Paula: Schüleraustausch England ist ein schönes Land - auch durch schwierige Situationen habe viel für mein Leben gelernt

Erfahrungsbericht von Paula, die ihr Auslandsjahr mit unserem Austausch-Stipendium in England verbracht hat

Paula war für 10 Monate in England

Hallo aus England!

In gut einem Monat ist es so weit und ich werde mich auf den Rückweg nach Deutschland machen. Ich kann es kaum glauben, dass es jetzt schon fast vorbei ist.

Ich habe in diesem Jahr so viel erlebt! Wenn ich überlege was alles passiert ist, fühlt es sich viel länger an als ein Jahr, aber andererseits ist die Zeit wie im Fluge vergangen. Meine Highlights waren Dinge, die ich vorher noch nicht erlebt hatte, zum Beispiel der erste Ausflug nach London, eine Schuluniform zu tragen oder den Urlaub in Cornwall zu verbringen. Es war auch immer ein gutes Gefühl, wenn es nach einer schwierigen Zeit wieder bergauf ging. Ich denke ich habe in diesem Jahr auch gelernt, mich an den kleinen Dingen zu erfreuen, mir Ziele zu setzen und zu sehen, dass Fortschritte gemacht werden, auch wenn es manchmal kleine Fortschritte waren.

Im Nachhinein weiß ich sogar negative Erfahrungen zu schätzen, besonders wenn ich dabei etwas Lernen konnte und sich die Dinge letztendlich positiv entwickelt haben. In manchen Situationen habe ich mich gefragt, warum ich das Ganze gemacht habe, und manchmal wollte ich nichts außer nach Hause zu gehen, doch mittlerweile bin ich froh, dass ich durchgehalten habe. Ich glaube, dass jeder Austauschschüler mal in einer solchen Situation sein kann, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Mehrere Gastfamilien-Wechsel

Etwas schwierig war, dass ich mehrmals die Gastfamilie gewechselt habe. Der erste Wechsel war mein Wunsch. Unruhig wurde mein Auslandsjahr auch, weil ich die Schule gewechselt habe und die neue Schule mit rund 30 Kilometern so weit weg war, dass ich nicht jeden Tag pendeln konnte. Dadurch ergaben sich weitere Wechsel der Gastfamilie.

In schwierigen Situationen habe ich vor allem von meinen Eltern und meiner Familie immer viel Unterstützung und Verständnis erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Mir hat es auch geholfen, mit anderen Austauschschülern zu sprechen, da ich finde dass diese einen ziemlich gut verstehen, weil sie ähnliche Sachen durchmachen.

Ich denke dass man sich von negativen Erfahrungen nicht abschrecken lassen sollte, die gehören einfach dazu, und wie die Engländer so schön sagen: You never lose, you either win or you learn.

In England trifft man viele deutsche Austauschschüler

An England hat mich am meisten beeindruckt wie höflich alle sind, und auch, dass darauf so ein großer Wert gelegt wird. Überrascht hat mich, wie viele Austauschschüler hier sind. An meiner alten Schule waren ca. 35 Austauschschüler, die meisten aus Deutschland und wie ich für ein Jahr in England. An meiner neuen Schule gibt es auch ein Internat, in dem Schüler aus Afrika, Hong Kong und China leben. Generell ist es für die Engländer meiner Meinung nach relativ normal, dass es so viele Ausländer gibt, weil auch viele zum Studieren kommen. Ich glaube, dass es so viel erscheint liegt auch daran, dass Großbritannien ja deutlich kleiner ist als die USA, weshalb alle nicht so verteilt sind.

Das Thema Gastfamilie ist bei mir - wie erwähnt - etwas komplizierter, aber mit der Familie, bei der ich momentan lebe, verstehe ich mich sehr gut, obwohl die Familie sehr anders ist als meine Familie in Deutschland.

Die Gastfamilien in England werden für das Aufnehmen eines Gastschülers bezahlt. Ich denke, dass sich dadurch schon ein Unterschied ergibt zum Beispiel zu den USA. Dort bekommen die Familien kein Geld.

