Lena war zum Schüleraustausch in Frankreich – „Ich hatte sehr viel Heimweh die ersten Tage“

Erfahrungen von Lena, die ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium im Süden von Frankreich verbracht hat.

Lena war für ein Jahr zum Schüleraustausch im Süden von Frankreich

Nun neigt sich mein Auslandsjahr dem Ende zu und ich werde euch ein letztes Mal über meine Erfahrungen berichten. Meine beiden ersten Berichte findet ihr hier:

 

Schüleraustausch in Frankreich: Mein Fazit

Meine schönsten und wichtigsten Erfahrungen in diesem Jahr waren auf jeden Fall die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen. Ich wurde hier mit sehr viel Liebe und Geduld empfangen, sie haben sich viel Zeit genommen und waren immer für mich da. Dies hat mir vor allem am Anfang viel geholfen.

Natürlich trifft man während der Zeit auch auf negative Situationen oder man sammelt negative Erfahrungen, aber ich glaube das ist ganz normal. Eine negative Erfahrung, die ich gesammelt habe, war, dass einige meiner Freunde etwas genervt und verletzt waren, als ich auch mal etwas mit anderen gemacht habe. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen, doch es ist völlig normal auch mal etwas mit anderen zu unternehmen.

Während meines Austausches hat mich am meisten überrascht, dass ich so gute und enge Freunde gefunden habe. Der Abschied fiel mir sehr, sehr schwer; wir haben viel zusammen erlebt und unternommen! Ob es bleibende Freundschaften sind, kann ich noch nicht sagen, ich denke, dass wird sich mit der Zeit heraus stellen, aber ich hoffe es sehr!

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich sehr gut verstanden; wir konnten immer über alles reden, haben schöne Momente erlebt, sind immer mehr zusammen gewachsen und haben zusammen einen Alltag gefunden. Ich glaube am Anfang wird es zuhause sehr ungewohnt sein, wenn ich mich wieder umgewöhnen muss.

Seitdem ich hier bin, gehe ich oft spazieren und an die frische Luft. Mit unseren Freunden bleiben wir oft nach der Schule draußen oder setzten uns zusammen an den Fluss. Außerdem gehe ich manchmal joggen und zwischendurch habe ich Zumba gemacht. Aber ein richtiges Hobby habe ich nicht gefunden.

Mit meinen Freunden und meiner Familie in Deutschland hatte ich immer sehr viel Kontakt. Ich habe oft mit meinen Eltern geskypt oder Nachrichten geschrieben. Normalerweise ist das, glaube ich,  nicht immer der beste Weg. Wenn ich Heimweh hatte, hat mir das aber sehr geholfen. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden mit Heimweh umzugehen, denn wir sind alle unterschiedlich.

Ich freue mich sehr meine Familie wieder zusehen, denn sie haben mir sehr gefehlt und natürlich auch meine Freunde. Außerdem fehlt mir hier ein bisschen die „Freiheit“, denn bei uns gibt es keine Züge und nur selten Busse, das ist etwas kompliziert.

Am meisten werde ich meine Freunde und meinen Alltag hier vermissen, denn sie haben mich unglaublich nett aufgenommen und meinen Austausch zu dem gemacht, was er jetzt ist. Und dann das schöne Wetter!

Was ich aus dem Austauschjahr machen werde

Für meine Zukunft werde ich meine Auslandserfahrungen oft gebrauchen und benutzen! Höchstwahrscheinlich werde ich den Französisch-Leistungskurs belegen und dann probieren meine Erfahrungen auch mit ins Studium einzubringen.

Die Leistungen meiner Austausch-Organisation

Die Leistung meiner Austauschorganisation war in Ordnung. Bei der Deutschen Organisation habe ich mich aufgehoben gefühlt. Wenn ich eine Frage hatte, habe ich sofort eine Antwort und auch oft Tipps bekommen. Im Gegensatz dazu bei der französischen Organisation gab es für mich weniger; meine Lokalbetreuerin in Frankreich habe ich nicht oft gesehen und ich hatte das Gefühl, dass alles etwas unorganisiert war. Wir haben nichts zusammen unternommen, was ich ein bisschen schade fand.

Wenn du deinen Austausch planst…

Wenn du gerade dabei bist, deinen Austausch zu planen, dann kann ich dir ans Herz legen, dich richtig zu informieren, noch einmal in dich zu gehen, in welches Land du gehen möchtest und zu probieren dich geistig etwas darauf einzustellen.

