Schüleraustausch Kanada: Rieke erlebt Weihnachten und den Jahreswechsel anders als zuhause

Rieke verbringt ihr Auslandsjahr mit dem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Kanada – ihre Erfahrungen mit Weihnachten, Silvester und Heimweh

AUF IN DIE WELT Schüleraustausch Kanada

Rieke aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz British Columbia. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Kanada

Die Weihnachtszeit im Schüleraustausch in Kanada

Eines Tages stand meine Gastmutter mit einem Paket in der Hand vor mir und meinte, das sei für mich. Ich war überrascht, als ich dann gesehen habe, dass das Paket von meiner Familie aus Deutschland war. Sie haben mir ein Überraschungspaket gesendet, in dem ein Adventskalender war.

Meine Vorweihnachtszeit war verbunden mit sehr viel Heimweh, aber auch mit vielen schönen Momenten. Hier wurde die Vorweihnachtszeit nicht richtig gefeiert. Während wir zu Hause jeden Sonntag Advent feiern, Adventskalender öffnen und ganz viele Kekse backen, habe ich hier zum Beispiel nur einmal Kekse gebacken.

Ich hätte im Sommer nicht gedacht, dass die Zeit vor Weihnachten mich so mitnimmt. Jedoch gab es auch viele schöne Momente. Ganz am Anfang bin ich mit vielen Freunden und weiteren Austauschschüler/innen nach Whistler gefahren, um dort 2 Tage Ski oder Snowboard zu fahren. Das war eine richtig schöne Zeit, obwohl wir minus 17 Grad hatten und alle danach krank waren.

Ein anderes schönes Erlebnis war das Lebkuchenhausgestalten in meiner Schule. In kleinen Gruppen haben wir zusammen ein Haus gestaltet und am Ende wurden 5 Häuser für fünf verschiedene Kriterien belohnt. Unser Haus hat leider nicht gewonnen.

Der letzte Schultag war ganz entspannt. Wir haben zusammen gefrühstückt und verschiedene Stationen gemacht, wie z.B. Musik-Bingo, wo verschiedene Lieder erraten werden mussten. Dann gab es noch das Türen-Voting. Dabei wurde die bestgestaltete Tür ausgezeichnet. In den Wochen zuvor hatten alle Klassen ihre Tür zu einem bestimmten Thema gestaltet.

Am 10. Dezember kam die Cousine mit ihrer 9-jährigen Tochter aus Rumänien zu Besuch, mit denen wir auch Weihnachten gefeiert haben. Eine Woche vor Weihnachten haben wir unseren ersten richtigen Schnee in diesem Jahrbekommen. Es lagen ca. 5 cm Schnee und meine Gastgeschwister, die Tochter und ich haben die Chance genutzt und sind Schlittenfahren gegangen.

Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin und aus dem Fenster geguckt habe, habe ich erst einmal meine Eltern angerufen. Draußen langen 50cm Schnee! Ohne zu frühstücken sind wir rausgegangen und haben im Schnee gespielt. Wir sind Snowboard gefahren, haben eine Schneeballschlacht gemacht und sind spazieren gegangen. So viel Schnee gibt es hier sehr selten. Das hat man auch in den nächsten Tagen gemerkt, da keine Busse mehr gefahren sind und sich die Autos ständig festgefahren haben.

Die Weihnachtsfeier im Schüleraustausch in Kanada

Zu Weihnachten wurde es dann leider wieder warm und der ganze Schnee ist geschmolzen. Weihnachten wird in ganz Kanada am 25. Dezember gefeiert. Am 24. habe ich morgens mit meiner Familie telefoniert und ein bisschen den Heiligen Abend mit ihnen gefeiert. Am Nachmittag bin ich mit meiner Gastfamilie zu zwei fremden Familien gefahren und wir haben dort jeweils zwei rumänische Lieder vorgetragen. An dem Tag ging es mir jedoch auch schlecht, weil ich doch meine Familie zu Hause mehr vermisst habe, als ich anfangs gedacht hätte.

Am 25. Dezember haben wir morgens mit Schlafanzügen die Geschenke ausgepackt

Alle waren mit ihren Geschenken sehr zufrieden und wollten direkt alles ausprobieren. Nachdem jeder so ein bisschen ausprobiert hat, haben wir alle zusammen ein Kartenspiel gespielt, was meine Familie aus Deutschland geschickt hatte.

Am Abend gab es dann Dinner mit Truthahn, Cranberry Sauce, Rotkohl, Kartoffeln und Soße. Zum Nachtisch gab es verschiedene Kuchensorten, Dessert und Eis. Nach dem Essen habe ich mit einer Freundin telefoniert, die im Moment in Ottawa ihr Auslandsjahr macht. Wir haben beide gemerkt, dass uns die Weihnachtszeit sehr schwergefallen ist und wir starkes Heimweh hatten. Das Heimweh war aber auch fast wieder komplett weg, nachdem Weihnachten vorbei war.

Neujahr im Schüleraustausch in Kanada: Ausflug in die USA

Über Neujahr hatte meine Gastfamilie dann spontan die Idee nach Seattle zu fahren. Wir haben also alle unsere Sachen gepackt und sind am 29. Dezember nach Vancouver gefahren. In Vancouver sind wir in ein Tropenhaus gegangen, indem viele exotische Vögel leben.  Am Abend sind wir noch zur „Capilano Bridge „gefahren, um uns die Weihnachtsbeleuchtung anzugucken, die jedes Jahr zur Weihnachtszeit angemacht wird. Anschließend sind wir ins Hotel gefahren, um von dort am nächsten Tag in die USA weiterzufahren.

Ich hatte vorher ein ESTA beantragt und wir mussten dann an der Grenze nur kurz raus, um uns den Stempel der USA zu holen. In Seattle haben wir verschiedene Attraktionen angesehen, wie zum Beispiel Space Needle, um Seattle von oben zu sehen. Seattle ist architektonisch schön, jedoch gibt es auch viele Obdachlose und viel Dreck. An Silvester gab es ein wunderschönes Feuerwerk vor dem Space Needle. An Neujahr sind wir erst nachts wieder zu Hause angekommen und am nächsten Tag ging es direkt wieder in die Schule.

Am 5. Januar bin ich mit meiner Gastfamilie zum „Butchart Garden“ nach Victoria gefahren. Das ist ein großer Garten, der zur Weihnachtszeit und noch bis in den Januar hinein mit vielen Lichtern beleuchtet wird und besonders im Dunkeln schön anzugucken ist.

Eure Rieke