Freiwilligendienst im Gap Year: Wie Alexander sich auf das Auslandsjahr in Ecuador vorbereitet hat

Alexander verbringt sein Gap Year im Freiwilligendienst mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Ecuador. Seine Vorbereitungen für den Start ins Ausland

AUF IN DIE WELT von Ahrensburg in Schleswig-Holstein

Alexander aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg. Er hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in Ecuador entschieden. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Themenseite zum Gap Year

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Wie Alexander Ecuador und die Sprache vorab kennenlernte

Auf ein ganzes Jahr in einem komplett anderen Land muss man sich natürlich auch erstmal ausgiebig vorbereiten. Bevor es an die Gegenstände ging, welche ich mit nach Ecuador nehmen wollte, befasste ich mich erstmal theoretisch mit dem Land.

Hierfür informierte ich mich über Historie, aktuelle Entwicklungen und die Kultur und begann Spanisch zu lernen. Dies geschah alles etwa ab dem Zeitpunkt, an welchem ich die Zusage für mein Auslandsjahr erhalten hatte, also im November des Vorjahres.

Mit dem Spanischlernen war es allerdings etwas schwierig. Da ich neben der Schule, für welche ich natürlich Englisch lernen musste, nicht so viel Zeit hatte, begann ich erstmal nur damit täglich etwa 10 Minuten auf der App „Duolingo“ zu lernen. Es ging mir einfach darum, ein wenig mit der Sprache vertraut zu werden und einige grundlegende Vokabeln zu lernen.

Ebenfalls zu der theoretischen Vorbereitung gehörte ein Webinar meiner Organisation zu den Themen „Gesundheit und Sicherheit“. Hierbei wurden wir relativ allgemein darüber informiert, wie man sich diesbezüglich im Ausland schützen kann. Eine genauere Vorbereitung gab es dann nach der Ankunft im Gastland.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander hat eine Reiseapotheke angelegt

Eines der Empfehlungen war, auf jeden Fall eine Reiseapotheke anzulegen, für den Inhalt wurden uns auch bereits einige Vorschläge gemacht. Es ging einfach darum, dass man mildere Krankheiten wie eine Erkältung oder Magen-Darm-Erkrankung mit Medikamenten, die man kennt, selbst behandeln kann. Außerdem könnten manche Medikamente im Ausland nicht verfügbar oder sehr viel teurer sein. Deswegen lieber vorsorgen.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Das Visum für Alexander

Neben diesen Vorbereitungen lief die ganze Zeit noch die Vorbereitung meines Visumsantrages. Da ich aufgrund meines einjährigen Aufenthaltes eine „temporäre Residenz“ beantragen musste, gab es natürlich einige notwendige Dokumente. Hierzu zählte unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis, welches anschließend von einem vereidigten Übersetzer ins Spanische übersetzt werden musste. Aber auch eine Erklärung darüber, dass ich neben meiner Freiwilligenarbeit keinen weiteren Job annehmen würde, welche notariell beglaubigt und apostilliert werden musste (keine Sorge, ich hatte das Wort davor auch noch nie gehört). Zusammen mit einigen Dokumenten meiner Freiwilligenorganisation begab ich mich in das ecuadorianische Konsulat in Hamburg, wo ich dann mein Visum erhielt.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander kauft Kleidung für den Aufenthalt in Ecuador

Je näher meine Ausreise rückte, begann ich auch damit, nützliche Gegenstände zu kaufen. So besorgte ich mir Wanderhosen, welche ich einerseits beim Wandern in den Anden, aber zugleich auch im Regenwald nutzen konnte. Ebenfalls erhielten wir eine Art Packliste von unserer Organisation, in welcher uns lange Oberteile empfohlen wurden. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung einerseits am Äquator, andererseits auf der erhöhten Position der Städte in den Anden, ist wenig Angriffsfläche empfehlenswert.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander und sein neuer Laptop

Ich bestellte mir auch noch einen Laptop. Natürlich, Smartphones haben bereits viele Funktionen der Computer übernommen, dennoch finde ich einen PC für das Speichern von Dateien und schreiben von Texten deutlich angenehmer. Apropos Dateien, Speichermedien, wie externe Festplatten sind auch sehr zu empfehlen. Mit meiner Kamera und meinem Handy habe ich in meinen ersten zwei Monaten bereits über 2.500 Bilder gemacht, und diese wollen natürlich auch gespeichert werden.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander, die Geldversorgung und wichtige Dokumente in Ecuador

Kurz vor der Ausreise finalisierten sich dann auch die Vorbereitungen. In meiner Bank besorgte ich mir bereits einige Dollarscheine, damit ich bei meiner Ankunft nicht komplett ohne Bargeld dastehe. Ebenfalls habe ich mich über die Funktionsfähigkeit meiner Kreditkarte informiert, auch wenn Kartenzahlung so gut wie gar nicht möglich sein sollte. Zusätzlich dazu scannte ich mir alle wichtigen Dokumente ein und lud sie auf eine Cloud hoch, um auf diese jederzeit zugreifen zu können. Eine Sache, auf welche ich zum Glück noch nicht zurückgreifen musste, ist, mein Handy und eben auch die Dokumente auf einen Diebstahl vorzubereiten. So suchte ich mir bereits wichtige Telefonnummern für den Fall eines solchen Verlustes heraus und speicherte alle wichtigen Dokumente nochmal getrennt ab. Als Abschluss wurde mir noch von Freiwilligen, welche bereits in Ecuador sind, empfohlen, eine Kopie des Reisepasses anzufertigen und zu laminieren. Dies reicht wohl als Identitätsbestätigung aus und man läuft nicht die Gefahr seinen Reisepass zu verlieren.

Das Gap Year als Freiwilligendienst: Alexander und der Abschied von zuhause

Nachdem die Vorbereitungen erledigt waren, ging es daran, Abschied von Freunden und Familie zu nehmen. Doch das war gar nicht so einfach, da das Vorbereitungsseminar meiner Organisation zwei Wochen vor meiner Ausreise stattfand. Somit verblieb mir dann noch eine Woche, in welcher ich eine Art Abschiedsfeier veranstaltete. Ich traf mich ein letztes Mal mit meinen besten Freunden und unterhielt mich mit ihnen über das kommende Jahr. Von einigen anderen musste ich mich bereits vorher verabschieden, da sie in der Woche entweder im Urlaub oder auch schon in einem Auslandsjahr waren.

Dann, am letzten Abend, schwang ich mich noch ein letztes Mal auf mein Fahrrad und fuhr ein wenig durch Ahrensburg. Ich warf einen letzten Blick auf das Ahrensburger Schloss beim Sonnenuntergang und traf mich nochmal mit meinen Freunden.

Eurer Alexander