Schüleraustausch mit 16 Jahren: 11 Tipps für den erfolgreichen Start ins Auslandsjahr

Das Auslandsjahr mit 16 Jahren – alles, was deutsche Schüler wissen müssen, um das Auslandsjahr optimal vorzubereiten

Schülergruppe vor der High School (Foto: Svetlana Braun/istock.com)

Mit 16 Jahren sind deutsche Schüler im besten Alter für den Schüleraustausch. Für das Auslandsjahr sind viele Punkte zu klären. Viele Schüler fragen daher: Wir gehe ich das am besten an? Die gemeinnützige Stiftung Völkerverständigung hat die 11 wichtigsten Punkte zusammen gestellt, die jeder deutsche Schüler wissen muss.

1 Du musst wissen: Es gibt ganz unterschiedliche Formen für den Schüleraustausch

  • Es gibt den Schüleraustausch zwischen Schulen, bei denen du mit einer Gruppe von Schülern und einem Lehrer für ein oder zwei Wochen ins Ausland fährst; das organisiert deine Schule.
  • Dann gibt es den Schüleraustausch für längere Zeit, mit der Voraussetzung, dass deine Familie ebenfalls Austauschschüler aufnimmt. Solche Programme gibt es staatlich gefördert speziell in Europa, vor allem nach Frankreich; das läuft auch über deine Schule. Ähnlich arbeiten Organisationen, bei denen du während des Auslandsjahres mehrfach die Familie wechseln musst und deine Familie Schüler aus dem Ausland aufnimmt; hier kannst du das Ziel deiner Reise nicht beeinflussen.
  • Dann gibt es den klassischen Schüleraustausch zwischen vier Wochen und einem Jahr, ohne, dass deine Familie Schüler aus dem Ausland aufnehmen muss. Dieser Austausch wird von Firmen verschiedener Rechtsformen (Vereine, reguläre Firmen, Beratungsinstitute) organisiert, die auch als Austausch-Organisationen bezeichnet werden. Hier ist die Auswahl groß: du kannst zwischen 50 Ländern und vielen Anbietern wählen.

2 Schüleraustausch: Entscheide, was für dich als Schüler wichtig ist

Wichtig ist vor allem, dass du dir im Klaren bist, in welches Land du gehen willst, welche Sprache dort gesprochen wird (die du dann gut lernen wirst) und wie lange dein Schüleraustausch dauern soll.

3 Die Rahmenbedingungen von deiner Schule für das Auslandsjahr klären

Du benötigst eine Beurlaubung für den Schüleraustausch. Das ist normalerweise kein Problem, wenn der Schüleraustausch deinen Schulerfolg nicht gefährdet. Du solltest mit der Schule genau klären, wann und wie lange dein Schüleraustausch sein kann. Genauso wichtig wie dein Alter sind die Regelungen des Bundeslandes, in dem du lebst und ob du eine G8- oder eine G9-Schule besuchst. Davon hängt dann auch ab, ob du hinterher das Schuljahr wiederholen musst. Zur Frage, wie du das vermeiden kannst, empfehle ich dir folgenden Blog-Beitrag: Muss man nach einem Auslandsjahr immer eine Klasse wiederholen? – 7 Voraussetzungen für den Schüleraustausch ohne Wiederholen

4 Das Auslandsjahr: Die Auswahl des Landes für deinen Schüleraustausch

Das Land solltest du von drei Punkten abhängig machen:

  • die Kultur: europäisch, anglo-amerikanisch oder lieber exotisch?
  • die Sprache, die du gut lernen willst und
  • die Kosten des Auslandsjahres

5 Der Schüleraustausch: Du kannst im Ausland viele Sprachen lernen

Die meisten Austauschschüler wählen englischsprachige Länder, vor allem USA, Kanada, Neuseeland, Australien, England. Genauso spannend sind aber auch Auslandsjahre in Südamerika, Spanien, Frankreich, Skandinavien - oder in China, Japan oder Korea.

6 Schüleraustausch: Wann und wie lange du ins Ausland gehen kannst

Klassisch gehen die Schüler für ein Jahr ins Ausland. Dann erlebst du Land und Leute ein ganzes Jahr und fühlst dich dort zum Schluss wie in einem zweiten zuhause. Wenn du weniger Zeit hast: Beginnend ab 4 Wochen kannst du ins Ausland gehen. Die Kurzzeit-Programme sind allerdings relativ teuer und nur für ausgewählte Länder und Programme möglich.

