Schüleraustausch USA: Lasse darf auf Wrestling-Wettbewerben in Utah filmen

Lasse hat sich in der High School in die Bereiche Videobearbeitung und VideoCreating eigearbeitet

Auf in die Welt: Sonnenuntergang in den Eagle Mountains in Utah

Lasse aus Nordrhein-Westfalen verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung in den USA. Er lebt bei einer Gastfamilie im US-Bundesstaat Utah. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu seinem Auslandsjahr in den USA kann man im Schüleraustausch USA Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach USA gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch USA, den Leitfaden im Ratgeber E-Book USA und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.

In meinem dritten Bericht möchte ich erneut von meinem Alltag und den Erlebnissen der letzten drei Monate erzählen

Diese Zeit war voller neuer Erfahrungen, kleiner Abenteuer, sportlicher Highlights und persönlicher Entwicklungen. Besonders stolz bin ich darauf, wie sehr ich mich im Bereich Videobearbeitung und VideoCreating verbessert habe. Diese Fortschritte haben mir nämlich eine ganz besondere Gelegenheit ermöglicht: 

Lasse filmt auf der Wrestling State Championship in Utah

Im Januar durfte ich die Wrestling State Championship an der University of Utah filmen. Allein diese Möglichkeit hat mich unglaublich gefreut, denn sie war für mich ein Zeichen, dass meine Arbeit gesehen und geschätzt wird. Gleichzeitig war es ein Moment, der mir gezeigt hat, wie weit ich mich in diesem Bereich bereits entwickelt habe. 

Die Veranstaltung selbst war riesig. Schon als ich die große Sporthalle betrat, spürte ich die besondere Atmosphäre. Überall waren Teams, Trainer, Familien, Fans und natürlich die Athleten selbst. Es war laut, hektisch und voller Energie. Für mich war es das erste Mal, ein so großes Event zu filmen, und ich war entsprechend aufgeregt.

Normalerweise fahre ich mit dem Teambus zu solchen Veranstaltungen, doch dieses Mal lief es etwas anders. Mir wurde aus Versehen die falsche Abfahrtszeit gesagt, und so wurde ich an der Schule zurückgelassen. Das war im ersten Moment natürlich ärgerlich, aber zum Glück sprang meine Gastfamilie ein. Sie waren unglaublich freundlich und fuhren mich kurzerhand zur Universität.

Auf der Fahrt erzählte mir mein Gastvater, dass seine Tochter früher selbst Wrestling gemacht hat. Er berichtete von den vielen Turnieren, die er besucht hatte, und davon, wie nervig es manchmal war, dass ihre Schule ständig auf unterschiedlichen Matten kämpfen musste. Dadurch musste man immer wieder den Platz wechseln, um nichts zu verpassen. Ich fand es spannend, diese Perspektive zu hören, denn sie zeigte mir, wie viel Aufwand und Organisation hinter diesem Sport steckt – nicht nur für die Athleten, sondern auch für deren Familien.

Ich selbst hatte dieses Problem zum Glück nicht. Dank meines Mediapasses durfte ich direkt neben den Matten sitzen und filmen. Das war ein riesiger Vorteil, denn so konnte ich die Kämpfe aus nächster Nähe beobachten und wirklich gute Aufnahmen machen. Gleichzeitig bekam ich einen Einblick in die Welt der professionellen Videografen. Dabei fiel mir auf, dass manche von ihnen ziemlich unfreundlich sein können – nicht unbedingt zu mir oder untereinander, aber gegenüber anderen Menschen. Das hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, trotz Erfahrung und Können nicht überheblich zu werden. Es gibt immer jemanden, der mehr Rechte, mehr Macht oder mehr Erfahrung hat. Und am Ende kommt man mit Freundlichkeit und Respekt weiter. 

Unser Team hat zwar nicht die gesamte State Championship gewonnen, aber ein Mädchen von unserer Schule wurde State Champion in ihrer Gewichtsklasse. Das war ein großer Moment und die Freude darüber war riesig. Auf dem Rückweg wurde ich netterweise diesmal im Teambus mitgenommen. Nach einem kurzen Stopp bei „InNOut“ kamen wir schließlich um 1 Uhr morgens wieder an der Schule an. Ich war müde, aber glücklich – und stolz auf das, was ich an diesem Tag geschafft hatte. 

Meine zweite State Championship war etwas entspannter, aber leider kürzer

Ich hätte mir gewünscht, dass die Teilnahme am Wettbewerb länger gewesen wäre, da ich dieses Team von unserer Schule schon bereits zu mehreren Basketballspielen begleitet habe. Jedoch ist das Team schon im Viertelfinale ausgeschieden. 

Dieses Mal wurde ich nicht an der Schule vergessen und ich konnte mit dem Team, sowie einem anderen Schüler, der als Fotograf dabei war, zum Girls-Basketball Viertelfinale fahren. Die Fahrt fing mit einer lustigen Begebenheit an. Ich bekam überraschenderweise vom Coach einen Cheeseburger geschenkt. Auf meine Frage, womit ich den verdient hätte, meinte er, dass er fünf zu viele bekommen habe. Das hat uns alle zum Lachen gebracht und die Stimmung im Bus etwas aufgelockert. 

Als wir am Gebäude ankamen und durch einen der Spielertunnel auf das Spielfeld liefen, war ich von der Größe der Zuschauerränge beeindruckt. Die Halle war riesig, und man merkte sofort, dass es sich um ein wichtiges Spiel handelte. Wir waren früh genug da, um uns noch ein anderes Spiel anzusehen, bevor ich mit dem Filmen begann. Kurz bevor unser Team startete, kamen auch unser Cheerleader Team, das Drillteam und sogar auch das bereits ausgeschiedene Jungs-Basketballteam zum Anfeuern dazu. Die Stimmung war großartig und man spürte, wie viel Unterstützung hinter dem Team stand. 

Das Spiel selbst war unglaublich spannend. Eigentlich ging jeder davon aus, dass wir gewinnen würden. Anfangs sah es auch so aus, denn wir führten bis ins letzte Viertel teilweise mit über fünfzehn Punkten. Doch laut Coach wurde das Team dann zu überheblich. Am Ende verloren wir mit drei Punkten Unterschied. Die Enttäuschung war riesig und die Stimmung sank sofort. 

Der Plan, sich noch ein oder zwei weitere Spiele anzuschauen, fiel ins Wasser. Durch das frühe Verlassen der Halle, habe ich dann auch noch mein Audioaufnahmegerät vergessen. Zum Glück hat eine andere Austauschschülerin es für mich mitgenommen. Ich war ihr unglaublich dankbar.

Damit war diese Basketballsportsaison allerdings auch schon für mich vorbei und ich musste meinen Fokus auf andere Sportarten legen.

Bis bald Euer Lasse