Schüleraustausch Kanada: In der High School und im Alltag ist das Leben in Kanada viel entspannter

Jana verbringt ihr Auslandsjahr mit dem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Kanada – sie vergleicht Kanada mit zuhause: Die High School, der Winter und der Alltag

AUF IN DIE WELT Schüleraustausch in Kanada im Schnee

AUF IN DIE WELT Schüleraustausch in Kanada im Schnee

Jana aus Rheinland-Pfalz verbringt das Auslandsjahr mit einem Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz Ontario. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Kanada

Schüleraustausch in Kannada: Unterschiede zwischen High School und der Schule in Deutschland

Seit meinem letzten Bericht sind mir außerdem noch ein paar Unterschiede in der Schule aufgefallen.

Die High School in Kanada ist einfacher als in Deutschland

Die Schule hier ist sehr viel einfacher als die Schule in Deutschland, selbst wenn man die schwerstmögliche Stufe für einen Kurs belegt.

In jedem Test gibt es mindestens einen kleinen multiple-choice-Teil. Manchmal ist besteht fast der ganze Teil eines Tests aus multiple choice und wahr-oder-falsch-Fragen. Außerdem kann man hier während Tests sehr viele Fragen stellen und die Lehrer helfen einem zum Teil sogar mit Tipps während des Tests und geben einem die ganze Unterrichtsstunde Zeit, um den Test zu schreiben (so viel Zeit braucht man aber eigentlich nicht).

Generell hat man in Kanada nur wenige Tests (meist nur am Ende einer Unit), dafür aber mehr Dinge, die man einreichen muss. Man reicht zum Beispiel oft einfach Arbeitsblätter oder Aufgaben ein, die man während dem Unterricht gemacht hat. Dabei sind die Lehrer aber auch nicht wirklich streng, wenn man mal etwas zu spät einreicht.

Des Weiteren gibt es in kanadischen Schulen normalerweise keine mündlichen Noten.

Ein weiterer Unterschied ist, dass man hier online Kurse belegen kann, wenn der Kurs, den man belegen möchte, an der eigenen Schule nicht angeboten wird. Das ist hier schon seit Jahren normal.

Die High School in Kanada ist lockerer als in Deutschland

So wird hier zum Beispiel am letzten Tag vor den Ferien oder an den letzten Tagen vor dem neuen Semester nicht mehr viel gemacht, sondern Kahoot gespielt oder ein Film geschaut, da nur ca. zehn Leute anwesend sind.

Auch ist es hier normal für einen Tag oder manchmal sogar eine oder mehr Woche(n) von der Schule beurlaubt zu werden und dann den Tag mit Ski fahren oder shoppen in einer anderen (weiter entfernten) Stadt zu verbringen oder während einer Schulwoche in den Urlaub zu fahren.

Anfang Februar fängt hier ein neues Semester an und dieses Semester wird die Schule im Semestersystem sein und nicht wie vorher (wegen Corona) im Viertelsemestersystem. Das heißt ich werde nun vier Fächer zur gleichen Zeit (für ein halbes Jahr) haben anstatt nur zwei (für neun Wochen).

Der Winter ist in Kanada ist viel ausgeprägter als in Deutschland

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Deutschland und Kanada ist natürlich der Winter. Hier gibt es sehr viel mehr Schnee und es ist sehr viel kälter. So wird es hier manchmal bis zu -40°C kalt. Durch die Kälte frieren hier sogar einige Flüsse so weit zu, dass man auf ihnen laufen kann. In Ottawa kann man sogar auf dem Kanal Schlittschuhlaufen. Außerdem ist es hier normal auf einem Weiher Schlittschuh zu laufen anstatt in einer Eishalle, da das Wasser der Weiher aufgrund der Kälte gefroren genug ist.

Ende November/Anfang Dezember hat es angefangen immer mal wieder zu schneien, weshalb hier seit Mitte Dezember durchgängig Schnee liegt. Mitte Januar hatten wir einen Schneesturm und bekamen deshalb innerhalb einer Nacht 50 cm Neuschnee. Meine Gasteltern sagen, das ist nicht normal und passiert ungefähr alle 5 Jahre.

Daraufhin hatten wir zwei „Snowdays“. Das sind Tage, an denen die Schule ausfällt, da im ganzen Schuldistrikt keine Busse fahren, weil dies aufgrund des Zustands der Straßen zu gefährlich wäre. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir dieses Schuljahr insgesamt schon drei snowdays.

Unterschiede zwischen Kanada und Deutschland im Alltag

Außerdem sind mir noch ein paar weitere kleine Unterschiede aufgefallen.

In Kanada fallen Strom und Wasserversorgung im Winter auf dem Land gelegentlich aus

Etwas Anderes was man vielleicht wissen sollte, wenn man ein Auslandsjahr in Kanada macht ist, dass es passieren kann, dass man bei schlechtem Wetter (zum Beispiel ein starker Sturm) keinen Strom und kein Wasser hat, wenn man außerhalb einer Stadt wohnt. Das ist hier jetzt zwei oder dreimal passiert, hält aber eigentlich nur für ein paar Stunden an.

In Kanada werden die Wohnhäuser auf dem Land oft nicht abgeschlossen

So hat zum Beispiel so gut wie jedes Haus einen ausgebauten Keller und wenn man außerhalb einer Stadt wohnt schließen die meisten Kanadier ihre Haustür nicht ab. Im Haus meiner Gastfamilie gibt es beispielsweise eine Tür, die immer offen ist und durch die man in das Haus gelangen kann.

In Kanada tragen die Jugendlichen im ganzen Jahr Sneaker

Des Weiteren ist es typisch für kanadische Jugendliche so gut wie immer Sneakers zu tragen. Sogar wenn draußen 50 cm Schnee liegt und die Temperatur bei minus 20°C ist.

Ahornsirup ist in Kanada allgegenwärtig

Außerdem gibt es in der Region in der ich lebe sehr viele Produkte mit Ahornsirup und in meinem nahen Umfeld gibt es mindestens drei Familien die Ahornsirup und Produkte mit Ahornsirup verkaufen.

Im Schüleraustausch Kanada keine Probleme mit Heimweh

Starkes Heimweh hatte ich bisher glücklicherweise noch nicht. Ich hatte nur Momente in denen ich bestimmte Dinge oder Freunde oder Familie vermisst habe. In solchen Momenten kann ich nur empfehlen sich irgendwie abzulenken.

Eure Jana