Schüleraustausch für die Völkerverständigung
Die Stiftung Völkerverständigung hat den Schüleraustausch-Preis 2018 an die Gesamtschule Köln-Holweide vergeben. Die Schule erhält den Preisgeld für den Schüleraustausch mit einer Schule in Burkina Faso.
Der Preisträger des Schüleraustausch-Preises 2018 in Köln
Der Schüleraustausch der Gesamtschule Köln-Holweide ist aus den Aktivitäten des Schulweltladens entstanden. In der Schule gibt es weitere Austausch-Projekte mit Betlehem, Istanbul, Michigan, Neu Dehli und Prag. Die Gesamtschule Köln-Holweide ist eine der größten Gesamtschulen Im September 2018 war eine Schülergruppe aus Burkina Faso für zwei Wochen in Köln.
Im Rahmen der Preisverleihung am 16.11.2018 in der Schule erläuterte Dr. Michael Eckstein von der Stiftung darauf hin, dass dieses Projekt aus mehreren Gründen vorne lag: Es handelt sich um einen neuen Austausch, der von einem Team ehrenamtlich vorbereitet und durchgeführt wurde. Damit wurde eine Brücke nach Afrika gebaut, die für die Verständigung wichtig ist.
Die Stiftung Völkerverständigung fördert den Schüleraustausch
Die gemeinnützige Stiftung Völkerverständigung fördert den Schüleraustausch in vielfältiger Weise. Dazu gehört das Schüleraustausch-Portal im Internet. Im Zusammenhang mit ihren bundesweiten AUF IN DIE WELT Messen – den deutschen Schüleraustausch-Messen – vergibt die Stiftung regelmäßig den Schüleraustausch-Preis. Die Messen finden regelmäßig in Köln statt.
Informationen zum Schüleraustausch: die AUF IN DIE WELT-Messen
Die nächste AUF IN DIE WELT-Messe wird am 12.01.2019 von 10 bis 16 Uhr im Historisches Rathaus, Rathausplatz, 50667 Köln geöffnet sein. Der Eintritt ist frei.
Bericht über den Schüleraustausch 2018 in der Gesamtschule Köln-Holweide
Projektleiter Alexander Bürgerhoff hat die wesentlichen Punkte des Projektes in einem detaillierten Bericht zusammgefasst, den wir hier in Auszügen widergeben.
Wie das Schüleraustausch-Projekt zustande kam
Vor 6 Jahren haben wir an der Gesamtschule Holweide eine Schülerfirma gegründet, die sich mit der Verbreitung der Ideen des fairen Handels beschäftigt und einen Fairtrade-Laden betreibt. Aus dem Gewinn des Ladens unterstützt die Schülergenossenschaft seit 4 Jahren 4 Schülerinnen aus Burkina Faso, damit sie dort ihr Abitur machen können, mit 100 Euro pro Jahr und Person. In diesem Zusammenhang ergab sich Korrespondenz mit den Schülerinnen und den Erwachsenen des Dorfes Laongo und es entstand die Idee, sich zu besuchen und persönlich kennen zu lernen.
So vereinbarten wir vertraglich eine Schulpartnerschaft zwischen der Schule in Laongo, 30 km nördlich der Hauptstadt Ouagadougou und der Gesamtschule Köln Holweide über die Direktoren der beiden Schulen.
Es gibt bereits mehrere Schulpartnerschaften an unserer Schule, der Kontinent Afrika war bisher nicht dabei. Von der Idee bis zur Ausführung lag ein sehr langer Weg: Wir haben eine Gruppe von Betreuern gefunden: 4 Lehrerinnen und 1 Schulsozialarbeiter. 1 Lehrerin und der Sozialarbeiter arbeiten von Anfang an im Schulweltladen mit, die anderen sind aus Interesse an der Schulpartnerschaft dazu gekommen. Die 4 deutschen Schülerinnen, die von Anfang an mitmachen wollten, sind in der 10. Klasse und alle seit Jahren Mitglieder der Schülergenossenschaft.
Die Ziele des Schüleraustausches
Unser Ziel war, Vorurteile abzubauen über ein Land, das wir nicht kennen und durch Erfahrungen zu ersetzen mit den Menschen dieses Landes. Wir wollten es möglich machen, dass sich Menschen aus einem armen und einem reichen Land persönlich kennen lernen als Gäste und Gastgeber.
Die Finanzierung des Schüleraustausches 2018
Da unser Partner aus Burkina Faso kein Geld aufbringen konnte, mussten wir alles von hier aus finanzieren, und zwar vom Reisepass über Flüge bis zum Programm hier. Wir haben viele Stiftungen und Institutionen angeschrieben – geholfen haben dann u.a. der Förderverein der Gesamtschule, die Stiftung Völkerverständigung,weitere Stiftungen, private Spenden und Eigenmittel aus z.B. Filmvorführungen an der Schule.
Für unseren Gegenbesuch wären Ziele, nicht nur die Armut, sondern auch die Schönheit dieses Landes und die Freundlichkeit seiner Bewohner kennen zu lernen; wie lebt man, wenn es immer warm oder heiß ist; wie lebt man in einer Großfamilie und in einem Dorf; wie ist das für uns wenn nur wir weiß und alle anderen schwarz sind; gibt es da auch Rassismus; viele andere Dinge wollen wir erfahren und uns somit ein realistischeres Bild von Burkina Faso machen.
Das Programm des Schüleraustausches Burkina Faso 2018
Die Schülerinnen aus Burkina Faso nahmen fast täglich 1-2 Stunden am Unterricht ihrer Gastgeberinnen teil. Daneben trafen sich die Mädchen regelmäßig zu Theatertreffen. Das Theaterspielen sollte den Schülerinnen aus beiden Ländern die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen und Wünsche kreativ zum Ausdruck zu bringen und sich gegenseitig (ohne Sprache) mitzuteilen. Zur Aufführung in der letzten Besuchswoche luden die Schülerinnen – trotz anfänglicher Scheu – viele Mitschüler/innen und Kolleg/innen ein. Die Vorstellung war für alle ein großer Erfolg.
Neben Unterricht und Theater fand ein vielfältiges Programm statt, das wir auch mit Hilfe der Wünsche unserer Gäste zusammengestellt hatten.

Das Leben der Gäste in den Gastfamilien
In ihren Gastfamilien hatten die Schülerinnen Gelegenheit, am Alltag der Familien teilzunehmen, Spiele zu spielen, Musik auszutauschen etc. Die große Gastfreundschaft unserer Gastgeberfamilien und das Kommunikationstalent und Einfühlungsvermögen unserer Schülerinnen haben dabei wesentlich zum Erfolg des Besuchs beigetragen.
Wirkung und Ideen zur Fortsetzung des Schüleraustausches mit Burkina Faso
Schon die gemeinsame Evaluation am letzten Tag des Besuchs hat gezeigt, dass die Burkinabés, aber auch unsere Schülerinnen, den Besuch insgesamt als sehr positiv erlebt haben. Das Theater, das Meer, gemeinsames Kegeln und vieles mehr wurden bei den großen Pluspunkten genannt. Der Besuch war aus pädagogischer Perspektive ein Gewinn, unsere Erwartungen wurden übertroffen. Sowohl die Schülerinnen als auch die Pädagog/innen haben sehr schöne menschliche Erfahrungen mit unseren Gästen gemacht.
Die Wirkung auf die unmittelbar Beteiligten war fast durchgehend positiv; es herrscht eine große Motivation auf beiden Seiten, den Schüler*innenaustausch fortzusetzen und auszuweiten.