Freundschaften kommen auch im Schüleraustausch nicht von allein

Ob ich bleibende Freundschaften geschlossen habe, kann ich noch nicht sagen. Momentan bin ich ja noch in England, und dann muss man mal sehen, wie sich die Kontakte so entwickeln. Es ist mir anfangs schwer gefallen, Freunde zu finden. Das war ungewohnt für mich, da ich normalerweise zum Beispiel im Urlaub immer schnell Freunde finde. Ich denke, dass die Bedeutung von Freundschaft vielleicht auch von Land zu Land anders ist. Man sollte auf jeden Fall nicht erwarten, dass man automatisch viele Freunde findet. Um Freundschaften aufzubauen braucht es Zeit, Geduld und viel Auf-andere-zu-gehen. Wie ich finde verliert man mit der Zeit aber auch die Scheu, und mittlerweile ist es mir ziemlich egal, was Andere von mir denken. Ich hoffe sehr, dass die Freundschaften, die ich geschlossen habe, noch lange halten.

In Deutschland spiele ich Hockey, das habe ich auch während der ersten Hälfte meines Auslandsjahres gemacht. Wegen des Schulwechsels hatte ich nicht die Möglichkeit, an einem Sportangebot der Schule teilzunehmen. Ich würde jedoch jedem empfehlen, sich vor dem Auslandsjahr bei der Schule zu informieren, welche Sportangebote es gibt. Ich denke dass dies ein guter Weg ist, Leute kennen zu lernen und etwas außerhalb des Unterrichts zu unternehmen. Ich würde nicht sagen, dass ich ein neues Hobby gefunden habe, aber ich gehe gerne joggen oder einfach spazieren. Generell habe ich in diesem Jahr gelernt, dass es auch mal schön sein kann, etwas alleine zu machen. Ansonsten verbringe ich gerne Zeit mit Freunden.

Ich hatte viel Kontakt nach Hause

Zu meiner Familie und meinen Freunden habe ich während meines Auslandsjahres recht viel Kontakt gehalten. Zwar habe ich versucht, so wenig Deutsch wie möglich zu sprechen, jedoch hat mir der Kontakt nach Hause vor allem in schwierigen Situationen sehr geholfen. Mit meinen Eltern habe ich viel Kontakt gehabt, weil es auch wegen des ganzen Gastfamilienwechsels etc. immer viel zu besprechen gab. Ich habe nicht das Gefühl, durch den Kontakt zu Familie und Freunden in Deutschland Heimweh bekommen zu haben, aber ich denke dass da jeder anders ist und seinen eigenen Weg finden muss. Sehr gefreut habe ich mich über Postkarten, Briefe und Päckchen von meiner Familie und Freunden.

Am meisten freue ich mich in Deutschland auf meine Familie und meine Freunde, die mir oft gefehlt haben. Vermissen werde ich die Menschen, die ich hier kennen gelernt habe, die Traditionen wie zum Beispiel das Roast Dinner am Sonntag und so nah am Meer zu wohnen.

Die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe, werden mir zu Hause in jedem Fall helfen, nicht nur in der Schule. Ich denke dass mein während eines Auslandsjahres einfach viel fürs Leben lernt, auch Dinge die man ohne schlechte Zeiten vielleicht nicht gelernt hätte. Außerdem hoffe ich, dass meine Englischkenntnisse mir in der Schule und auch später im Studium helfen werden. Ich überlege, nach der Schule noch mal ins Ausland zu gehen um vielleicht eine weitere Sprache zu lernen.

Zum Beginn des Auslandsjahres war ich gerade erst 15 geworden, daraus ergaben sich eine Reihe von Herausforderungen, auch für meine Austauschorganisation. Es war zum Beispiel nicht einfach, in der Grafschaft Kent eine Schule zu finden. Normalerweise werden Austauschschüler an sogenannte Grammar Schools (das entspricht in etwa dem deutschen Gymnasium) vermittelt. Da dies wegen meines Alters nicht möglich war, ging ich auf eine High School. Da es mir dort nicht gut gefallen hat, habe ich um einen Schulwechsel gebeten.

Wegen meines Alters hatte ich außerdem eine zuständige Sozialarbeiterin vom Landkreis Kent, die mich regelmäßig besucht hat. Meine Gastfamilien mussten viele Formulare ausfüllen, außerdem Finanz-, Doktor- und Polizeichecks machen.

