Noemie aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Brasilien. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst bei Goete-Institut in Rio de Janeiro entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Noemie fühlt sich in Rio de Janeiro inzwischen wie zuhause
Mein Alltag in Rio de Janeiro hat sich im Laufe meines Auslandsjahres sehr verändert. Am Anfang war vieles neu für mich. Eine neue Sprache, eine neue Kultur, eine neue Stadt und viele neue Menschen. Mittlerweile fühlt sich Rio aber schon fast wie ein zweites Zuhause an. Ich kenne viele Orte, habe viele Kontakte geknüpft und fühle mich immer wohler in dieser großen und lebendigen Stadt.
Zurzeit ist es in Rio etwas kälter geworden, da hier Winter ist. Für mich war es eine besondere Erfahrung, einmal einen Winter zu erleben, der trotzdem ganz anders ist als in Deutschland. Es gibt immer noch viele sonnige Tage und man kann weiterhin viel draußen unternehmen. Ich bin weiterhin oft an den Strand gefahren, vor allem nach Copacabana oder Ipanema. Der Strand gehört für mich einfach zum Leben in Rio dazu. Es ist ein Ort, an dem man Menschen trifft und entspannen kann.
Ich arbeite weiterhin von Montag bis Freitag. Nach der Arbeit versuche ich aber nicht einfach nach Hause zu gehen, sondern meine Zeit hier so gut wie möglich zu nutzen. Ich gehe abends zu Tanzkursen und mache verschiedene Tanzrichtungen wie Jazz Funk, Funk, Hip-Hop und Heels Dance. Es macht mir sehr viel Spaß, neue Leute kennenzulernen, gemeinsam zu tanzen und eine neue Seite der brasilianischen Kultur kennenzulernen. Tanzen ist in Rio ein großer Bestandteil der Kultur und ich tanze schon mein ganzes Leben. Deswegen liebe ich es hier, dass ich das ausleben kann. Bald möchte ich auch mit Samba anfangen, weil Samba eine der traditionellsten Tanzrichtungen in Rio ist. Ich freue mich sehr darauf.
In meiner Freizeit habe ich versucht, nicht nur die typischen Touristenorte zu besuchen, sondern auch das normale Leben in Rio kennenzulernen. Ich wollte nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten sehen, sondern verstehen, wie die Menschen hier leben. Deshalb war ich oft in verschiedenen Stadtteilen unterwegs, habe lokale Märkte besucht, mit Freunden gegessen und viele neue Orte entdeckt.
Ich habe mittlerweile sehr viele verschiedene Orte in Rio gesehen und trotzdem gibt es immer noch viel zu entdecken. Genau das gefällt mir an Rio: Die Stadt ist so groß und vielfältig, dass man immer wieder etwas Neues erleben kann.
Meine Arbeit in der Einsatzstelle macht mir sehr viel Spaß. Ich arbeite mit Jugendlichen zusammen und unterstütze sie dabei, Deutsch zu lernen. Es ist sehr interessant zu sehen, wie motiviert viele Jugendliche sind, eine neue Sprache zu lernen und mehr über Deutschland und die deutsche Kultur zu erfahren.
Noemie hat ihre Portugiesischkenntnisse stark verbessert
Eine große Herausforderung am Anfang war natürlich die Sprache. Mein Portugiesisch war noch nicht so gut und ich musste mich erst daran gewöhnen, jeden Tag Portugiesisch zu sprechen. Mittlerweile mache ich auf der Arbeit auch Tandems, um mein Portugiesisch weiter zu verbessern. Ich merke, wie große Fortschritte ich gemacht habe. Mein Portugiesisch ist inzwischen ungefähr auf B1/B2-Niveau mein Portugiesisch weiter zu verbessern. Ich merke, wie große Fortschritte ich gemacht habe. Mein Portugiesisch ist inzwischen ungefähr auf B1/B2-Niveau, worauf ich sehr stolz bin. Am Anfang hätte ich nie gedacht, dass ich mich so sicher in dieser Sprache ausdrücken kann, weil ich davor gar kein Portugiesisch sprechen konnte.
Auf der Arbeit konnte ich auch eigene Projekte entwickeln. Zum Beispiel habe ich ein Kochbuch mit deutschsprachigen Rezepten erstellt. Es war schön zu sehen, wie interessiert die Jugendlichen daran waren, die Rezepte nach zu backen/kochen.
Noemie hat in der Zeit in Rio viel gelernt
Neben meiner eigentlichen Arbeit habe ich gemerkt, dass ich auch persönlich sehr viel gelernt habe. Ich bin selbstständiger geworden, offener gegenüber anderen Menschen und habe gelernt, Probleme alleine zu lösen. Gerade in einem anderen Land merkt man, wie wichtig es ist, flexibel zu sein und sich auf neue Situationen einzulassen. Leider mussten wir auf der Arbeit auch eine Kollegin verabschieden, die ungefähr eineinhalb Jahre einen Einsatz am Goethe-Institut gemacht hatte. Dieser Moment war sehr emotional für mich, weil ich dadurch gemerkt habe, dass auch mein eigenes Auslandsjahr langsam zu Ende geht. Es hat mich daran erinnert, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich würde sehr gerne noch länger bleiben, weil mir die Arbeit, die Menschen und das Leben in Rio wirklich ans Herz gewachsen sind.
Eines meiner schönsten Erlebnisse in den letzen Monaten war das Juninho-Fest. Ich habe dieses traditionelle Fest in Nova Iguaçu mit der Familie meines Kollegen gefeiert. Es war eine besondere Erfahrung, weil ich dort nicht als Tourist war, sondern wirklich Teil einer brasilianischen Familie sein durfte.
Wir haben zusammen gegessen, gefeiert, getanzt und Gruppenspiele gemacht. Die Stimmung war unglaublich. Ich konnte viele neue Menschen kennenlernen und einen Einblick in eine Tradition bekommen, die für viele Brasilianer sehr wichtig ist. Besonders schön fand ich, dass alle o0en und herzlich waren und mich direkt aufgenommen haben.
Die Fußball-Weltmeisterschaft war in Brasilien ein besonderes Erlebnis
Ein weiteres besonderes Erlebnis war die Zeit während der Weltmeisterschaft. Mit einer großen Gruppe von Menschen zusammen ein Fußballspiel zu verfolgen und mit den Locals mitzufiebern, war eine einzigartige Erfahrung. Die Energie und Leidenschaft der Menschen für Fußball in Brasilien ist etwas, das man schwer beschreiben kann. Es war nicht nur ein Fußballspiel, sondern ein gemeinsames Erlebnis mit vielen Menschen, die diese Emotionen geteilt haben. Das konnte ich vor allem erkennen, als ich gesehen, wie frustriert die Menschen waren als Brasilien verloren hat und als mein bester Freund geweint hat. Diese Zeit war definitiv eine meiner schönsten Erfahrungen hier.
Bis bald Eure Noemie