Zuerst war ich komplett davon überzeugt in die USA zu gehen, auf eine High-School, wie man sie immer in Filmen sieht, in das Land von dem so viele schwärmen und wo das Leben als Traum bezeichnet wird. Ich muss zugeben, das war ganz am Anfang und ich habe mir nicht wirklich viele Gedanken darüber gemacht, wo ich hin gehen möchte und dazu kam, dass ich nie darüber nachgedacht habe, das man ein Auslandsjahr ja auch in anderen Ländern verbringen kann. Letztendlich habe ich mich nochmal mit meinen Eltern zusammengesetzt und wir haben uns wirklich mit dem Thema beschäftigt und alle Möglichkeiten durchgesprochen.

Schließlich habe ich mich entschieden nach Frankreich zu gehen, da ich schon oft mit meinen Eltern hier im Urlaub war und ich dieses Land super schön finde! Außerdem war für mich die Vorstellung, später eine komplett neue und vor allem schwierige Sprache sprechen zu können, echt unglaublich cool! Meine Organisation habe ich durch gute Freunde aus meinem Dorf kennen gelernt, wir haben uns einige Erfahrungsberichte gelesen und kurz danach habe ich mich beworben. Ob man sich wirklich darauf vorbereiten kann, später die ganze Zeit alleine zu sein, sei dahin gestellt, aber ich habe mich auf jeden Fall überhaupt nicht damit beschäftigt. Als ich dann in Frankreich angekommen war, fiel es mir erst sehr schwer mich einzufinden und mich umzugewöhnen.

Das Bewerbungsverfahren für meinen Schüleraustausch

In den Weihnachtsferien habe ich meine Unterlagen los geschickt und dann ging das Warten los! Die E-Mail mit allen meinen Daten habe ich Anfang Februar erhalten und war dann erst total aufgeregt. Gleichzeitig hatte ich plötzlich ein ganz mulmiges Gefühl, weil es nun hieß; dass es wirklich losgeht! Doch, ich dachte immer "Lena, mach dir keinen Stress, du hast noch Zeit“. ein halbes Jahr, das ist noch total lange!"

Doch Pustekuchen! Erstmal hieß es, die Schule zu Ende machen; ich war in der 10. und musste mich deswegen um meinen Abschluss kümmern, Als das geschafft war, kam der Abschlussball, die Zeugnisvergabe und ja, die ersten Abschiede fingen an, von Freunden, die in den Urlaub gefahren sind oder von Freunden, die weiter weg wohnen. Und zwischen den ganzen Abschieden musste ich dann anfangen zu überlegen, was ich meiner Gastfamilie schenken möchte, was ich an Klamotten mitnehmen möchte und dann wie das alles in den Koffer passen soll!

Die ganzen Sommerferien über kam immer wieder jemand von dem ich mich verabschieden musste und mein großer Traum rückte immer näher. Doch in dieser Zeit wusste ich manchmal nicht so recht ob es wirklich mein großer Traum war, denn es wurde gesagt, dass dieses Jahr, das komplette Leben verändert, aber das wollte ich nicht!! Auf keinen Fall, denn das war das Leben wie es mir gefallen hat, ich war total glücklich und dann sollte ich plötzlich gehen. Ich hatte echt Respekt davor, einfach in ein anderes Land zu gehen, habe mich zwar gefreut, aber ich wollte auch nicht gehen!

Meine Vorbereitung auf Frankreich war kurz

So wirklich viel habe ich mich nicht auf den Austausch vorbereitet, wir hatten zwar ein Vorbereitungsseminar von unserer Organisation, doch danach, wusste ich nicht, was ich noch machen kann, denn um ehrlich zu sein, wusste ich nicht wie und ich hatte nicht den Kopf dafür. Bei dem Vorbereitungsseminar habe ich weitere Austauschschüler kennen gelernt, was zuerst einmal eine riesige Hilfe für mich war.

Dort konnten wir uns über unsere Ängste austauchen und ich habe dort auch sehr gute Freunde gefunden, mit denen ich auch schon eine Reise in Frankreich erlebt habe und es sehr gut tut zu reden. Wir haben viele Dinge gemacht um uns vorzubereiten, Situationen durchgespielt und probiert uns auf den Austausch vorzubereiten. Dort haben sie uns sehr viel Informationsmaterial mitgegeben und auch das Angebot, dass wir sie immer erreichen können und sie immer für uns da sein werden. Nicht alles was wir dort gemacht haben hat mir unbedingt geholfen, aber der meiste Teil schon und alleine, dass wir andere Austauschschüler kennen gelernt haben, half mir, da man einfach jemanden hatte, dem es genauso geht und der einem eventuell Tipps geben kann, wie er in einer bestimmten Situation gehandelt hat. Es hat mir etwas gebracht, aber ich hatte trotzdem nicht das Gefühl in allen Punkten gut vorbereitet gewesen zu sein.