Aus meiner Sicht war es nicht immer ganz einfach mit den Ansprechpartnern. Einerseits hatte die Organisation eine englische Betreuerin vor Ort in Kent, aber bei den grundlegenden Dingen musste auch der Chef der Organisation mit meinen Eltern sprechen. Was ich dann von den verschiedenen Seiten hörte, war für mich manchmal etwas verwirrend.

Durch vielleicht auch etwas unglückliche Umstände haben sich Probleme ergeben, durch die auch die Organisation viel Arbeit hatte. Manchmal läuft alles rund, und in anderen Fällen hakt es auch mal, so wie bei mir. Meine Eltern und ich haben dann gesagt, was unser Wunsch ist. Zum Schluss passte es mit der Schule und den Familien.

Meine Erfahrung: Geht ins Ausland aber mit guter Vorbereitung!

Jemandem, der überlegt, ins Ausland zu gehen, würde ich auf jeden Fall raten, dies zu tun! Ich denke es ist wichtig, ein Auslandsjahr weit im Voraus zu planen, sodass man genügend Zeit hat, um das richtige Land und die richtige Organisation zu wählen.

Ich bereue es auf keinen Fall, das Auslandsjahr gemacht zu haben. Jedoch denke ich, wenn ich die Entscheidung noch einmal treffen müsste, würde ich mir für die USA oder Neuseeland als Austauschland entscheiden. Eine Freundin von mir war in den USA und hat sehr gute Erfahrungen gemacht, außerdem gefällt mir, dass die Gastfamilien nicht bezahlt werden. So kann man sicher sein, dass das Geld nicht der Grund für die Aufnahme eines Austauschschülers ist. Eine andere Freundin von mir war in Neuseeland, was ihr gut gefallen hat. Im Nachhinein denke ich, dass das sehr praktisch für mich gewesen wäre. Das liegt daran, dass ich auf dem Gymnasium (G8) bin, und somit die 11. Klasse, in der man eigentlich das Auslandsjahr machen würde, wegfällt. Da ich nicht wiederholen möchte, werde ich nach dem Auslandsaufenthalt sofort in die Qualifikationsphase einsteigen. In Neuseeland beginnt und endet das Schuljahr mit den Winterferien. Das ermöglicht, das zweite Halbjahr der 9. Klasse und das erste Halbjahr der Stufe 10 ins Ausland zu gehen.

England hat mir gut gefallen

Mir hat es in England gut gefallen, es ist wirklich ein schönes Land! Jedoch denke ich es ist nichts für Leute, die das “typische Auslandsjahr” suchen, also mit High School und komplett anderer Kultur.

Für die Wahl des Austauschlandes und der Organisation ist der Besuch einer Schüleraustausch-Messe sicher sehr hilfreich. Dort kann man die Stände vieler Organisationen angucken, persönlich Gespräche führen, sich beraten lassen und Berichte von Ehemaligen anhören. <s></s>

Die Organisation, für die ich mich letztendlich entschieden habe, war an einem der ersten Stände, die ich mir angeguckt habe. Da mich dieser angesprochen hat, habe ich mich gar nicht mehr richtig für die übrigen Stände interessiert. Ich würde jedem raten, zu einer Messe zu gehen und sich sehr viel Zeit mitzubringen, sodass man alle Stände in Ruhe angucken kann und nicht voreilige Entscheidungen trifft. Selbst wenn man schon eine Idee hat, welches Land und welche Organisation man aussuchen möchte, kann es sehr hilfreich sein, sich auch komplett andere Stände anzusehen und einfach mal anzuhören, was diese so zu erzählen haben. Danach ist es wichtig, dass man sich nicht sofort für etwas entscheidet, sondern sich Zeit nimmt, um sich das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen.

Außerdem denke ich, dass man ein Auslandsjahr nur machen sollte, wenn man es wirklich will. Es wird nicht alles nur toll und spaßig sein, aber wenn man es wirklich will, wird man die Probleme meistern. Jedoch ist ein Auslandsjahr eine große Sache und es macht keinen Sinn, sich dafür zu entscheiden, wenn man das nur aus der Laune heraus macht.

