Freiwilligendienst im Gap Year: Warum Alexander nach Ecuador wollte und die Bewerbung bei der Organisation

Alexander verbringt sein Gap Year im Freiwilligendienst mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Ecuador. Seine Motivation und der Weg zur Entsendeorganisation

AUF IN DIE WELT: Alexander in Ecuador

Alexander aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg. Er hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in Ecuador entschieden. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Themenseite zum Gap Year

Hey, ich heiße Alex,

bin 18 Jahre alt  und verbringe aktuell meinen Freiwilligendienst in den Anden Ecuadors. Ich bin nun bereits seit zwei Monaten hier, heute will ich euch aber erstmal erzählen wie überhaupt alles angefangen hat. Denn wie kam ich eigentlich auf die Idee ein Jahr im Ausland zu verbringen?

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Was Alexander motiviert hat

Wie kommt man also auf diese Idee, ein Jahr lang weit weg von zu Hause zu leben?

Alexander hat sich schon als Kind für ferne Länder interessiert

Bei mir wurde dieser Wunsch schon in meiner Kindheit geweckt. Ich habe die Natur Afrikas und Südamerikas schon immer geliebt, hatte aber nie die Gelegenheit, sie selber zu erleben. Ich weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann, aber als Kind hatte ich immer diese kleinen Sticker-Magazine, für die man fünf Sticker bekam, wenn man im Supermarkt etwas für 10 Euro kaufte. Nun, diese Sticker zeigten häufig Tiere aus dem Amazonas-Regenwald oder der afrikanischen Steppe. Ich glaube, das war eine Art Funke, der bei mir den Wunsch geweckt hat, diese Tiere  mit eigenen Augen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen.

Während des Corona Lockdowns kam für Alexander die zündende Idee

Dann, vor zwei Jahren, sah ich während des Lockdowns die Anzeige einer Organisation, die jungen Leuten Arbeit im Ausland vermittelt. Die jungen Leute helfen dann in Krankenhäusern, kümmern sich um Straßenkinder oder schützen die Artenvielfalt in Nationalparks. Das war die Gelegenheit, auf die ich gewartet hatte. Sicherlich hätte ich eine Expedition buchen können, um für ein oder zwei Wochen durch den Regenwald zu reisen. Aber ein Jahr lang in der Nähe dieser Tiere leben zu können, war eine Chance, die ich vielleicht nie wieder bekommen würde.

Außerdem hatte ich das Gefühl, endlich etwas Praktisches tun zu müssen. Nach 12 Jahren Schule, in denen man hauptsächlich gelernt hat, Probleme hypothetisch zu lösen, wollte ich in die reale Welt hinaus, bevor ich für das theoretische Lernen an die Universität zurückkehre.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Die Suche nach der besten Organisation

Nachdem ich mich entschlossen hatte, ins Ausland zu gehen, brauchte ich nur noch eine passende Organisation dafür. Nach einigem Suchen fand ich zwei Organisationen, die meine Erwartungen zu erfüllen schienen. Das waren zum einen der ICYE mit seiner deutschen Unterorganisation ICJA, und  kulturweit.

Also habe ich mich bei beiden Organisationen für ein Auslandsjahr beworben. Das war recht einfach, da man nur ein Online-Formular ausfüllen musste. Die Fragen in diesem bezogen sich auf meinen Bildungshintergrund, meine bisherige soziale Arbeit und meine Länderpräferenzen. Es gab jedoch auch einige anspruchsvollere Aufgaben, z. B. sollte man über seine Erwartungen an das Jahr schreiben und einen für sich perfekten Arbeitstag beschreiben. Alles in allem ging es darum, herauszufinden, ob man motiviert ist und die richtigen Erwartungen hat. Schließlich handelt es sich nicht um einen Urlaub.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander und das Bewerbungsverfahren bei seiner Organisation

Während ICJA den Bewerbungsprozess bereits im Herbst 2021 abschloss, lief das Bewerbungsverfahren bei kulturweit bis Ende Dezember. So bekam ich ziemlich schnell eine Antwort von ICJA, mit welcher sie mich zu einer obligatorischen Videokonferenz einluden. Es wurden etwa 10 Termine angeboten, aus denen ich mir einen aussuchen konnte. Es wurde aber auch erwähnt, dass es besser sei, an einem der ersten Termine teilzunehmen, da die Stellen nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben werden. Obwohl die Teilnahme verpflichtend war, musste man jedoch 10 Euro bezahlen, was einige Leute von einer Teilnahme abhalten könnte.

