Clarissa absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur 2017/18 in unserer Stiftung. Sie berichtet hier über ihre Erlebnisse. Heute berichtet sie über die Rückfahrt von der AUF IN DIE WELT-Messe in Stuttgart nach Hamburg
Nachdem Finn bereits auf der Hinfahrt mit Zugausfällen zu kämpfen hatte bahnte sich bevorstehendes Unheil schon an. Wir waren allerdings so auf die Messe konzentriert, dass wir es bis kurz vor Schluss schafften sämtliche Vorzeichen zu ignorieren.
Wir brachten also eine recht erfolgreiche Messe hinter uns und ich hatte sogar die Chance einen Bekannten von der Berlin International School wieder zu treffen, da dort am gleichen Tag ein Basketballturnier mit Teams mehrerer International Schools stattfand.
Als wir dann allerdings einen Blick in den DB-Navigator wagten, wurden wir doch leicht unruhig. Unser Zug nach Hamburg sollte ausfallen. Anscheinend hatte das Eventmanagement der Bahn mal wieder nicht dafür gesorgt, dass ausfallende Züge, die im Norden nicht weg kamen, ersetzt werden konnten.
Dieses Mal sollten wir über Frankfurt umgeleitet werden und von da aus dann nach Hamburg Fahren. Naja, dachte ich, ist ja kein Problem. Dann bekomme ich noch den Rückzug nach Kiel und Finn seine Bahn nach Lübeck. Die Lage spitze sich dann allerdings immer weiter zu, da der Zug von Frankfurt nach Hamburg auch ausfiel.
Als die Messe schließlich vorbei war, stellten wir mit 15 Minuten einen neuen Abbaurekord auf und rannten dann zur U-Bahn, die uns zum Hauptbahnhof brachte, wo wir erstmal überlegten wie wir vorgehen sollten. Uns wurde vorgeschlagen über Würzburg oder über Dortmund zu fahren und ein Zug nach Dortmund hatte genug Verspätung, also haben wir den genommen.
Nach einiger Zeit fanden wir auch einen Sitzplatz, nur um festzustellen, dass wir auch aus Dortmund nicht mehr weg kommen würden und erst am nächsten Morgen um 6:00 in Hamburg wären. Unsere “Rettung“ war dann Mannheim, wo wir ausstiegen. Unser Plan war es von da aus nach Kassel-Wilhelmshöhe zu fahren wo wir eine Stunde in der Kälte hocken sollten, bevor es nach Hamburg weiter gehen würde. Ich hatte meinem Vater schon Bescheid gegeben, dass er mich aus Hamburg abholen muss, weil ich sonst ewig am Bahnhof sitzen müsste.
Ich musste aber, auch wenn ich eigentlich vor Wut kochte, ein wenig schmunzeln als ein ICE nach München 170 Minuten und ein anderer Zug wiederum 150 Minuten Verspätung hatte. Nichts, aber auch rein gar nichts schien an diesem Tag bei der Bahn zu klappen! Und ich bin mir auch jetzt noch ziemlich sicher, dass die Bahn lieber durchsagen sollte, wenn die Züge nach Plan und mit der richtigen Wagenreihung fahren. Dann hätten die armen Mitarbeiter weniger durchzusagen.

Mithilfe der unverbindlichen Abfahrt-Empfehlung mit Gleisvorschlag (genannt Fahrplan) fanden wir den Weg in unseren Zug nach Kassel und genossen das Leben “in vollen Zügen“.
Laut Internet sollten wir in Kassel einen Zug nach Hamburg-Altona um 10 Minuten verpassen, was uns dazu brachte zu hoffen, dass auch dieser Zug später kommen würde, damit wir ihn noch bekommen.
Je näher wir Kassel kamen, desto weniger Hoffnung hatten wir, bis aus dem nichts kurz vor Fulda die erlösende Durchsage kam: Der ICE nach Hamburg wartet!
In Fulda sind wir dann schnell umgestiegen und konnten uns endlich entspannt zurück lehnen. Es war geschafft und wir würden alle unsere Züge nachhause bekommen.
Pünktlich um 23:00 waren wir in Hamburg und als ich zuhause war, war die Wut schon wieder verflogen und ziemlicher Müdigkeit gewichen, die ich vor lauter Stress nicht früher bemerkt hatte.
Es hat also alles ein gutes Ende genommen.
In diesem Sinne, wie schon die Wise Guys sagten, Senk ju vor trävelling wis Deutsche Bahn!
Und bis zum nächsten Mal!
Eure Clarissa