Mein Auslandsjahr finanzieren wir von einigen Ersparnissen, die meine Eltern und Großeltern einmal angelegt haben, für die Zeit nach der Schule, also genau für solche Dinge wie ein Auslandsjahr und mit dem Stipendium derDeutschen Stiftung für Völkerverständigung.

Dann kam die letzte Woche. Es gab viele Tränen und wir haben alle viel zusammen gemacht. Danach kam auch schon die letzte Nacht in meinem Bett, in meinem zuhause, in Deutschland - für 10 Monate! Am Morgen bin ich aufgestanden und war recht guter Dinge, denn ich konnte es nicht realisieren, dass es jetzt losgeht. Als ich dann am Flughafen war und durch die Sicherheitskontrollen gegangen bin, habe ich doch realisiert, dass es los ging und es gab nochmal viele Tränen.

Meine Reise nach Frankeich und die Ankunft bei meiner Gastfamilie

Als ich mein Gepäck und den Ausgang gefunden hatte, wurde ich von einem sehr netten Mädchen empfangen. Sie war von der französischen Partnerorganisation da um mich zum richtigen Gleis zu bringen und sich etwas um mich zu kümmern. In der Zeit, als wir auf den Zug warten mussten, haben wir UNO gespielt und etwas auf Englisch geredet. Danach hatte ich 4 Stunden Zugfahrt vor mir, die ich aber mit zwei deutschen Mädchen verbrachte, die auch mit der Organisation im Süden untergebracht wurden. Dies war sehr gut für mich, da ich so etwas abgelenkt war und ich wusste, dass sie das gleiche durchmachen wie ich. Die Zeit verging recht schnell, wir haben gegessen, geschlafen und dann waren wir schon da.

Am Bahnhof habe ich meinen großen Gastbruder gesehen und danach auch meinen kleinen Gastbruder und meinen Gastvater, sie haben mich gleich mit einem „Bisou“ begrüßt (das bekannte Küsschen rechts, links, rechts auf die Wange), doch ich war auch da wieder sehr verwirrt, denn ich habe daran gar nicht mehr gedacht, dass sie sich hier so begrüßen.

So schlimm war es aber nicht und ich denke es gehört auch dazu, in kleine Fettnäpfen zu treten! Nach 45 Minuten Autofahrt habe ich meine Gastmutter, meine Große Gastschwester ihren Mann und ihre Kinder kennengelernt und habe mit meinem gebrochenen französisch versucht ihre Fragen zu beantworten. Sie waren alle sehr lieb zu mir, haben mir mein Zimmer und das Haus gezeigt und sehr viel Geduld bewiesen.

Mein Start in Frankreich war anstrengend

In meiner deutschen Schule wurde mir oft gesagt, dass ich recht gut französisch sprechen kann, deswegen war ich, als ich ankam, am Boden zerstört, als ich nichts verstanden habe. Doch als ich mit anderen Austauschschülern über dieses Problem gesprochen habe, haben sie mir versichert, dass es bei ihnen nicht anders sei. Wenn man eine Sprache in der Schule lernt ist das nicht damit zu vergleichen, wie es letztendlich in dem Land oder in einer Familie sein wird. Denn sie reden total schnell, benutzten Redewendungen und auch viele Wörter, die man so noch nie im Unterricht hatte. Deswegen ist es total normal nichts zu verstehen und es ist umso schöner zu sehen, wenn man anfängt einiges zu verstehen!

Die erste Nacht war für mich sehr schwierig. Ich habe mich alleine gefühlt, mit meinen Eltern telefoniert und ihnen gesagt, dass ich es nicht schaffe hier zu bleiben. Ich kann sagen, der Erste Tag und die ersten zwei Wochen waren für mich wirklich sehr schwer, aber danach ging es Bergauf!

Ich habe sehr schnell einen Alltag gefunden, auch wenn das frühe Aufstehen und die Sprache immer noch sehr ungewohnt waren. Doch ich hatte trotzdem immer viel Heimweh und habe bestimmt auch einmal zu viel mit meinen Eltern oder meinem Freund telefoniert, doch ich glaube auch da jeder findet seinen eigenen Weg, mit Heimweh umzugehen, denn wir sind ja nicht alle gleich. Auch wenn ich weiß, dass man nicht zu oft telefonieren sollte, hilft es mir manchmal kurz mit meinen Eltern zu telefonieren um einfach zusehen, dass alles noch so ist wie vorher.