Das allgemeine Informations- und Beratungsgespräch gibt Alexander wichtige Hinweise für seinen Freiwilligendienst

Bei der Videokonferenz wurde dann besprochen, wie die Organisation funktioniert, welche Arbeitsstellen in welchen Ländern sie anbietet, wie man das Jahr finanzieren kann und was nach dem Treffen folgt. Eine wichtige Tatsache war, dass die Bewerber nur Länder, aber keine Projekte auswählen können. Die Projekte werden dann erst später von der lokalen Organisation im jeweiligen Land zugeteilt.

Zuerst dachte ich, das sei ein Problem für mich, weil ich in der Natur arbeiten wollte, aber später wurde mir klar, dass das nicht wirklich wichtig war. Allein in dem Land zu sein, würde mir die Möglichkeit geben, die Artenvielfalt und die Kultur dort zu sehen und zu erleben. Plötzlich war es nur noch ein Wunsch, im Ausland zu arbeiten, aber keine Notwendigkeit mehr.

Für die Videokonferenz hatte ICJA eine Übersicht über jedes Land erstellt, die Informationen über Kultur, Politik und so weiter enthielt. Es wurde auch erwähnt, in welchen Themenbereichen die Projekte normalerweise angesiedelt sind.

In einer Pause hatten dann alle etwas Zeit, sich die Länder im Detail anzusehen. Für später war ein persönliches Gespräch mit einem Mitarbeiter der Organisation geplant. Als ich mir die Länder anschaute, stellte ich fest, dass ICJA nicht wirklich viele ökologische Projekte in Afrika anbietet. Auch die Beschreibungen sprachen mich nicht wirklich an. Also habe ich mich mehr auf die südamerikanischen Länder konzentriert. Brasilien hörte sich zwar gut an, aber auch dort gab es keine ökologischen Projekte. Argentinien war stattdessen mein Favorit. Als ich aber das Länderprofil von Ecuador öffnete, war ich völlig überrascht. Ich muss zugeben, dass mich die Präsentation der Informationen vielleicht ein wenig beeinflusst hat. Statt eines 49-seitigen Aufsatzes, wie es bei den anderen Ländern der Fall war, war es hier eine wunderschön gestaltete Präsentation mit beeindruckenden Bildern des Regenwaldes, der Küste, den Anden und so weiter. Es wurde auch genannt, dass sie einige Projekte im ökologischen Bereich haben, was ebenfalls perfekt war! Meine Entscheidung war fast gefallen.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Das persönliche Abschlussgespräch mit der Organisation

Im persönlichen Gespräch wurde ich dann noch einmal nach meinen Erwartungen an das Auslandsjahr gefragt. Ob ich in einer Familie leben wolle, oder zusammen mit anderen Freiwilligen. Ob ich in der Nähe einer Großstadt oder etwas abgelegener leben präferieren würde. Dann fragte mich die Mitarbeiterin nach meinen Präferenzen in Bezug auf das Land. Als ich ihr sagte, dass ich Ecuador wegen der ökologischen Projekte wählen wollte, sagte sie mir, dass die Anzahl dieser Projekte von Jahr zu Jahr variieren kann. Aber die Chancen stehen bei Ecuador nicht schlecht.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Die Zusage der Organisation für Alexander

Einen Monat später erhielt ich eine E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich angenommen wurde. Ich war wirklich glücklich, nicht nur weil ich das Land meiner Wahl, Ecuador, bekommen hatte, sondern auch weil ich durch das "weltwärts"-Programm unterstützt wurde, das einen Teil der Kosten für den Aufenthalt übernimmt. Dennoch muss ich natürlich selber auch noch etwas zahlen. Was ich zur Finanzierung unternommen habe, schildere ich Euch in meinem nächsten Blog.

Euer Alexander