Noemie aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Brasilien. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst bei Goete-Institut in Rio de Janeiro entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Karneval in Rio ist ein Erlebnis
Ende Februar war Karneval, ein sehr besonderes Ereignis. Das ist sehr, sehr groß hier in Rio de Janeiro. Karneval ist ein sehr wichtiges Ereignis. Die Stadt wird wirklich für eine Woche beziehungsweise sogar für einen Monat zu einem ganzen Chaos. Man arbeitet kaum. Wir sind auf Blocos gegangen. Blocos sind so etwas wie Karnevalsumzüge. Es war eine sehr schöne Erfahrung: viel Musik, wir haben uns verkleidet, ganz viel Glitzer, viele Menschen.
Also ich habe es wirklich geliebt und es hat mir so viel Spaß gemacht. Leider war ich in dieser Woche etwas krank, aber ich konnte es trotzdem genießen. Es gab viele kulturelle Angebote, vor allem auch aus der afrikanischen Kultur, was ich sehr schön fand. Ich war zum Beispiel auch auf einem Afro-Bloco, was mir sehr gut gefallen hat.
Mein Highlight, also ein sehr schönes Ereignis beziehungsweise ein Ausflug, war, als ich zum Sambadrome gegangen bin. Es ist so ähnlich wie ein Stadion oder eine große Halle. Dort sind die größten Karnevalsumzüge mit Tänzerinnen und Sängern. Die Show ist sehr extravagant und glamourös, außergewöhnlich, unbeschreiblich schön. Auch die Paradewagen sind sehr aufwendig gemacht, sehr detailliert und richtig schön. Also es war ein großes Spektakel. Ich werde das niemals vergessen. Es war so emotional für mich, das einmal zu erleben. Es ging mir genau wie beim bei Silvester an der Copacabana. Also die Karnevalszeit fand ich wirklich sehr, sehr, sehr schön.
Noemie geht gerne an den Strand und zum Tanzen
Auch am Wochenende gehe ich gerne an den Strand. Ich treffe gerne Freunde und versuche, so viele Aktivitäten wie möglich zu machen. Ich gehe gerne essen, also ich mache alles Mögliche, was mir gefällt. Tanzen gehe ich auch gerne, zum Beispiel zu Tanz-Workshops. Es gibt auch Favela-Bailes.
Eine Favela ist ein selbstgewachsener Stadtteil, oft arm, aber lebendig und voller eigener Kultur und ein Baile ist so ähnlich wie eine Party, bei der man viel tanzt. Das findet zum Beispiel unter anderem in Favelas statt, und da bin ich auch öfter am Wochenende. Die fangen sehr spät an, aber es ist wirklich ein cooler Einblick. Es macht sehr viel Spaß, denn ich bin allgemein eine Person, die es liebt zu tanzen.
Diese Favelas sind Rocinha, zum Beispiel gehe ich dorthin, oder Santo Amaro, so heißen sie zum Beispiel. Dann gehe ich auch gerne immer dienstags zum Samba, und das ist auch sehr, sehr kulturell. Da ist eine Samba-Liveband, die dann Samba spielt, und alle singen mit und tanzen Samba. Man kommt mit vielen Menschen in Kontakt, lernt so viele Menschen kennen, freundet sich mit ihnen an, und ja, ich genieße es sehr, dort zu sein.
Dann war ich auch mit einem guten Freund von mir auf einem Trödelmarkt
Wir haben auch einen Ausflug nach Urca gemacht. Das ist ein schöner Ort, an dem man sich den Sonnenuntergang angucken kann. Das war auch wirklich sehr schön. Ich mag den Stadtteil Madureira auch sehr gerne. Das ist auch in der Nordzone, denn dort sind ganz viele Partys, die ich schon kenne, auch Freunde, die dort wohnen. Außerdem finden dort auch Tanzworkshops statt und es gibt viele Geschäfte und Einkaufszentren.
Was sehr schön an diesen Einkaufsläden und Zentren ist, ist, dass sie viel günstiger sind als in der Südzone. Also man kann dort gut einkaufen gehen, aber es ist gleichzeitig auch etwas gefährlicher. Deswegen gehen viele dort nicht hin oder nur, wenn man eine Person dort kennt.
Auch in Santa Teresa habe ich sehr viel Glück, dass hier viel Kulturelles angeboten wird. Es gibt hier auch viel Graffiti, der Stadtteil an sich ist sehr schön gestaltet. Viele Touristen sind auch hier. Man kann hier auch mit einer Art Straßenbahn durch den Stadtteil fahren und sich alles angucken. Also auch sehr besonders.
Ostern hat Noemie einen Workshop im Goethe-Institut durchgeführt
An Ostern habe ich im Goethe-Institut einen Workshop angeboten, das war ein Oster-Workshop für die Jugendgruppe. Beim Workshop haben wir zusammen einen Osterbaum gemacht und wir haben auch einen theoretischen Teil gehabt, wo wir wirklich darüber gesprochen haben, woher Ostern kommt, was und welche Tradition es in Deutschland gibt, also was typisch in Deutschland ist, was man oft an Ostern macht. Zunächst haben wir auch zusammen Ostereier bemalt. Das gibt es zum Beispiel in Brasilien normalerweise nicht, deswegen habe ich denen gezeigt, dass man das in Deutschland sehr oft macht. Dann haben wir also die Ostereier mit natürlichen Mitteln bemalt, indem wir zum Beispiel Kurkuma Wasser gemacht haben, um so gelb-orangene Eier zu bekommen oder auch Rotkohl und rote Beete, um eher so rot-bläuliche Eier zu haben. Das hat denen sehr viel Spaß gemacht. Es war ein schönes Erlebnis, denen das rüberzubringen und das mit denen zu machen. Dabei haben wir auch ganz viel Schokolade gegessen, was auch hier in Brasilien sehr üblich ist.
Auch zu Hause gab es ein Osterbrunch, den ich sogar leider verschlafen habe. Aber ansonsten war die Osterzeit sehr schön. Wir haben auch Besuch hier bekommen. Freunde und Familie von meiner Arbeitskollegin kamen hierhin.
Bis bald Eure Noemie

