Schüleraustausch Kanada: Elina genießt die Zeit mit Freunden und erlebt eine zweite Gastfamilie

Elina unternimmt viel mit ihren Freunden. Eine kurze Zeit in einer anderen Gastfamilie hat ihr viel gegeben

Auf in die Welt: Schüleraustausch Traumziel Kanada (Foto: Stiftung Mensch und Zukunft)

Elina aus Nordrhein-Westfahlen verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der gemeinnützigen Stiftung Mensch und Zukunft in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz British Columbia auf Vancouver Island. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Kanada Blog sehen. 

Alles zum Schüleraustausch nach Kanada gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch Kanada, den Leitfaden im E-Book Kanada , im Ratgeber Handbuch Auf in die Welt und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.

Elina genießt die letzten Wochen in Kanada mit ihren Freunden

In den letzten Monaten hat man immer stärker gemerkt, dass die Zeit meines Auslandsjahres langsam zu Ende geht. Obwohl noch einige Wochen übrig sind, fühlt sich alles anders an als noch zu Beginn des Jahres.

Viele Dinge macht man inzwischen zum letzten Mal und genau deshalb versuche ich, die verbleibende Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Gemeinsam mit meinen Freunden habe ich vor einiger Zeit eine Bucket-List erstellt. Darauf stehen alle Dinge, die wir vor unserer Abreise noch erleben möchten.

Immer wenn wir am Wochenende etwas unternehmen wollen, schauen wir auf die Liste und überlegen, was wir als Nächstes wieder abhaken können. Dadurch verbringen wir sehr viel Zeit miteinander und erleben ständig neue Dinge. Seit einigen Monaten ziehen wir das konsequent durch. Wir probieren neue Restaurants und Foodspots aus, besuchen Orte, die wir vorher noch nicht kannten, und unternehmen viele spontane Aktivitäten.

Besonders seitdem das Wetter besser geworden ist, verbringen wir fast jede freie Minute draußen. In den letzten Wochen waren wir oft am Strand, haben Volleyball gespielt, den Sonnenuntergang angeschaut oder sind einfach gemeinsam am Wasser entlanggelaufen.

Gerade diese einfachen Momente gehören inzwischen zu meinen schönsten Erinnerungen. Anfang April hatte ich allerdings zunächst einen kleinen Rückschlag. Während des Sportunterrichts mussten wir Sprints im Wald laufen, wobei ich unglücklich umgeknickt bin. 

Über Nacht schwoll mein Fuß so stark an, dass ich in eine medizinische Einrichtung gehen musste. Anschließend war ich eine Woche lang mit Krücken unterwegs. Auch heute habe ich gelegentlich noch Probleme damit und muss aufpassen, nicht erneut umzuknicken. Trotzdem hat mich das nicht davon abgehalten, weiterhin aktiv zu sein und möglichst viel zu erleben.

Nebenbei gab es auch einige Geburtstage zu feiern, wodurch wir noch mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Durch das warme Wetter wurden spontane Treffen immer einfacher, und viele Nachmittage und Abende verbrachten wir gemeinsam draußen. Gerade jetzt merkt man, wie wichtig Freundschaften während eines Auslandsjahres sind. 

Elina erlebt das Auslandsjahr in einer anderen Gastfamilie neu

Eine besonders prägende Erfahrung war mein vorübergehender Wechsel in eine andere Gastfamilie. Da meine Gasteltern für einige Wochen nach Tokio gereist sind, bin ich gemeinsam mit meiner Gastschwester für drei Wochen bei einer anderen Familie untergebracht worden. Dort lebte eine ältere Dame allein mit ihrer Katze und ihrem Hund. Ihre beiden Töchter waren bereits ausgezogen.

Der größte Unterschied war die Lage ihres Hauses in Qualicum Beach. Während ich normalerweise etwas außerhalb gewohnt habe und etwa 30 bis 40 Minuten zu Fuß bis in die Innenstadt brauchte, wohnte ich dort direkt im Zentrum und musste nur etwa zehn Minuten zur Schule laufen. Dadurch fühlte sich mein Alltag plötzlich ganz anders an. Alles war näher, man war spontaner und einfacher erreichbar.

In diesen drei Wochen habe ich unglaublich viel erlebt. Weil viele meiner Freunde ebenfalls in der Nähe wohnten, konnten wir uns jederzeit spontan treffen. Oft war ich den ganzen Tag unterwegs und war erst abends zum Essen zu Hause.

Rückblickend habe ich in dieser Zeit gefühlt mehr erlebt als in manchen ganzen Monaten zuvor. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr der Wohnort während eines Auslandsjahres den Alltag beeinflussen kann.

Die ersten Tage waren allerdings nicht ganz einfach. Die neue Gastmutter war zwar freundlich, aber die Hausregeln waren strenger. Dies war eine Umstellung, an die ich mich erstmal gewöhnen musste. Anfangs dachte ich sogar darüber nach, die Familie wieder zu wechseln, da die Vorgaben im Gegensatz zu meiner „alten“ Gastfamilie doch sehr voneinander abwichen. Nachdem ich mit meinem Koordinator gesprochen hatte, entschied ich mich jedoch, der Situation etwas Zeit zu geben. Nach ein paar Tagen wurde unser Verhältnis deutlich entspannter. Wir unterhielten uns häufiger, und ich lernte sie besser kennen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich geblieben bin, denn die drei Wochen möchte ich nicht missen, weil sie zu einer sehr wertvollen Erfahrung gehören.

Bis bald Eure Elina