Meine Vorbereitung auf den Schüleraustausch

Wenn man sich dann für das Auslandsjahr entschieden, ein Austauschland gewählt und eine Organisation gefunden hat, beginnt die Vorbereitung. Ich hatte im April 2014 die SchülerAustausch-Messe besucht. Danach habe ich meiner Organisation zuerst eine Anmeldung geschickt, woraufhin ich den Bewerbungsbogen zugeschickt bekommen habe. Dann hieß es erst einmal warten. Anfang 2015 stand dann fest, an welche Schule ich gehen kann. Im Frühsommer 2015 kam ein Brief mit der Adresse meiner Gastfamilie. Ich war sehr aufgeregt!

Ich habe ihnen einen Brief geschrieben, woraufhin ich einen Brief zurückbekam. Dann haben wir ab und zu Emails geschrieben, einmal haben wir geskypt. Anfangs war ich etwas enttäuscht, weil ich mir Gastgeschwister gewünscht hatte und nun doch keine hatte, aber ich kann sagen, man sollte sich auf jeden Fall nicht zu genaue Vorstellungen bezüglich der Gastfamilie machen. Mittlerweile denke ich, dass man das Ganze am besten einfach auf sich zukommen lässt und jeder Gastfamilie eine Chance gibt.

Wirklich vorbereitet habe ich mich auf den Auslandsaufenthalt nicht. Mit einem ehemaligen Austauschschüler habe ich mich über die Kurswahl an der Schule ausgetauscht. Es gab ein Treffen von meiner Organisation, wo uns ein bisschen über England erzählt wurde. Ich denke, dass man sich nicht wirklich auf ein Auslandsjahr vorbereiten kann, weil es anders ist als alles was man je zuvor gemacht hat, und es wird sowieso nicht alles so kommen wie man sich es vorstellt. Ich finde man lässt das Ganze am besten auf sich zukommen und dann lernt man in neuen Situationen auch von selbst, wie man damit umgeht.

Dann ging eigentlich alles ziemlich schnell. Es kamen die Sommerferien, ich war im Urlaub, und dann fing es an mit dem Verabschieden, Geschenke für die Gastfamilie besorgen, Koffer packen. Der Abschied aus Deutschland war für mich nicht so schwer, weil ich überhaupt nicht realisiert habe, dass das alles gerade wirklich passiert.

Vor den Sommerferien hatte ich die 9. Klasse beendet. Da die Schule in England später wieder anfing als in Deutschland, und ich mich nicht an das neue Kurssystem gewöhnen und dann in England sofort wieder umgewöhnen wollte, habe ich nach den Sommerferien noch ein zweiwöchiges Praktikum absolviert. Dann ging es auch schon los.

Schwierige Anreise nach England

Da ich unter 16 bin, war es mit der Anreise etwas schwierig. Ich wollte nicht von meinen Eltern gebracht werden, weil ich denke, dass dies den Abschied schwerer macht, und außerdem ist das Auslandsjahr ja auch dafür da, dass man selbstständiger wird, da gehört die Anreise für mich dazu. Es gibt nur wenige Fluggesellschaften, die unter 16-jährige mitnehmen, und da ich mich erst relativ spät gekümmert habe, war es schwierig, Flüge zu finden.

Also habe ich mich entschieden, mit dem Zug zu fahren. Das war allerdings auch relativ kompliziert mit all den Regeln und Bedingungen, aber ich fuhr mit einem anderen Austauschschüler derselben Organisation und hatte auch sehr viele Papiere und Bestätigungsformulare dabei. Dann war es soweit, meine Eltern haben mich zum Bahnhof gebracht und es ging los!  In Brüssel, wo man für den Eurostar einchecken muss, musste ich mein Ticket zeigen, nach meinem Alter wurde sich gar nicht erkundigt und die Formulare habe ich nicht gebraucht. Dann mussten wir noch der belgischen und englischen Polizei unsere Ausweise zeigen, sie haben uns auch Fragen gestellt, zum Beispiel wo wir hinfahren und warum. Der Check-in war wie am Flughafen, mit Kofferkontrolle und allem drum und dran. Während der Reise schien mir alles sehr surreal. Es ging ganz schnell. In London musste ich umsteigen, und am frühen Nachmittag hat mein Gastvater mich in Canterbury vom Bahnhof abgeholt. Er hat mir ein bisschen die Stadt gezeigt und am Abend habe ich auch meine Gastmutter kennen gelernt.