Hier in Frankreich oder zumindest in meiner Region, treffen dich die Schüler/Innen nach der Schule nicht sehr oft, was auch sehr ungewohnt für mich war. Am Anfang dachte ich, dass ich einfach keine Freunde habe und es alles nur „Schulfreunde“ waren, die sich immer um mich gekümmert haben aber in der Freizeit nichts mit mir machen wollten, deswegen war ich oft sehr traurig. Nach einiger Zeit habe ich aber mitbekommen, dass es bei meinen Mitschülern auch so ist und sie sich nur selten treffen, da sie auch oft Hausaufgaben haben und es hier einfach nicht so ist wie ich es gewöhnt bin.

Nach dem doch sehr schweren Anfang, womit ich gar nicht so gerechnet habe bevor ich hier war, hat sich alles sehr gut entwickelt. Mit der Zeit habe ich immer mehr verstanden, beispielsweise am Essenstisch oder auch mit meinen Freunden im Bus oder in der Schule. Als ich dann erstmal einen richtigen Alltag hatte, war das Heimweh nicht mehr so groß, ich habe mich sehr gut eingelebt und war durch die Schule auch etwas abgelenkt. In dieser Zeit haben mir auf jeden Fall meine Eltern sehr viel geholfen, sie haben mich immer wieder aufgebaut und waren immer für mich da.

Ich habe sehr viel erlebt in diesem Jahr! Während der Herbstferien, bin ich mit meiner französischen Organisation nach Paris gefahren, wo ich einige deutsche Austauschschüler wiedergetroffen habe, worauf ich mich riesig gefreut habe. In meinem Dorf, war ich bei einem Jugendclub angemeldet, die immer viele Dinge unternommen haben.

Dann kam auch schon die Weihnachtszeit. Hier werden oft die Geschenke erst am 25. Dezember ausgepackt, deswegen haben wir dann auch den 25. erst das richtige Weihnachtsessen gehabt. Während der Weihnachtstage, habe ich nicht sehr viel Heimweh gehabt, was glaube ich unteranderem auch daran lag, dass es sich gar nicht angefühlt hat, wie Weihnachten. Die Feiertage sind sehr schnell vorbeigegangenund dann war schon Silvester. Ein Mädchen aus meiner Klasse, hat mich zu ihr eingeladen um dort, mit einigen aus meiner Klasse, zu feiern, darüber war ich sehr froh. Wir haben uns alle ein Küsschen auf die Wange gegeben und dann noch ein bisschen weiter gefeiert.

Ich habe in Frankreich immer mehr Freunde gefunden

Zwischendurch habe ich immer mal wieder Ausflüge zusammen mit meiner Gastfamilie gemacht oder mich mit Freunden getroffen.

Im Februar hatten wir unseren Abschlussball und dann auch noch zwei Wochen Ferien. Ich habe einiges mit meinen Freunden gemacht und auch wieder viel mit dem Club aus meinem Ort. So ging das eigentlich auch die restliche Zeit. Ich habe immer mehr Anschluss gefunden, habe immer bessere Freunde gefunden und mir ging es immer besser. Heimweh, hatte ich kaum noch und ich habe einen Alltag und ein Leben gefunden, was sich sehr gut angefühlt hat. Und dann hatte ich das Gefühl, dass ich wieder gehen musste, dass ich mein neues Leben wieder ‚aufgeben‘ musste und nicht alles gemacht habe, was ich mir vorgenommen habe.

Der Abschied von Frankreich fiel mir sehr schwer

Zum Schluss haben wir sehr viel zusammen gemacht und jeden Moment genossen. Der Abschied fiel mir sehr schwer. Jetzt bin ich schon wieder in Deutschland und kann es manchmal noch gar nicht so richtig glauben, dass ich nicht mehr bei all meinen Freunden bin. Auch da gab es wieder viele Tränen.

Im Flugzeug saß ich dann da, auf dem Weg nachhause… eigentlich wusste ich ja, was mich erwartet, aber trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl. Auch da habe ich viel geweint, doch dann war es endlich soweit, dass ich alle meine Lieben wieder in den Arm schließen konnte. Ich wurde ganz lieb empfangen und zuhause haben alle auf mich gewartet und wir haben den Abend alle zusammen verbracht. Am Anfang war es sehr komisch, ich war in Gedanken noch in Frankreich und konnte es wirklich nicht glauben, sie alle erstmal nicht zu sehen. Jetzt ist es aber eigentlich schon wieder wie vorher.

