Freiwilligendienst im Gap Year: Roberta über die Vorbereitung auf Mexiko und ihre Reise nach Mexiko City

Roberta verbringt ihr Gap Year im Freiwilligendienst in Mexiko und arbeitet in Mexiko City

AUF IN DIE WELT: Mexiko City

Roberta aus Nordrhein-Westfalen verbringt ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Die letzten Wochen in Bonn

Meine letzten Wochen in Bonn waren geprägt von vielen Vorbereitungen. Ich musste noch einiges einkaufen und alles für das Packen organisieren. Gleichzeitig wollte ich möglichst viel Zeit mit meinen Freund:innen verbringen, bevor es losging. Besonders schön war ein gemeinsames Abschiedsessen, das ich organisiert habe. Es war ein intensiver, emotionaler, aber auch schöner Abschied von allen.

Am 30. August bin ich dann schon nach Berlin gefahren, wo ich noch zwei Tage mit einer Freundin verbracht habe, bevor es am 1. September wirklich losging.

Der offizielle Start in Berlin

Am 1. September fand ein Empfang in der Barenboim-Said-Akademie in Berlin statt, organisiert vom Auswärtigen Amt. Dorthin waren auch verschiedene Botschafter:innen eingeladen. Für alle, die ihr FSJ in Mexiko verbringen werden, war es eine tolle Gelegenheit den mexikanischen Botschafter in Deutschland kennenzulernen und sich auszutauschen.

Direkt danach begann das einwöchige Vorbereitungsseminar am Werbellinsee in Brandenburg, zusammen mit allen kulturweit-Freiwilligen. Wir wurden in sogenannte Homezones nach Regionen eingeteilt. In meiner Homezone waren wir 14 Personen, die in Länder wie Mexiko, Kolumbien, Peru und Costa Rica reisen würden. Für Mexiko sind wir insgesamt fünf Freiwillige: vier in Mexiko-Stadt (darunter ich) und eine Freiwillige in Puerto Vallarta, einem Küstenort einige Stunden entfernt.

Seminare und Austausch

In der Homezone haben wir uns intensiv mit unseren Erwartungen, Motivationen, aber auch Unsicherheiten auseinandergesetzt. Besonders spannend waren die Workshops, die verschiedene Themen abdeckten: Dekolonialisierung, präventive Gewalterkennung, Religion, das Menschenrecht auf Wasser, Rassismus, Klimagerechtigkeit und mehr. Außerdem gab es Reflexionsrunden zu Themen wie Feminismus, Leistungsdruck, Queerness, Migrationsgeschichte oder Bildungsprivilegien. Ich selbst habe mich für einen Workshop zu Dekolonialisierung und Perspektiven aus dem Globalen Süden entschieden. Dieser war für mich besonders spannend und lehrreich, weil er viele Denkweisen infrage gestellt und mir neue Blickwinkel eröffnet hat. Es war beeindruckend zu hören, wie Menschen aus verschiedenen Ländern diese Themen wahrnehmen und welche Erfahrungen sie selbst gemacht haben.

Ein weiterer wichtiger Teil war das Treffen mit Vertreter*innen der Einsatzorganisationen. Meine Einsatzorganisation ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Insgesamt sind wir elf Freiwillige, die beim DAAD arbeiten werden. Wir sind jedoch auf verschiedene Länder verteilt. Dieses Treffen war eine gute Gelegenheit sich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Tipps für die Arbeit zu bekommen.

Natürlich gab es auch Freizeitaktivitäten: Kinoabende, eine Abschlussfeier oder den „Abend der Möglichkeiten“, bei dem jede:r Freiwillige etwas anbieten konnte. Mit meiner Homezone haben wir einen Salsa- und Bachata-Kurs organisiert – einige von uns hatten schon ein wenig Tanzerfahrung. Ein Highlight war auch der Austausch mit Mitarbeiter:innen des Auswärtigen Amtes, die uns von ihrer Arbeit erzählt haben.

Obwohl das Wetter am See nicht ideal war und es oft zu kalt zum Schwimmen war, habe ich die Zeit dort als sehr wertvoll erlebt. Es war eine Woche voller neuer Eindrücke, in der schon erste Freundschaften entstanden sind.

Die Anreise nach Mexiko

Am Sonntag nach dem Seminar bin ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen losgereist. Zuerst ging es mit dem Bus zum Berliner Hauptbahnhof und von dort mit dem Zug nach Frankfurt. Die Zugfahrt dauerte sehr lange und hatte eine zusätzliche Verspätung von drei Stunden. Dadurch kamen wir erst um ein Uhr nachts im Hostel an.

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam, bevor wir zum Flughafen fuhren. Der Flug nach Mexiko dauerte 12 Stunden, verging aber überraschend schnell. Wir haben viel geredet, Filme geschaut, ein bisschen geschlafen und auch einiges gegessen. Außerdem haben wir in unseren Reiseführern weitergelesen und uns einige schöne Orte und Aktivitäten für Mexiko und speziell Mexiko-Stadt notiert. Das hat die Vorfreude auf die nächsten Monate noch größer gemacht.

In Mexiko-Stadt wurden wir von meiner Kontaktperson abgeholt. Mit einem Uber ging es zu meiner Unterkunft – einem Gästezimmer meiner Arbeit, in dem ich bis Ende September wohnen kann.

Bis bald Eure Roberta