Mit der Sprache hatte ich kaum Probleme

Mit der Sprache hatte ich nicht so viele Probleme, das Meiste konnte ich gut verstehen und ich konnte mich auch einigermaßen verständigen. Am ersten Wochenende hatten wir ein Treffen mit meiner Organisation. Das war schön, weil es uns die Gelegenheit gab, mit anderen Austauschschülern über die ersten Erlebnisse zu reden. Vor meinem ersten Schultag war ich sehr aufgeregt, aber die Lehrer waren alle sehr nett und verständnisvoll. Im ersten Monat hatte ich fast überhaupt kein Heimweh, alles war so neu und anders, da hatte ich gar keine Zeit, an zuhause zu denken.

Meine erste Gastfamilie war ein nettes Pärchen, jedoch hatte es einfach mit uns nicht richtig gepasst. Beide haben sehr viel gearbeitet und waren selten zuhause, weshalb ich mich oft alleine gefühlt habe. Im Oktober hatten wir einen weiteren Ausflug mit der Organisation, diesmal ging es nach Brighton. Dort habe ich mit den Mitarbeitern über die Situation mit der Gastfamilie gesprochen. Daraufhin wurde eine neue Familie gesucht. Mit meiner neuen Gastfamilie, zu der ich Anfang November gezogen bin, habe ich mich gut verstanden.

Über Weihnachten bin ich nach Hause gefahren

Ende November haben wir uns mit der Organisation zum Weihnachtsessen getroffen. In der Adventszeit war es ziemlich schwierig, von zu Hause weg zu sein, weil alles sehr anders war und gar keine Weihnachtsstimmung aufkam. Da meine Gastfamilie über Weihnachten Besuch bekam, konnte ich nicht dort bleiben und bin für eine Woche nach Hause gefahren - mit dem IC Bus der Deutschen Bahn. Der Bus fährt von London nach Düsseldorf und nimmt auch unter 16-Jährige mit. Das dauert um die 11 Stunden, was natürlich eine sehr lange Fahrt ist, aber da der Bus über Nacht fahrt, ging es schnell vorbei.

Es war schön zuhause zu sein und meine Familie zu sehen. Ich habe nicht viele von meinen Freunden gesehen, weil ich mich nicht von allen noch mal verabschieden wollte und außerdem waren einige von ihnen selber im Ausland. Wir haben dann noch meine Familie besucht, und schon ging es wieder zurück.

Der erste Tag zurück in England ist mir sehr schwer gefallen. Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten, durchgängig in seinem Austauschland zu bleiben. Es ist eine einmalige Chance, Weihnachten mal wo anders zu erleben, die man in jedem Fall nutzen sollte. Nach den Ferien gab es dann noch mal viel Rauf und Runter, wie gesagt ist nicht alles ganz so gelaufen wie geplant. Teilweise habe ich überlegt, nach Hause zu gehen, aber so richtig war das für mich nie eine Option. Mittlerweile bin ich froh, dass ich nicht aufgegeben habe! Jetzt sind es nur noch ein paar Wochen, bis die Ferien anfangen und ich mich auf den Rückweg mache. Einerseits freue ich mich sehr auf zuhause, aber ich denke, dass ich England vermissen werde. Ich bin total froh, dass Auslandsjahr gemacht zu haben, und bin dankbar für alle guten und schlechten Erfahrungen. Also: Do it or you will always wonder “what if”.

Wenn die Ferien beginnen, wird meine Familie hier hin kommen und wir machen noch eine gute Woche hier Urlaub, sodass ich ihnen zeigen kann, wo ich das Jahr verbracht habe, und Anfang August geht es dann schon wieder nach Hause. Ich bin sehr gespannt, wie es sein wird, wieder da zu sein, und zu sehen, was sich verändert hat. Ich freue mich sehr auf meine Familie und Freunde, doch trotzdem werde ich traurig sein, zu gehen.

Die Finanzierung meines Auslandsjahres

Mein Auslandsjahr bezahlen meine Eltern für mich, wofür ich sehr dankbar bin. Das monatliche Taschengeld finanzieren wir durch das Stipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Ich habe mich erst über Stipendien informiert, als Land und Organisation schon feststanden. Ich würde dazu raten, sich zuerst nach einem Stipendium zu erkundigen, da die meisten Stipendien für den Auslandsaufenthalt an ein Land oder eine Organisation gebunden sind.

