auch andere Schmuckstücke wie Anhänger oder Armbänder herstellen. Ein besonderes Projekt war für mich, gemeinsam mit einer Freundin eine Metallrose zu gestalten, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Viele Grüße aus Qualicum Beach / Vancouver Island
Bis bald Eure Elina

