Enya aus Baden-Württemberg verbringt das Auslandsjahr im Schüleraustausch an einer High School mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Deutschen Stiftung Völkerverständigung in den USA. Sie lebt bei einer Gastfamilie im US-Bundesstaat Indiana. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in den USA kann man im Schüleraustausch USA Blog sehen.
Alles zum Schüleraustausch nach USA gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal, die Länderseite Schüleraustausch USA, den Leitfaden im E-Book USA, das Ratgeber Handbuch AUF IN DIE WELT und die Anleitung im Schüleraustausch Online-Kurs.
So, das ist jetzt tatsächlich mein letzter Bericht und ich schreibe ihn auch schon von Zuhause in Deutschland aus. Dieses Jahr war unglaublich schnell vorbei und irgendwie kann ich es selbst noch nicht so ganz fassen.
Es fühlt sich eher an, als wäre ich jetzt nur für ein paar Wochen weg und nicht als wäre mein Auslandsjahr endgültig vorbei. Ich bin traurig und wäre noch gerne länger geblieben, wenn es mir erlaubt gewesen wäre. Ich werde sehr viele Leute und auch allgemein Dinge sowie den Schulalltag sehr vermissen, vor allem aber meine Gasteltern.
Jetzt aber erst mal zu den ganzen Dingen die noch passiert sind, bevor ich nach Hause geflogen bin…
Mein letzter Bericht endete damit, dass ich zu der Arche in Kentucky gefahren bin und oha, es ist so viel deswegen passiert. Naja, kurz gesagt habe ich dort meinen jetzigen Freund getroffen, was echt verrückt ist. Ich hätte niemals damit gerechnet in den letzten Wochen noch jemanden kennenzulernen, aber ja, es ist eben passiert und wir sind auch immer noch zusammen. Ja, longdistance kann etwas schwer sein manchmal, aber wir haben davor ja schon 4 Stunden Fahrt auseinander gelebt, von dem her hat sich nicht viel verändert und ich bin zuversichtlich, dass es weiterhin funktioniert. (Flugpreise werden jetzt schon angeschaut…)
Aber darüber will ich ja jetzt nicht meinen ganzen Bericht drüber reden, also fokussieren wir uns mal auf die anderen Events. Ganz spontan bin ich nämlich auf den sogenannten „JROTC Military Ball“ mit, ein Tanz, der von einem auf das Militär ausgerichteten „Club“ an der Schule organisiert wurde. Da mein Gastvater beim Militär ist und dort an der Schule mit den Kindern auch mal ausgeholfen hat, wurde uns die Möglichkeit geboten dort mitzukommen. Naja, ein Kleid hatte ich so kurzfristig nicht, weswegen mir meine Gastmutter einfach eins ausgeliehen hat und das war im Endeffekt auch echt gut.
Viele meiner Freunde waren auch dort und nach dem traditionellen Zeremonieteil war es auch lustig und hat richtig Spaß gemacht, es war so ähnlich wie mein Winter Formal Tanz letztes Jahr und ich bin froh, dass ich mitgekommen bin.
Enya und die Prom-Feiern an ihrer High School
Und irgendwie hat es dann mit den Tänzen gar nicht mehr aufgehört, denn schon bald stand der Prom an. Ich und eine andere deutsche Austauschschülerin, die in der ganzen Zeit meine beste Freundin war, haben uns dann davor bei mir zuhause getroffen und uns zusammen für den Abend gerichtet. Bevor man aber zu dem eigentlichen Event geht, ist es üblich noch Bilder zu machen und quasi ein „Prom Fotoshooting“ zu machen.
Das war echt cool, viele andere Schüler machen das mit einem professionellen Fotografen aber wir haben das einfach im Garten mit der Hilfe meiner Gastmutter gemacht und echt gute Bilder bekommen.