Ich denke es ist nicht schlecht einmal alle zusammen zu sehen, dann hat man gleich die Möglichkeit sich mit allen auszutauschen. Bisher habe ich dieses Auslandsjahr glaube ich noch nicht ganz verarbeitet, doch das braucht ja auch ein bisschen Zeit. Bald haben wir von unserer Nachbereitungsseminar mit unserer Organisation und mal sehen, was die Zeit so bringt. Ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit hatte, ins Ausland zu gehen und auch diese Erfahrungen zu sammeln! Meine Eltern haben mir immer sehr viel geholfen, sie waren immer für mich da und haben mich unterstützt, außerdem haben mir auch meine Freunde oft weiter geholfen, da sie mich sehr gut verstanden haben und wir über alles reden können.

Wie ich das Stipendium bekommen habe und wie es mir geholfen hat

Ich habe von Familienmitgliedern von diesem Stipendium erfahren. Danach bin ich mit meinen Eltern zu einer Austauschmesse nach Hannover gefahren und dort haben wir weitere Informationen erhalten. Ich habe alle Ansprüche für dieses Stipendium erfüllt, deswegen haben wir es versucht und angefangen meine Bewerbung zu schreiben. Bei der Bewerbung sollte man darauf achten, dass man ehrlich und ausführlich schreibt und auch, dass man eine Bescheinigung von jeder ehrenamtlichen Aktivität mit schickt. Meine Bewerbung habe ich nur zu der Deutschen Stiftung für Völkerverständigung geschickt und auch keine anderen Stipendienmittel erhalten. Das Taschengeldstipendium hat mir ermöglicht, dass ich flexibler war im Ausland und so, viel erleben konnte! Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Deutsche Stiftung für Völkerverständigung für das Stipendium und für den lieben Kontakt, während meines Auslandsjahres. Für mich ist es ein tolles Gefühl, ein Stipendium erhalten zu haben, für die Arbeit die mir Spaß macht und für Aufgaben, die ich gerne übernehme!

Was ich von meinem Austauschjahr lerne

Abschließend kann ich sagen, dass ein Auslandsjahr sehr viel helfen kann. Ich bin viel selbstsicherer geworden; mir macht es nichts mehr aus, was andere über mich denken oder einfach Sachen, über die sich Jugendliche oft Gedanken machen, beschäftigen mich nicht mehr. Außerdem lernt man mit Problemen einfacher umzugehen, denn man merkt, dass es viel Schlimmeres gibt! Man wird einfach stark und merkt, wie lieb die Welt doch sein kann, denn das habe ich hier sehr oft gemerkt, dass ich mit total viel Liebe empfangen wurde. Alle probieren mir zu helfen, sind sehr interessiert an meinem Leben in Deutschland und stehen mir immer zur Seite. Zudem lernt man sein Zuhause, seine Eltern, seine Freunde und auch sein Land noch viel mehr zu schätzen. Für mich hat sich jede Träne „gelohnt“, denn mittlerweile bin ich glücklich und unglaublich froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Ich habe ein zweites zuhause gefunden, Menschen zu denen ich immer wieder kommen kann und mit denen ich eine geniale Zeit verbracht habe.

Eins sollte man sich immer merken, wenn man mal ein Problem hat oder vor einer Sache steht, die unmöglich erscheint und die einen total fertig macht: Für jedes Problem gibt es eine Lösung und die Zeit heilt alle Wunden! Auch wenn es sich sehr schwierig anhört, mit der Zeit lernt man mit dem Problem umzugehen und damit zu leben. Das heißt nicht, dass ich immer glücklich bin, es gibt immer wieder Abende, wo ich gedacht habe „wieso bin ich hier?“ und „wann ist es endlich zu Ende ?“, doch den nächsten Morgen war alles wieder gut und ich konnte mit einem Lächeln die Welt anschauen.

Ich habe noch einen Spruch von meiner Mutter, den sie mir oft gesagt hat. Einmal: Lache die Welt an und die Welt lacht zurück. – das kann einem viele Türen öffnen und man ist automatisch besser drauf! Und Letztendlich glaube ich nicht, dass sich das Leben so sehr verändern wird, denn auch wenn man zuhause bleiben würde, verändert sich viel. Also warum nicht mal was Neues ausprobieren und über seine Schatten springen?   Wenn ich nochmal die Möglichkeit hätte, das alles hier zu erleben würde ich es immer wieder machen und jedem der mit dem Gedanken spielt, die Frage mit „Ja, mach es“ beantworten!

Also, wenn ihr das Abenteuer eingeht – Viel Glück!

Bisous Lena Neubert