Die Möglichkeiten, Kanada zu entdecken, sind vielfältig. Zum ersten Kennenlernen, bevor man sich für ein halbes oder ganzes Schuljahr nach Kanada startet, kann man zum Beispiel eine Sprachreise oder ein Sommercamp machen - oder eine Schülerreise im Rahmen der eigenen Schule, wie das Barnim-Gymnasium in Berlin.
Im Herbst 2013 hat eine Schülergruppe des Barnim-Gymnasiums eine Rundreise durch Kanada unternommen, alles unter dem Motto "Inspiration Canada". In einer kleinen Serie stellen wir hier die Berichte der Lehrerin, Jenifer Himmelbauer, und mehrerer Schüler(innen) vor. Hier kommt der abschließende Bericht über ihre Erlebnisse im Großraum Montréal (Linh Le und Karoline Weissker, 13. Klasse):
Ist man Ende September/ Anfang Oktober im Osten Kanadas, so hat man einerseits das Vergnügen, die letzten einigermaßen warmen Tage des Jahres zu genießen, andererseits jedoch auch die Chance, einen Blick auf das Spektakel des berühmten Indian Summers zu werfen. Eine einzige eiskalte Nacht nur genügt, um das Feuerwerk der Farben zu entfachen. In den unterschiedlichsten Schattierungen von Rot, Orange und Gelb erstrahlen die Blätter dann an den Bäumen, bis sie im späten Oktober schließlich von den Bäumen fallen und Platz machen für den Schnee, der die kahlen Äste für die nächsten Monate bedecken wird.
Mit den ersten Oktoberwochen hatten wir somit einen guten Zeitpunkt für unsere Kanada-Reise gewählt; es war nicht allzu kalt und die Sonne schien regelmäßig. Insgesamt regnete es nur an drei Tagen unseres Trips.
In Montréal besuchten wir das Goethe-Institut. Wir wurden wir sehr offen und freundlich empfangen. Dies spiegelt die kanadische Mentalität wieder, von der ich schon in den vorherigen Tagen sehr beeindruckt war. Im Goethe-Institut gibt es Klassenräume für die deutschen Sprachkurse und eine große Bibliothek, die deutsche Literatur auf Deutsch, Englisch und Französisch zur Verfügung stellt.
Ein weiterer Höhepunkt der Kanada-Reise war die Fahrt zum Mont-Tremblant. Leider regnete es gerade am Tag der Indian-Summer-Tour, weswegen wir alle dem "Wander-Programm", nicht allzu glücklich entgegen blickten. Nichtsdestotrotz stiegen wir ein in den original gelben kanadischen Schulbus, um nach Mont-Tremblant zu fahren, eine Stadt und ein bekanntes Skigebiet, etwa 130 km nordwestlich von Montreal entfernt. Abgesehen von dem kleinen, sehr touristischen Städtchen ist Mont-Tremblant aber auch ein beliebtes Erholungs- und Wandergebiet.
Mittels einer Gondel kann man auf einen Berg in Höhe von ca. 875m fahren, auf welchem es unzählige Aussichtsplattformen gibt. Ein idealer Platz die Pracht des Indian Summers zu genießen, vorausgesetzt man hat einigermaßen gute Witterungsbedingungen. Aber auch wir sollten dann schließlich noch Glück haben, denn kaum stiegen wir nach guten 90 Minuten Fahrzeit aus dem Bus aus, verzog sich der dicke Nebel und die Sonne kam zum Vorschein.
So fuhren wir also in der Gondel hoch, wanderten zur Aussichtsplattform und genossen den Ausblick. Nach etwas Freizeit und einem gemeinschaftlichen Picknick hatten wir dann die Auswahl zwischen hinunter wandern oder fahren. Wenn ich mich recht erinnere, waren unsere Lehrer die einzigen, die diese alternative Option des Wanderns in Erwägung zogen...
Obwohl der Indian Summer in seinem Verlauf bereits recht fortgeschritten war, empfand ich den Tagesausflug dennoch als überaus lohnenswert und schön. Sehr aufregend war jener Tag jedoch auch, weil es der Montag war, nachdem wir uns alle nach einem ganzen Wochenende allein in den Familien unserer Austauschpartner wiedergesehen hatten. Natürlich wollten wir alle uns schnellstmöglich über alles austauschen, unsere Erlebnisse vergleichen und Eindrücke teilen.
Das war sehr interessant, schließlich hatten alle, ganz abhängig von ihren Partnern, sehr viel Unterschiedliches erlebt. So war ich zum Beispiel in einer WG mit drei 18-Jährigen untergebracht, da sich das Elternhaus meiner Austauschpartnerin eine Stunde weit weg von Montreal befindet und sie allein in die Stadt gezogen ist. Obwohl ich zuerst so einige Befürchtungen vor den WG-Klischees, den Mitbewohnern und generell der Situation, so weit weg von Zuhause so sehr auf mich allein gestellt zu sein, hatte, bin ich nun, zurück in Berlin, umso glücklicher, einmal diese Chance bekommen zu haben.
Da ich nur mit jungen Leuten zu tun hatte, haben wir immer sehr viel unternommen. So waren wir einmal bei einem echten American Football Spiel, einmal in dem wohl größten Autobahn-Shoppingcenter, das ich jemals gesehen habe (man muss mit dem Auto von Laden zu Laden fahren und wir haben uns sogar verfahren) und einmal sind wir bei Nacht auf die Aussichtsplattform des Mont Royal gewandert um einen hinreißenden Ausblick über ganz Montreal genießen zu können.
Ich empfinde jene zwei Wochen Kanada, aber ganz besonders die zweite Woche in Montréal als eine äußerst wertvolle Erfahrung, da ich noch nie zuvor so weit weg von Zuhause war, mein Englisch überaus gut trainieren konnte (zum Glück hat auch jeder im frankophonen Montreal Englisch mit mir gesprochen!) und einen Einblick in eine völlig andere Kultur und Lebensweise gewonnen habe.
Die anderen Berichte der Berliner Reisegruppe:
- Jennifer Himmelbauer: Inspiration Canada
- Jordan Heyer: Traumziel Niagara-Fälle
- Lena Stallmann: Das erste Wochenende in der Gastfamilie



