Freiwilligendienst in Mexiko mit Stipendium: Roberta über ihre Erfahrungen zum Abschluss des Auslandsjahres

Roberta hat das Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung im Freiwilligendienst in Mexiko City verbracht

Die Pyramiden von Teotihuacán

Robertaaus Nordrhein-Westfalen hat ihr Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung in Mexiko verbracht. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst beim Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Mexiko-City entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen.

Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal und im Ratgeber E-Book Gap Year.

Zum Abschluss ihrer Zeit in Mexiko gibt sie Auskunft zu ihren Erfahrungen

Wie heißen Sie und wo sind Sie in Deutschland zuhause?

Ich heiße Roberta und wohne in Bonn in Nordrhein-Westfalen.

In welchem Land und wie lange haben Sie das Auslandsjahr verbracht?

Ich habe meinen sechsmonatigen Freiwilligendienst in Mexiko verbracht, genauer gesagt in Mexiko-Stadt.

Wie groß war der Kulturschock?

Zu Beginn war der Kulturschock spürbar, vor allem aufgrund der Größe der Stadt, des Verkehrs und des anderen Lebensrhythmus. Bislang hatte ich noch nie in einer so großen Stadt wie Mexiko-Stadt gelebt. Zusätzlich waren der deutlich flexiblere Umgang mit Zeit und die Lautstärke im öffentlichen Raum für mich ungewohnt. Zudem stellten die signifikanten sozialen Ungleichheiten im Stadtbild sowie der Alltag mit vermehrten Sicherheitsvorkehrungen anfänglich eine Herausforderung dar. Mit der Zeit habe ich mich jedoch gut angepasst und gelernt, damit umzugehen.

Was hat Sie im Gastland am meisten beeindruckt?

Besonders beeindruckt haben mich die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen, die starke Gemeinschaft sowie der Stolz auf die eigene Kultur und das eigene Land. Letzteres war besonders im September zu spüren. Auch die ganzen Traditionen wie unter anderem der Día de los Muertos, die weihnachtlichen Posadas, die Tradition der Rosca de Reyes am 6. Januar und die Tamales am 2. Februar haben mich fasziniert. 

Auch die kulturelle, kulinarische und landschaftliche Vielfalt Mexikos hat mich sehr fasziniert. Zudem war ich erstaunt, wie digitalisiert, fortschrittlich und international die Stadt ist.

Wie sind Sie mit Ihrer Einsatzstelle zurechtgekommen?

Insgesamt bin ich mit meiner Einsatzstelle sehr gut zurechtgekommen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fand ich mich im Arbeitsalltag zurecht und konnte meine Aufgaben selbstständig übernehmen. Die Arbeit war zum Teil herausfordernd, aber auch sehr lehrreich. Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen war bereichernd und ich konnte sowohl fachlich als auch persönlich viel dazulernen.

Was waren die schönsten und wichtigsten Erfahrungen?

Zu den schönsten Erfahrungen zählten die Begegnungen mit den Menschen vor Ort und das Leben in einer mexikanischen Wohngemeinschaft. Dadurch konnte ich einen intensiven Einblick in die Kultur des Landes gewinnen. Besonders wichtig war für mich, dass meine Mitbewohner:innen mir nie das Gefühl gegeben haben, fremd zu sein, sondern mich jederzeit willkommen geheißen und mir ein Gefühl von Zuhause vermittelt haben.

Der Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen hat mich sehr begeistert, insbesondere das Kennenlernen neuer Perspektiven und Meinungen. Darüber hinaus war es für mich eine wertvolle Erfahrung, im Alltag immer selbstständiger zu werden und meine Sprachkenntnisse aktiv anzuwenden. Auch die Arbeit in meiner Einsatzstelle und das Übernehmen von Verantwortung haben mich persönlich wachsen lassen. Außerdem fand ich es bereichernd, verschiedene Regionen Mexikos zu entdecken und mich auch kulinarisch auszuprobieren.

Was hat Ihnen nicht gefallen? Was waren negative Erfahrungen?