Wie ich zu dem Stipendium gekommen bin

Auf das Taschengeldstipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung bin ich bei der SchülerAustausch-Messe in Bonn aufmerksam geworden. Es gab dort einen Stand und da ich alle Kriterien für das Stipendium erfüllte, habe ich mich dazu entschlossen, mich zu bewerben. Wie gesagt hatte ich mich nach Stipendien für das Auslandsjahr umgeguckt, aber keins gefunden, welches in Verbindung mit meiner Organisation möglich gewesen wäre, deshalb habe ich mich ausschließlich für das Taschengeldstipendium beworben.

Bei der Bewerbung habe ich darauf geachtet, Bescheinigungen für meine ehrenamtlichen Aktivitäten beizulegen, und außerdem sehr ehrlich und ausführlich zu schreiben. Bevor man sich bewirbt sollte man sich informieren, ob das Stipendium passend ist und ob man die Kriterien erfüllt. Für dieses Stipendium beispielsweise sollte man einen Mindestaufenthalt von 10 Monaten im Ausland haben und ehrenamtliches Engagement leisten. Als ich das Stipendium bekommen habe, habe ich mich sehr gefreut. Wir wurden zur Stipendien-Übergabe nach Hamburg eingeladen, das war ein sehr schönes Erlebnis. Es war toll, andere Austauschschüler kennen zu lernen, die mit meiner Organisation nichts zu tun hatten und in ganz verschiedene Länder gehen. Mit einer von ihnen habe ich auch jetzt noch Kontakt, worüber ich mich sehr freue. Da meine Eltern ja das Auslandsjahr bezahlen, bin ich froh, durch das Stipendium wenigstens das Taschengeld “selber” zu finanzieren.

Das Stipendium hat mir ermöglicht, Dinge zu machen, die ich sonst vielleicht nicht gemacht hatte, zum Beispiel Ausfluge nach London. Es hat mir erlaubt, flexibler zu sein und viele Dinge zu erleben. Noch mal vielen Dank an die Deutsche Stiftung Völkerverständigung! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Berichte zu schreiben und ich hoffe, dass ich Anderen, die überlegen ins Ausland zu gehen, hiermit etwas helfen kann. Ich bin sehr froh, dass Stipendium bekommen zu haben, und es ist eine sehr schöne Erfahrung, für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet zu werden. Es war auch interessant, zu hören, was die anderen Stipendiaten gemacht haben.

Mein Fazit: Der Schüleraustausch bietet eine tolle Erfahrung

Ich kann nur noch einmal sagen, dass das Auslandsjahr eine super tolle Erfahrung war, mich das Stipendium sehr unterstützt hat und ich froh bin, dass ich mich für dieses Jahr entschieden habe! Falls ihr plant ins Ausland zu gehen, wurde ich euch raten, eine SchülerAustausch-Messe in eurer Nähe zu besuchen, euch viel Zeit für die Planung und Entscheidung zu nehmen und mal auf der Internetseite der deutschen Stiftung Völkerverständigung (http://www.schueleraustausch-portal.de/) vorbeizuschauen, wo ihr viele Informationen und Berichte finden könnt.

Wenn ihr dann unterwegs seid, denkt daran, man darf nicht vergessen, dass es normal ist, dass mal etwas schief geht, man mal traurig ist und sich Dinge verändern. Wäre man zuhause geblieben, gäbe es auch mal schlechte Tage. Außerdem finde ich es wichtig, dass man sich nicht mit anderen Austauschschülern vergleicht, da sich die Dinge bei jedem in anderem Tempo entwickeln. Manchmal ist es auch bei Anderen nicht so, wie es scheint, wenn man die Bilder bei Instagram oder Facebook sieht.

Also an alle, die sich bald auf den Weg ins Ausland machen oder schon mittendrin sind, viel Spaß und viel Glück!

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbour. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.”

Mark Twain

Liebe Grüße aus England, Eure Paula

Weitere Erfahrungsberichte von Paula im Schüleraustausch in England

https://www.schueleraustausch-portal.de/detail/von-bergisch-gladbach-nach-canterbury/

https://www.schueleraustausch-portal.de/detail/schueleraustausch-erfahrungen-in-england-und-frankreich-die-instagram-posts-von-paula-und-lena/

https://www.schueleraustausch-portal.de/detail/paula-in-england-ist-vieles-anders-als-zuhause/