Lasse aus Nordrhein-Westfalen verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung in den USA. Er lebt bei einer Gastfamilie im US-Bundesstaat Utah. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu seinem Auslandsjahr in den USA kann man im Schüleraustausch USA Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach USA gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch USA, den Leitfaden im Ratgeber E-Book USA und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.
Das Leben in der Gastfamilie
Ich möchte euch an dieser Stelle etwas Wichtiges mitgeben: Wenn ihr in eine Gastfamilie kommt, dann lebt ihr nicht in einer künstlichen Umgebung – ihr werdet Teil einer echten Familie. Und das bedeutet, dass ihr den ganz normalen Alltag miterlebt, mit all seinen kleinen und großen Ereignissen.
So war es auch bei mir: Mein Gastbruder Lucas und ich haben gleich mit angepackt, als noch Umzugskisten vom kürzlichen Einzug herumstanden. Wir haben nicht nur Kisten weggeräumt, sondern auch beim Einrichten geholfen und das Audiosystem für den Fernseher gemeinsam aufgebaut. Und wie das Leben so spielt, stand der nächste Umzug schon an – diesmal für meine Gastschwester, die in ihre eigene Wohnung gezogen ist. Natürlich waren wir auch da tatkräftig dabei.
Und genau das ist der Punkt: Wenn ihr für ein halbes oder ganzes Jahr in einer Gastfamilie lebt, dann seid ihr – wenn alles gut läuft – wirklich ein Teil dieser Familie. Man hilft sich gegenseitig, erlebt schöne Momente zusammen und feiert Feste wie eine richtige Familie.
Lasse genießt es, Feiertage in der Gastfamilie mitzuerleben
Eines der schönsten Dinge an meinem bisherigen Aufenthalt war, dass ich nicht nur den Alltag mit meiner zweiten Familie erleben durfte, sondern auch ihre Traditionen. Sie haben uns zu ihrem großen Thanksgiving eingeladen, uns allen vorgestellt und meinen Gastbruder und mir gezeigt, wie sie es feiern. Und auchwir durften unsere eigenen Traditionen mit ihnen teilen! Gemeinsam sind wir zu einem deutschen Weihnachtsmarkt gefahren, und ich habe ihnen beigebracht, wie man Bratkartoffeln macht – ein Stück Heimat mitten in den USA.
Lasse hat in den USA neue Freunde gefunden
Doch nicht nur meine Gastfamilie ist mir ans Herz gewachsen – ich habe auch neue Freundschaften geschlossen. Ein absolutes Highlight war ein 12-Stunden-Livestream, den wir von der Schule aus organisiert haben, um Spenden für bedürftige Familien in der Kirchengemeinde zu sammeln. Dafür bekamen wir ab 11 Uhr schulfrei und starteten um 12 Uhr den Stream.
Es war unfassbar aufregend und nervenaufreibend! Ich war verantwortlich für den Teleprompter, die Mikrofonzuteilung, das Umschalten zwischen den Kameras und den technischen Support für unsere mobile Kamera. Ich hatte noch nie so ein hohes Stresslevel und auch gerannt bin ich nur selten so viel! Aber trotz der Anstrengung war es eine Erfahrung, die ich niemals missen möchte.
Weihnachten war gemütlich
Für Weihnachten hatten wir eigentlich geplant, mit der Großfamilie zu feiern. Doch dann kam die Grippewelle: Erst mein Gastvater, dann mein Gastbruder und schließlich auch ich – nur meine Gastmutter blieb verschont. Sie fuhr allein zum großen Familientreffen, während wir zu Hause blieben, um niemanden anzustecken. Stattdessen verbrachten wir einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher.
Am nächsten Morgen gab es dann unsere Bescherung im kleinen Familienkreis. Mein Geschenk für die Gastfamilie war etwas ganz Besonderes: ein persönlicher Fotokalender. In Deutschland ist das eine Tradition in meiner Familie, und ich wollte diese hierhin mitbringen. Der Kalender, mit unseren Bildern aus der gemeinsamen Zeit hier in den USA, kam super an – sie haben sich riesig gefreut!
Silvesterfeier in der Gastfamilie
An Silvester haben wir den Vater meiner Gastmutter besucht, zusammen Mittag gegessen und Geschenke vorbeigebracht, die noch von Weihnachten übrig waren. Später ging es zur Mutter meiner Gastmutter, wo wir ebenfalls Geschenke überreichten, gemeinsam zu Abend aßen und UNO spielten. Aber Vorsicht: UNO kann Freundschaften und Familien gefährden! Über Politik können wir in meiner Gastfamilie stundenlang diskutieren, ohne dass jemand beleidigt ist – aber bei den UNO-Regeln hört der Spaß auf. Da wurde ernsthaft diskutiert!
Mein Tipp: Spielt solche Spiele nur mit ausgewählten Spielern, denn UNO und Monopoly sind nicht einfach nur Spiele – sie sind eine Herausforderung für jede Familie!
Bis bald Euer Lasse

