Wenn wir über den sogenannten Kulturschock reden, den Austauschschüler meist in den ersten paar Monaten ihres Auslandsaufenthaltes erleben, dann geht es nicht nur um die Sprache, das Essen oder das Klima im anderen Land, sondern ganz besonders auch um die unterschiedlichen Sitten und Gebräuche.
Um Euch darauf ein bisschen vorzubereiten, haben wir hier einige Beispiele zusammengestellt. Populäre Länder haben wir einzeln behandelt, die Länder der Kontinente Asien und Afrika sind zusammengefasst.
USA: Im Restaurant wartet man auf eine Bedienung, die einem einen Tisch zuweist, anstatt sich seinen Tisch selber auszusuchen.
Australien: Taxifahrer sind Wegbegleiter und werden nicht als Dienstleister gesehen. Somit wird auch kein Trinkgeld gegeben. Außerdem ist es üblich sich vorne neben den Taxifahrer zu setzen, anstatt auf die Hintersitze.
Neuseeland: "Bring a plate" und "byo" auf Einladungen heißt, dass man etwas zu Essen mitbringen soll. (Achtung: Neuseeländer mögen es nicht, wenn man Neuseeland zu Australien zählt. Sie sind stolz darauf ein eigenes Land zu haben!)
Kanada: Im Restaurant muss man nicht alles aufessen, sondern kann sich die Reste einpacken lassen (selbst in den teuersten Restaurants).
Großbritannien: Steckdosen, genannt "sockets", müssen vor dem Benutzen erst angeschaltet werden. Achtung: Da die Spannung der Steckdosen häufig höher ist als in Deutschland, kann es zum Ausbrennen Eurer Elektrogeräte kommen. Erkundigt Euch vorher wie viel Spannung Euer Computer vertragen kann, damit hier keine Schwierigkeiten entstehen. Gleiches gilt für die Kamera, den Rasierapparat oder den Mp3-Player.
Frankreich: Die Geste mit der Hand, wenn der Daumen und der Zeigefinger einen Ring formen und die anderen Finger ausgestreckt sind, gilt in Frankreich als Zeigen des Stinkefingers und nicht, wie in Deutschland, als ein Zeichen für "ok" oder "es schmeckt gut".
Irland: "Chips" sind in Irland die in Deutsch genannten "Pommes Frites", also wundert Euch nicht, was Chips auf einer Speisekarte im Restaurant zu suchen haben. Außerdem haben Schafe außerhalb der Autobahnen immer Vorfahrt, auch wenn dies den Autofahrern manchmal ein bisschen auf den Geist geht.
Argentinien: Verspätung bei Verabredungen ist normal und höflich. 30 Minuten ist hier das Minimum!
Brasilien: Fragen sollten hier nicht lediglich mit "Nein" beantwortet werden – das ist unhöflich! Verpackt Eure Verneinungen schön, die Brasilianer verstehen trotzdem was Ihr meint.
Spanien: Das Wort "Cola" bedeutet im Spanischen "Schwanz" – Eine häufige Sprachfalle für durstige Deutsche. Ansonsten werdet Ihr die Sprache aber schnell lernen, denn es wird viel, laut und gestenreich gesprochen. Dazwischenreden oder bohrende Blicke sind ganz normal.
Indien: Begrüßt wird man hier mit dem Wort "Namaste" und einer leichten Verbeugung während der man die Hände mit der Innenseite zu sich zeigend auf Brusthöhe anhebt. Ein Heranwinken, wie wir es in Deutschland gewöhnt sind, wird als unhöflich gesehen. Inder strecken einen Arm hervor und bewegen in langsam nach unten um eine andere Person zu sich zu holen.
Afrikanische Länder: Bei einem Gespräch, ganz besonders mit älteren Leuten, ist es höflich dem Gegenüber nicht ständig in die Augen zu schauen. Das Augensenken gilt als Zeichen des Respekts.
Asiatische Länder: Ganz typisch ist das Ausziehen der Schuhe vor dem Betreten von Privathäusern, Kirchen oder Tempeln. Beim Essen mit Essstäbchen ist es wichtig sie nicht senkrecht im Essen stecken zu lassen. Die abergläubischen Asiaten erinnert dies an die Räucherstäbchen, die man im Tempel zur Erinnerung an Tote anzündet.
Insgesamt gilt, dass Höflichkeit in anderen Ländern eine viel größere Rolle spielt als in Deutschland. Gerade unter Jugendlichen sind Gebräuche wie das Türaufhalten von Männern für Frauen noch stärker verankert als hier.
TIPP: Wenn Ihr mit offenen Ohren und Augen das Entdecken der fremden Kultur startet, dann werdet Ihr sicher keine Probleme haben und auch noch viele weitere landestypische Sitten und Gebräuche kennen lernen!

