Abitur – und was jetzt? Fünf Tipps für den schnellen Weg ins Ausland

Die besten Programme für deine Auszeit nach dem Abitur, um ab Sommer 2016 die Welt kennen zu lernen

Dr. Michael Eckstein ist Gründer der Deutschen Stiftung Völkerverständigung und Autor eines E-Books zum Thema " Nach der Schulzeit die Welt entdecken ". Hier erläutert er die Programme, die du nutzen kannst, um nach dem Abitur eine Auszeit für das Kennenlernen der Welt zu nutzen.

Nach dem Abitur 2016 die Welt entdecken

In den nächsten Wochen erhalten viele Teenager ihr Abiturzeugnis – haben damit die Frage: Was mache ich jetzt?

Eines ist klar: Dies ist im Leben die beste Gelegenheit für eine Auszeit, um die Welt und sich selbst kennen zu lernen – bevor der Standardablauf mit Ausbildung, Beruf und Familie dich zeitlich in ein enges Korsett nimmt. Die Antwort heißt: Mache es wie die Engländer. Dort ist es Tradition, nach der Schulzeit eine Auszeit zu nehmen. Für dieses „Gap Year“ gibt es eine ganze Reihe guter Möglichkeiten, die ich dir hier vorstelle.

So findest du das optimale Programm für dein Gap Year

Du kannst die Welt entdecken durch Verbindung mit ganz verschiedenen Aktivitäten. Dabei kommt es darauf an, was du erreichen willst. Daher habe ich die folgende Übersicht der Angebote danach gegliedert, mit welchen Aktivitäten im Ausland du deinen Auslandsaufenthalt verbinden willst.

Du solltest dich systematisch auf deinen Auslandsaufenthalt vorbereiten. Dazu gehört ein Blick auf deine Ziele, deine Möglichkeiten (zeitlich, finanziell), dein Umfeld und deine Pläne für die Zeit „danach“.

Klingt kompliziert? Das muss nicht sein, wenn man weiß, worauf man achten muss. Die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte findest du am Ende dieses Blog-Beitrags in der Checkliste: „Nach der Schule in die Welt – Die 10 wichtigsten Punkte“

Persönliche Erfahrungsberichte und Tipps zu diesen Punkten findest du auf unseren bundesweiten SchülerAustausch-Messen. Die nächsten Messen finden statt am 28.05.2016 in Hamburg und am 04.06.2016 in Köln und in München. Der Eintritt ist frei.

Fünf Tipps für den schnellen Weg ins Ausland

Tipp 1: Auslandsaufenthalt und Arbeiten im Ausland

Für Bildungsaufenthalte mit dem Arbeiten im Ausland gibt es Programme mit folgenden Schwerpunkten:

Au pair, Demi Pair EduCare: Du arbeitest im Haushalt einer Familie, unterstützt bei der Kinderbetreuung. Du lebst in der Familie und lernst so das tägliche Leben hautnah kennen. Du bekommst Unterkunft, Verpflegung, Zuschuss zu den Reisekosten, Taschengeld und Freizeit, damit du Land und Leute erkunden kannst.

Camp Counselor: Du arbeitest in den Sommerferien in einem Feriencamp in den USA als Betreuer der Kinder und Jugendlichen.

Praktikum: Du kannst das Leben und das Berufsleben aus der Perspektive eines normalen Mitarbeiters kennen lernen.

Tourismusjobs: Du bist als Animateur oder Reiseleiter für die Betreuung der Gäste, insbesondere der Kinder, im Einsatz – in der Regel in attraktiven Urlaubsregionen der Welt.

Work and Travel ist die beliebteste Reisekombination für junge Menschen im direkten Anschluss an die Schulzeit, in manchen Ländern auch „Working Holidays“ genannt. Normalerweise wechseln sich Phasen ab, in denen du arbeitest und in denen du das Land bereist. Die Grundidee von Work and Travel stammt aus Australien und Neuseeland; inzwischen ist dies aber auch in den USA, Kanada und weiteren Ländern möglich. Eine spezielle Form des Work and Travel ist das Wwoofing. Dabei handelt es sich um Aushilfstätigkeiten auf Bauernhöfen.