7 Die Programmangebote für das Auslandsjahr unterscheiden lernen

Bekannt sind einmal die "Classic-Programme", bei denen du eine staatliche Schule besuchst und in der Nähe bei einer Familie lebst. Bei diesen Programmen kannst du innerhalb des Landes aber nicht beeinflussen, wohin es geht; das entscheidet die Austausch-Organisation.

Bei den "Select Programmen" kannst du Land, Region und Schule auswählen. Das sind fast immer private Schulen im Ausland, bei denen Schulgeld anfällt. Daher sind diese Programme teurer. Wichtig ist, dass an staatlichen Schulen fast nur Ganzjahresaufenthalte möglich sind.

8 Schüleraustausch: Die Kosten realistisch kalkulieren

Die Kosten für das Auslandsjahr sind sehr unterschiedlich; sie liegen zwischen 5.000 und 50.000 Euro für ein Jahr. Den größten Teil macht der Programmpreis der Austausch-Organisation aus; dazu kommen Gebühren (Visa etc.) und das Taschengeld, dass du vor Ort benötigst. Die Kosten hängen vom Land, von der Dauer des Auslandsaufenthaltes, vom Programm und natürlich der ausgewählten Austausch-Organisation ab.

Das begehrteste Programm "USA Classic" kannst du derzeit für einen Programmpreis unter 9.000 Euro bekommen. In Südamerika und manchen Ländern in Europa und Asien bieten die Austausch-Organisationen das Auslandsjahr ab 5.000 Euro (Programmpreis) an.

9 Schüleraustausch: Alle Finanzierungsquellen nutzen

Grundsätzlich ist die Finanzierung des Auslandsjahres die Aufgabe deiner Familie. Zumindest für die Classic Programme solltest du keine Probleme haben, das zu finanzieren. Es gibt viele Finanzquellen: Kindergeld, Ersparnisse in Deutschland, Auslands-Bafög, staatliche Beihilfen von Bundesländern sowie die Stipendien. Einen guten Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten findest du hier: schueleraustausch-portal.de/detail/schueleraustausch-usa-und-weltweit-10-tipps-wie-du-das-auslandsjahr-finanzieren-kannst/

10 Schüleraustausch: Stipendien suchen

Es gibt viele Stipendien für den Schüleraustausch. Bei Austausch-Organisationen  sind sie davon abhängig, dass du vorher bei dieser Austausch-Organisation fest kaufst. Es gibt aber auch viele andere Stipendien: Staatliche Stipendien, vor allem für die USA und Stipendien unabhängiger Stiftungen. Förderbetrag und Voraussetzungen sind ebenfalls unterschiedlich.

So setzt die Stiftung Völkerverständigung und ihre Partner bei denAustausch-Stipendienehrenamtliches Engagement voraus. Die Stiftung setzt keine bestimmte Austausch-Organisation und kein bestimmtes Land voraus. Einen guten Überblick über die seriösen Stipendien und Tipps für die Bewerbung gibt es hier: https://www.schueleraustausch-portal.de/stipendien/

11 Schüleraustausch: Die beste Austausch-Organisation auswählen

Auf dem deutschen Markt gibt es viele Anbieter. Leistungen und Kosten unterscheiden sich deutlich. Da die Austausch-Organisation wichtig ist, solltest du für die Auswahl in Schritten vorgehen:

  • Du klärst mit deiner Schule in Deutschland die Rahmenbedingungen für die Beurlaubung und überlegst, was dir wichtig ist (Land, Zeitraum, Programm)
  • Du recherchierst zuerst breit. Dabei muss man darauf achten, dass man nur solche Anbieter in den Blick nimmt, die seriös und leistungsfähig sind. Im Internet findest du eine gute Übersicht in der Anbietersuche auf demSchülerAustausch-Portal (www.schueleraustausch-portal.de/organisationen).
  • Das persönliche Gespräch mit den Austausch-Organisationen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen – den deutschen Schüleraustausch-Messen - der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur qualifizierte Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist frei.