Noemie aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Brasilien. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst bei Goete-Institut in Rio de Janeiro entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.
Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.
Die Geburtstagsfeier in Brasilien war für Noemie ein besonderes Erlebnis
Auch mein Geburtstag war ein besonderer Tag für mich. Ich bin 20 Jahre alt geworden und wollte diesen Moment natürlich in Rio erleben. An meinem Geburtstag bin ich mit meinen Freunden nach Rocinha gefahren, einer der bekanntesten Favelas in Rio. Dort waren wir unterwegs, haben eingekauft und einen anderen Teil der Stadt kennengelernt. Danach hatte ich einen Brunch an der Copacabana. Abends sind wir zusammen in einen Club gegangen und haben meinen Geburtstag gefeiert. Es war ein Tag, den ich nie vergessen werde.
Ein weiteres Erlebnis war mein Besuch in Madureira, einem Stadtteil in der Nordzone von Rio. Dort war ich mit meiner Freundin auf einem lokalen Markt. Es war eine ganz andere Seite von Rio als die bekannten Gegenden am Strand. Wir haben dort gegessen, die Tag genossen und ich habe mir sogar vor Ort ein Piercing stechen lassen. Solche Momente sind für mich genau das, was dieses Auslandsjahr besonders macht – spontan sein, neue Dinge ausprobieren und Erinnerungen sammeln.
Ich habe außerdem viele verschiedene Restaurants ausprobiert und war auch bei Allyou-can-eat-Angeboten. Es macht soviel Spaß auch neue Gerichte auszuprobieren und viele davon möchte ich Deutschland nachkochen.
Noemie hat in Rio viele neue Freunde gefunden
Während meines Aufenthalts habe ich sehr viele Freunde und Kontakte aufgebaut. Eine Sache, auf die ich besonders stolz bin, ist meine online Freizeitgruppe für BPOCS/Black people, die alleine nach Rio kommen oder sich austauschen möchten, Treffen planen wollen und ein safe pace brauchen. Ich habe diese Gruppe erstellt, damit Menschen neue Kontakte finden können und Unterstützung bekommen, wenn sie Fragen zu Rio haben. Mittlerweile sind fast 800 Menschen in dieser Gruppe. Viele schreiben mich persönlich an, wenn sie Hilfe brauchen, Tipps für Rio möchten oder überlegen, nach Rio zu reisen. Es macht mich stolz zu sehen, dass ich durch diese Gruppe anderen Menschen helfen kann. Ich hätte am Anfang meines Auslandsjahres nie gedacht, dass ich mir ein so großes Netzwerk aufbauen würde.
Noemie hat sich im Auslandsjahr persönlich stark weiter entwickelt
Durch diese Kontakte habe ich auch gemerkt, wie sehr ich mich persönlich entwickelt habe. Ich bin offener geworden, gehe leichter auf Menschen zu und habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich auf mein Auslandsjahr zurückblicke, kann ich sagen, dass diese Zeit eine der wichtigsten und besten Erfahrungen meines Lebens ist. Ich habe nicht nur ein neues Land kennengelernt, sondern auch viel über mich selbst gelernt. Das Leben in Rio hat mir gezeigt, was mir wichtig ist und was ich später machen möchte.
Durch die vielen neuen Erfahrungen habe ich mich selbst besser kennengelernt. Ich habe mich für ein Studium in Wirtschaftsinformatik beworben und werde im Oktober anfangen zu studieren. Ich glaube, dass mein Auslandsjahr mir sehr geholfen hat, diese Entscheidung zu tre0en und herauszufinden, welchen Weg ich in Zukunft gehen möchte.
Ich habe gelernt, selbstständig zu sein, neue Herausforderungen anzunehmen und mich auch außerhalb meiner Komfortzone wohlzufühlen. Besonders die Sprache, die Menschen und die Kultur haben mich geprägt.
Noemie überlegt, später in Rio de Janeiro zu leben
Ich merke jetzt schon, dass der Abschied schwer werden wird. Rio ist für mich mehr als nur ein Ort, an dem ich ein Jahr gelebt habe. Es sind die Menschen, die Erinnerungen und die Erfahrungen, die diesen Ort besonders machen. Deswegen würde ich wahrscheinlich nach meinem Studium nach Rio ziehen.
Ich überlege sogar, am Ende meines Aufenthalts eine große Abschiedsparty in Rio zu organisieren, um mich von allen Freunden und Menschen zu verabschieden, die ich hier kennengelernt habe. Es wäre eine schöne Möglichkeit, noch einmal alle zusammenzubringen und dieses besondere Kapitel meines Lebens gemeinsam zu feiern.
Ich bin sehr dankbar für diese Zeit und würde jedem Jugendlichen empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen. Man wächst daran, lernt eine neue Kultur kennen und entdeckt Seiten an sich selbst, die man vorher vielleicht nicht kannte. Mein Auslandsjahr in Rio de Janeiro wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben.
Eure Noemie