Rückblickend kann ich sagen, dass es keine eindeutig negativen Erfahrungen gab. Zwar hatte ich zu Beginn meines Aufenthalts einige Schwierigkeiten, die sich zunächst wie negative Erfahrungen angefühlt haben, doch mit der Zeit habe ich diese Herausforderungen als Teil eines Lern- und Entwicklungsprozesses verstanden. Gerade diese anfänglichen Schwierigkeiten haben mir geholfen, zu wachsen, mich weiterzuentwickeln und mich besser in meinem neuen Umfeld zurechtzufinden.

Wie waren Sie mit der Betreuung durch die Entsendeorganisation in Deutschland und vor Ortzufrieden?

Insgesamt war ich mit der Betreuung sowohl in Deutschland als auch vor Ort zufrieden. Bei Fragen oder Problemen gab es Ansprechpartner:innen, die mich unterstützt haben.

Haben Sie neue Freundschaften geschlossen?

Ja, ich habe sehr viele neue Freundschaften geschlossen, insbesondere mit meinen Mitbewohner:innen. Wir werden uns sehr bemühen, den Kontakt weiterhin aufrechtzuerhalten. Aufgrund der Zeitverschiebung wird dies zwar manchmal schwierig sein, dennoch möchten wir regelmäßig in Kontakt bleiben.

Haben Sie im Ausland neue Hobbys gefunden?

Ja, ich habe neue Hobbys für mich entdeckt, darunter das Tanzen. Ich habe bereits vor Mexiko getanzt, doch erst hier wurde mir bewusst, welchen Wert das Tanzen für mich hat, denn es macht mir große Freude. Ich habe bei den Salsa-Social-Abenden immer wieder Salsa und Bachata getanzt. Ich hatte aber auch die Möglichkeit Cumbia, Merengue und ein bisschen Banda (was ein typischer Tanz Mexikos ist)zu lernen.

Wofür haben Sie die Förderung durch das Stipendium verwendet?

Ich habe die Förderung für Reisen und Ausflüge innerhalb Mexikos genutzt, wodurch ich mehr vom Land sehen und die Kultur besser kennenlernen konnte. Dafür bin ich sehr dankbar, da mir diese Erfahrungen ohne die finanzielle Unterstützung nicht möglich gewesen wären. Außerdem habe ich einen Teil des Stipendiums für Spanischunterricht verwendet, um meine Sprachkenntnisse weiter zu verbessern.

Haben Sie Pläne, die Auslandserfahrungen zu nutzen?

Ja, ich plane, meine Auslandserfahrungen in Zukunft aktiv zu nutzen. Während meines Freiwilligendienstes habe ich vielfältige Arbeits- und Lebenserfahrungen gesammelt, die mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich stark geprägt haben. Besonders meine interkulturellen Kompetenzen, meine verbesserten Spanischkenntnisse sowie meine gewachsene Selbstständigkeit möchte ich gezielt in meinem weiteren beruflichen Werdegang einsetzen, da sie mich voranbringen und mir helfen werden, meine Ziele zu erreichen.

Zudem haben mich die Herausforderungen im Ausland flexibler, belastbarer und offener gegenüber neuen Situationen gemacht – Eigenschaften, die in vielen Berufsfeldern von großer Bedeutung sind. Die Auslandserfahrung war außerdem sehr hilfreich für meine persönliche Orientierung und hat mir dabei geholfen, mich bewusst für meine zukünftige Studienrichtung zu entscheiden.

Drei Tipps für alle, die ins Ausland gehen

1. Lass deinen Horizont erweitern und sage Ja zu neuen Erfahrungen.

2. Versuche Menschen, Traditionen und die Kultur wirklich zu verstehen – baue Kontakte zu Locals auf, gehe auf lokale Feste und begegne allem offen und ohne zu verurteilen.

3. Auch wenn es am Anfang schwer ist: Gib nicht auf. Du schaffst das – und es wird eine unvergessliche Erfahrung.