Bevor es aber zum Tanz ging, sind wir noch schnell etwas essen gegangen. Dann sind wir erst zur Schule, weil es beim Prom an sich meistens kein richtiges Essen gibt, sondern nur Snacks und Wasser. Für das Essen muss man bis zu Postprom warten, das ist der eher informelle und spaßige Teil nach dem Prom, bei dem Spiele gespielt werden, gegessen wird und auch noch viele andere Aktivitäten stattfinden.
Aber erstmal zum Prom…
Unserer fand in der Basketballhalle statt in der auch andere Events gehalten werden, nur konnte man die fast nicht wiedererkennen weil alles so toll dekoriert war. Unser Thema war irgendwie so etwas wie verwunschener Wald und alles sah sehr hübsch geschmückt aus.
Am Anfang trifft man natürlich erstmal alle Leute, die man kennt und Komplimente zu den Kleidern werden ausgetauscht, aber die Stimmung ist noch nicht so party-mäßig. Es läuft auch schon am Anfang Musik, aber erst ab einer bestimmten Zeit geht es so richtig los. Die Türen werden nämlich ab dem Punkt geschlossen und wenn man raus geht darf man quasi nicht mehr rein und da gibt’s auch keine Ausnahmen.
Wir fanden unseren Prom echt toll aber im Endeffekt meinten alle der DJ wäre nicht so toll gewesen, aber ja egal wir hatten trotzdem eine tolle Zeit mit viel singen und tanzen. Die meisten Austauschschüler hatten kein Date und wir waren einfach meistens in der Gruppe unterwegs, aber das ist ziemlich üblich, nur beim romantischen „slow dance“ steht man vielleicht ein bisschen blöd da.Aber wir haben einfach aus Spaß mit Freunden getanzt oder man geht zur Seite und redet oder holt sich ein paar Snacks.
In den Filmen ist es ja immer so groß, wer denn jetzt Prom-King und Prom-Queen wird, aber eigentlich war das gar nicht so eine große Show. Die zwei wurden vorgerufen und es gab Applaus aber es war sowieso zu laut und man konnte sie auch nicht so gut sehen, wenn man nicht ganz vorne stand. Das ist ja wahrscheinlich je nach Schule und Jahrgang anders, aber bei uns hatte ich auch das Gefühl, dass eher Leute ausgewählt wurden, die sich eben für die Schule engagieren und gemocht sind anstatt irgendwelche super populären Schulstars.
Wie gesagt war nach dem Tanzen dann noch Postprom
Dafür geht man kurz nach Hause und zieht sich was Normales an und kam dann bei uns in die Sporthalle neben der Schule. Dort gab es alles Mögliche zu tun und viele sagen auch immer, dass sie Postprom besser finden als den eigentlichen Prom. Ich persönlich fand beides cool, aber es ging bis um 2 Uhr nachts und am Ende waren wir schon etwas fertig.
Sport in der High School
Dann ging es aber erstmal noch ein bisschen mit Schule weiter und auch bei Track hatten wir noch mehr Wettkämpfe die immer ganz cool waren. Tatsächlich mussten aber 2 Meets abgebrochen werden wegen stürmischem Wetter, naja also sobald es halt blitzt und donnert wird es abgesagt. Das Ironische war aber, dass ein Meet bei dem es wie aus Eimern die ganze Zeit geschüttet hat, nicht abgesagt wurde und wir Stunden im kalten Regen waren… naja war am Ende trotzdem lustig.
Das letzte Treffen der Jugendgruppe
In der Woche war dann auch mein letztes Mal Jugendgruppe und das hat mir dann doch einen Realitycheck gegeben bei dem man realisiert, dass alles bald vorbei ist. Ich bin eigentlich nicht die Person die sehr emotional bei Abschieden wird, aber es ist schon schwer zu realisieren, dass man viele Leute eben wirklich NIE wieder sieht. Das gehört ja aber eben dazu und es war an dem Punkt ja noch nicht ganz vorbei.
Bis bald Eure Enya

