Schüleraustausch Kanada: Rieke wechselt die Gastfamilie – in der High School fühlt sie sich wohl

Rieke verbringt ihr Auslandsjahr mit dem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Kanada – ihre ersten Monate und die Erfahrungen in der Gstfamilie und der High School

 

AUF IN DIE WELT Schüleraustausch Kanada in Victoria

Rieke aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Kanada. Sie lebt bei einer Gastfamilie in der Provinz British Columbia. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in Kanada kann man im Schüleraustausch Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach Kanada mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch Kanada.

Die ersten Tage von Rieke bei ihrer Gastfamilie in Kanada

Am Morgen nach meiner Ankunft kam auch meine Gastschwester aus Spanien bei uns an.

Die erste Woche in meiner Gastfamilie und in der neuen Umgebung war aufregend und spannend. Ich war richtig glücklich. Doch nach dieser Woche hat sich meine Stimmung schlagartig geändert. Ich habe mich unwohl gefühlt und wollte wieder nach Hause. Meiner spanischen Gastschwester ging es ähnlich und wir haben beide entschieden, dass dies nicht das Richtige für uns ist.

Rieke hat nach kurzer Zeit beschlossen, die Gastfamilie zu wechseln

Wir haben beide mit unserer homestay Koordinatorin gesprochen, die für die Gastfamilien und alles Drumherum da ist. Nach dem zweiten Gespräch war für uns beide endgültig klar, dass wir die Gastfamilie wechseln wollen. Meine Gastschwester ist bereits Ende September ausgezogen. Ich hatte große Angst davor von nun an allein zu sein, jedoch hat sich diese Angst als falsch herausgestellt. Es war ungewohnt allein, aber nicht so schlimm wie ich erwartet hatte.

Ich hatte aber immer noch den Wunsch die Gastfamilie zu wechseln, da das Haus mitten im Wald liegt und es immer früher dunkel wird. Um mich abzulenken, unternehme ich viel mit meinen Freunden, die ich hier kennengelernt habe. Zudem mache ich viel Sport und bin somit weniger zu Hause als zuvor. Am 1.November werde ich nun zu einer Familie ziehen, die zentraler und in einem Wohngebiet wohnt.

Schüleraustausch in Kanada: In der Schule gibt es keine Probleme

Der Unterricht läuft hier ganz anders ab als in Deutschland. Der Unterricht beginnt hier um 9 Uhr und geht bis 15:20 Uhr, freitags ist der Unterricht kürzer als an den anderen Tagen. Der Unterricht endet um 14:20 Uhr. Zudem hat man jeden Tag die gleichen 4 Fächer, jedoch in einer anderen Reihenfolge. Es gibt hier Fächer, die es an meiner Schule in Deutschland nie geben wird, wie zum Beispiel Tanzen, Kochen oder Jahrbuch.

Der Schultag an der High School in Kanada ist anders

Der Schultag beginnt jeden Morgen damit, dass ein Lehrer durch den ganzen Hallway ruft, dass alle Schüler/innen jetzt zum Unterricht müssen. Zudem gibt es keine festen Klassen, sondern jeder kann jedes Fach wählen. Es kann also passieren, dass du mit Leuten aus dem 10. Jahrgang zusammensitzt, obwohl du Jahrgang 11 bist.

Zwischen Block A und Block B sowie zwischen Block C und Block D gibt es jeweils eine 5-minütige Pause, in der alle Schüler/innen ihren neuen Raum auffinden müssen. Zwischen Block B und Block C gibt es die „Lunch“-Pause. Diese Pause geht 40 Minuten und man kann sich selbst etwas zu essen mitbringen oder vor Ort Mittagessen kaufen, dass Schüler: innen in einem Fach selbst kochen.

Ich habe in meinem A Block den Kurs „Tanzen“, in dem wir für einen Auftritt im Dezember drei Tänze in drei Tanzstilen einstudieren. Mein B Block ist „Food Studies“. Hier kochen wir in einer Woche verschiedene Gerichte und in der nächsten Woche haben wir Theorie. Mein C Block ist Mathe und mein D Block ist Englisch. Mathe ist das einzige Fach, welches schwieriger ist als alle anderen, da die Kanadier anders rechnen als wir.

Die Schulbusse sind teilweise komplett überfüllt und manche Schüler sind bereits 50 Minuten vor Unterrichtsbeginn in der Schule. Auch die Citybusse sind hier nach Schulschluss überfüllt, da fast niemand direkt neben der Schule wohnt und das Fahrradfahren hier sehr gefährlich ist.

Rieke hat in den ersten beiden Monaten schon viele Leute kennengelernt

Vor allem durch die vielen unterschiedlichen Klassen, in denen unterschiedliche Menschen neben dir sitzen, kommt man mit Kanadiern, aber auch mit Austauschschüler/innen ins Gespräch. Die meisten Leute, mit denen ich etwas am Wochenende und unter der Woche unternehme, sind Austauschschüler/innen aus aller Welt.

Die High School in Kanada macht Rieke großen Spaß

Die Schule hier macht mir persönlich sehr viel Spaß, da ich in allen meinen Klassen jemanden habe, mit dem ich mich gut verstehe und im Gegensatz zu meinen Freund/innen in Deutschland mache ich hier die Schule freiwillig.

Die Lehrer sind hier viel entspannter als in Deutschland. Jeder achtet jeden. Es gibt extra Programme, zu denen man gehen kann und wo man dann Unterstützung bei seinen Problemen bekommt. Jeden Dienstag gibt es einen Arzt in der Schule, den die Schüler: innen nach einer Terminvereinbarung besuchen können, um z.B. Rezepte für Medikamente zu bekommen. An meiner Schule gibt es ein Behindertenprogramm. Sie teilen z.B. Zeitungen für die Lehrer aus oder leeren die Mülleimer an der Schule.

Der Unterrichtsaufbau ist hier deutlich leichter gestaltet. Heute haben wir zum Beispiel eine Postkarte im Englischunterricht geschrieben. Es werden hier keine Arbeiten, sondern nur Tests im Schuljahr geschrieben.

Nach der Schule finden oft Fußball- oder Volleyballspiele statt. Jede Schule hat eigene Schulmannschaften, die über die Saison verteilt gegeneinander spielen. Wenn man nicht an Mannschaftssportarten interessiert ist, kann man auch in das schuleigene Fitnessstudio gehen. Wenn man nun gar nichts mit Sport am Hut hat, kann man anderen Clubs beitreten, wie zum Beispiel Schach- oder Beautyclubs.

Eure Rieke