Tipp 2: Auslandsaufenthalt und Sozial engagieren im Ausland

Kennzeichen von Freiwilligendiensten ist, dass du in einem sozialen, gemeinnützigen Projekt oder Einrichtung arbeitest. Vor allem Kindertagesstätten, Alten- und Behindertenheime, Schulen und Krankenhäuser, Natur- und Kulturprojekte sind die Einsatzorte. In der Regel gibt es dazu Seminarangebote und eine Betreuung vor Ort.

Tipp 3: Auslandsaufenthalt und Sprachen lernen im Ausland

Sprachkurse im Ausland umfassen normalerweise den Unterricht durch Muttersprachler in einer Lernguppe mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern. Der Unterricht findet meistens vormittags statt, so dass du nachmittags Zeit hast, Land und Leute zu erkunden. Teilweise umfassen die Angebote auch Kulturprogramme und die Unterbringung in Familien.

Tipp 4: Auslandsaufenthalt und Studieren im Ausland

Studium an Colleges im Ausland: In vielen englischsprachigen Ländern gibt es berufspraktisch ausgerichtete Colleges, die Kurzstudiengänge mit Abschluss anbieten: ein oder zwei Jahre. Die Unterbringung kann teilweise in Familien erfolgen.

Schnuppersemester an einer ausländischen Universität: Du nimmst am regulären akademischen Programm der jeweiligen Universität teil, ggf. in einer Ausprägung für internationale Studenten.

Vollstudium an einer ausländischen Universität: Dies ist weltweit und auch in Europa gut möglich – zu Kosten, die erheblich unter denen der amerikanischen Elite-Universitäten liegen.

Tipp 5: Auslandsaufenthalt und Homestay, Interkulturelle Begegnungen

Hierunter wird der Aufenthalt im Ausland mit Anschluss an eine Familie verstanden. Es geht darum, die andere Kultur kennen zu lernen. Die Familie erwartet, dass du dich am Familienleben beteiligst. Natürlich kannst du dies mit einem Sprachkurs, einem Praktikum oder einem Work and Travel-Aufenthalt verbinden.

Checkliste: Nach der Schule in die Welt – Die 10 wichtigsten Punkte

  1. Warum willst du ins Ausland, warum nach dem Abitur?
  2. Kannst du gut auf fremde Menschen zugehen und bist du kontaktfreudig?
  3. Bist du bereit, in einer anderen Umgebung zu leben, dich anzupassen, im täglichen Leben umzustellen, gelegentliche kleinere Probleme als Lebenserfahrung zu sehen und zugleich auch „Botschafter“ Deutschlands in der Welt zu sein?
  4. Welche Form des Auslandsaufenthaltes soll es sein?
  5. Wie findest du das passende Angebot?
    Wichtige Kriterien sind das Zielland, die Leistungen, rechtliche Bedingungen, Kosten, persönlicher Eindruck. Dazu gehören Gespräche mit den zwei bis drei Organisationen, die dir am besten gefallen.
  6. Kläre die Rahmenbedingungen für das Auslandsjahr: Regelung für deine Wohnung in Deutschland, Dauer, Voraussetzungen für den Start in deine Lebensphase nach der Rückkehr nach Deutschland, ob Berufsausbildung, Studium oder Job.
  7. Bereite dich inhaltlich auf die Zielländer vor: Hier helfen vor allem Zeitschriften in der Sprache des Ziellandes, Bücher und Filme.
  8. Kläre die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes: Wer kann aus dem familiären Umfeld helfen? Kannst du dich um ein Stipendium oder eine andere Finanzierungshilfe bewerben?
  9. Gesundheit: Sind Impfungen, Arzneimittel notwendig?
  10. Kläre den Abschied von Freunden und Familie und wie du während der Zeit im Ausland den Kontakt halten willst.

Persönliche Erfahrungsberichte und Tipps zu diesen Punkten findest du auf unseren bundesweiten SchülerAustausch-Messen. Die nächsten Messen finden statt am 28.05.2016 in Hamburg und am 04.06.2016 in Köln und in München. Der Eintritt ist frei.

Wenn du mehr wissen willst, empfehle ich dir unser E-Book: "Nach der Schulzeit die Welt entdecken", das du hier kostenfrei herunter laden kannst.