Nicht ganz unerwartet muss ich nun leider aus privaten Gründen mein FSJ Kultur bei der Deutschen Stiftung Völkerverständigung beenden und zurück in die Heimat. Bevor dies geschieht, war ich letztes Wochenende zum letzten Mal mit auf Reise. Es ging ins regnerische Bremen.
Die Reise nach Bremen - mit Hindernissen zur Schüleraustausch-Messe
Am Freitag ging es ganz human um 11 Uhr los, aus der Wohnung auf den Bahnhof. Zwar viel zu früh, dafür aber gut gestärkt mit Sesambrötchen in den Tag gestartet, sind wir bald in den halb überfüllten, wagenvermissenden Zug gestiegen. Die Netten von den Anzeigetafeln haben wohl nicht ganz in der Schule aufgepasst und unnötige Division betrieben; 4 und 8 sind aber auch nicht allzu verschieden. So durfte dann die gesamte Ladung „Wagen 4“ einmal durch den Zug laufen. Ein paar Achtler haben sich auch noch verirrt. Stets mitgedacht und selbstverständlich absolut in dem Wissen, dass ein gewisser Wagen fehlen würde, saßen wir fix in unseren reservierten Plätzen im Wagen 7 und lauschten gespannt dem genervten Deutschen beim Meckern.
In Bremen angekommen, hat Finn uns dann erstmal selbstbewusst durch die Straßen geleitet und den Reiseführer gegeben…in die falsche Richtung. Nach einem halben Kilometer ist ihm dieser Fauxpas dann allerdings aufgefallen und dank Google Maps sind wir schließlich doch noch im Hotel angekommen. Die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig und so war, abgesehen von den müden Füßen und dem Regen, das ziellose Laufen nicht ganz so fatal.
Kurz im Hotel angemeldet und ab ging es zur Schule
Irgendwann muss man ja schließlich auch arbeiten. Der Aufbau verlief recht problemlos und so ging es dann nach einigen Stunden zurück ins Hotel und wir durften einchecken. Kaum im Zimmer hatte ich einen „Wow“-Moment und musste das gesamte Bild erst einmal verarbeiten. Weitläufig, offen und dennoch gemütlich. Das Bad hatte sogar eine Badewanne! Da habe ich mich sehr auf die Nacht Schlaf gefreut.
Abends durften wir in gemütlicher Runde die italienische Kochkunst Bremens genießen und wie mir mehrfach gesagt wurde, wird der Regen am Samstag meine Schuld gewesen sein. Klein wie ich bin, habe ich die Lasagne, die fast so groß war wie mein Kopf (!), nicht geschafft. Und wie wir alle als Kinder gelernt haben, weinen die Götter, wenn wir nicht brav aufessen. Ich als Norddeutsche hab aber gar nichts gegen ein bisschen Nässe.
Mein Messe-Tag in Bremen
Aus irgendeinem Grund ging es mir am Messetag nicht besonders gut und so musste ich mich etwas schonen und Finn das Energiebündel der Truppe spielen. Zur Unterstützung hatten wir auch einen netten Stipendiaten dabei und so verging die manchmal elendig lange Zeit schnell vorbei und wir haben viel gelacht.
„Hüter des Fahrstuhlschlüssels“ war eine meiner Hauptaufgaben an diesem Tag. Morgens und nachmittags durfte ich den Ausstellern den Aufzug aufschließen und als Einzige, die einen Schlüssel hatte, habe ich mich doch ein Stück weit mächtig gefühlt. Freundliche Gesichter sah ich viele.
Der Weg zurück – Die Bahn hatte wieder viele Überraschungen parat
Nachdem wir dann fein ordentlich alles abgebaut und eingepackt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Da ich am selben Tag noch zu meiner Familie fahren wollte, hatte ich sehr darauf gehofft, dass wir unseren vorher ausgesuchten Zug erwischen. Zum Glück (oder auch nicht) hatte Finn den Flexpreis gebucht und da zwischen Bremen – Hamburg alle paar Minuten eine Bahn fährt, konnten wir tatsächlich sogar noch einen Metronom nehmen, der früher abfuhr.
Wie sich später herausstellen sollte, war dies eine selten dämliche Idee. Offenbar gab es Bauarbeiten in Richtung Hamburg und so fuhr der Metronom gut 20 Minuten gen Osnabrück, also einmal um Bremen rum. Dann hielt er, wir warteten ein bisschen und es ging wieder zurück. Immerhin hielten wir nicht wieder in Bremen und so ging es über Rotenburg (Wümme) mit mächtiger Verspätung nach Hamburg. Neben uns saß eine nette Dame, die offensichtlich ein bisschen Ahnung von Bremen und Umgebung hatte und uns stets über aktuellen Aufenthaltsort, voraussichtliche Fahrtzeit und all den Humbug der Bahn informierte. Gut 5 mal wechselte ich von Hoffnung, meinen nächsten Zug zu erwischen auf Verzweiflung eventuell doch bis 9 Uhr abends am Bahnhof warten zu müssen. Am Ende hat dann die Hoffnung gesiegt. Und so kam ich erschöpft, aber sicher dort an, wo meine Mutter auf mich wartete und ein langer Tag ging mit einem Film auf Netflix und leckerem Essen zu Ende.
Meine letzte Messe hat viel Spaß gemacht
...und war ein gelungener Abschluss meiner Zeit bei der Stiftung.
Ich habe gelacht, es gab fantastisches Essen (nicht nur im Restaurant, sondern auch auf der Messe selbst) sowie beruhigenden Regen und gemütliche Betten, Badewanne und heißes Wasser im Hotel, Sitzplätze in Bus und Bahn und auch die Messe verlief ohne jegliche Katastrophen. Sie war ein gelungener Abschluss meiner 8 Monate hier in der Stiftung.
Wie war mein FSJ für den Schüleraustausch?
In den zwei Dritteln meines FSJs konnte ich so einiges lernen. Ich bin nun offener Menschen und ungewohnten Situationen gegenüber, lasse mich nur noch halb so viel stressen wie vorher und hatte unglaublich nette und entspannte Mitarbeiter. Ich habe einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen und on top of it all durfte ich in viele deutsche Städte reisen. Ich bedaure es sehr, nun frühzeitig aufzuhören.
Vielleicht sieht man sich ja doch nochmal auf einer Messe?
Bis dahin
Eure Sarah

