Schüleraustausch USA: Ist es für 2021 zu spät? Wie man noch einen High School-Platz ab 2021 bekommt

Durch Corona sind die High School-Plätze für den Schüleraustausch 2021/22 knapp. Wer jetzt einen Platz sucht, kann noch Angebote für das Auslandsjahr finden

Schüleraustausch USA: Traumziel San Francisco in Kalifornien

Die USA und andere englischsprachige Länder sind die bevorzugten Ziele der jungen Leute, die aus Deutschland für einen Schüleraustausch in die Welt starten wollen. Das nächste Schuljahr beginnt in den USA im September. Normalerweise haben die Austauschorganisationen kein Problem, binnen zwei Monaten einen Platz an einer US High School sowie die passende Unterkunft zu finden.

Durch Corona sind in diesem Jahr die Bedingungen anders. Viele Plätze sind vergeben, weil die Schüler ihren Schüleraustausch aus dem letzten Jahr um ein Jahr verschoben haben. Auf der anderen Seite ist das Angebot knapp: Corona hat auch in den USA starke Auswirkungen auf Schulen und Familien. Das hat die Möglichkeiten der Schulen und die Bereitschaft von Familien eingeschränkt, für das Jahr 2021/22 Plätze für ausländische Schüler bereitzustellen. Damit ist das Angebot reduziert. Im Ergebnis waren die USA-Plätze bereits vor Wochen weitgehend ausverkauft. Die gemeinnützige Stiftung Völkerverständigung hat zusammengestellt, welche Optionen die Schüler jetzt haben, und wo sie doch noch Chancen auf einen guten Platz an einer High School finden.

1 Die verschiedenen Austauschprogramme für die USA bieten Chancen

Für die USA werden grundsätzlich zwei Programmarten unterschieden: Das bekanntere ist das USA Classic Programm, bei dem die Austauschschüler eine staatliche High School besuchen und in einer Gastfamilie leben. Alternative ist das USA Select Programm, bei dem die Schüler eine private High School besuchen und in einer Gastfamilie oder in einem Internat leben. Im USA Classic Programm sind alle Plätze vergeben. In den USA Select-Programmen der seriösen Anbieter findet man aber noch einzelne Plätze.

2 Termin und Dauer des High School-Aufenthaltes im Schuljahr 2021/22

Klassisch dauert ein Schüleraustausch ein volles Schuljahr. In den letzten Jahren sind vermehrt Kurzzeit-Angebote auf den Markt gekommen. In den USA ist es am einfachsten, anstelle eines vollen Schuljahres nur ein halbes Schuljahr, also ein Semester, zu absolvieren. Das ist auch so machbar, dass die Schüler erst Anfang 2022 für ein Semester in die USA gehen. Diese Option bietet zwei Vorteile: Für das zweite Halbjahr sind noch nicht alle Plätze vergeben; mit der Erholung nach Corona werden weitere Plätze bereitgestellt werden können sein. Außerdem haben die Schüler jetzt noch mehrere Monate für ihre Suche nach dem besten Platz gewonnen.

3 Den Schüleraustausch um ein Jahr verschieben

Wenn die Pandemie mit den dynamisch fortschreitenden Impfungen der US-Bevölkerung ab Ende 2021 das tägliche Leben der US-Amerikaner kaum noch einschränkt, wird die Bereitschaft zur Aufnahme ausländischer Schüler schnell wieder steigen. Daher kann erwartet werden, dass für das Schuljahr 2022/23 wieder genügend Plätze verfügbar sind, so dass die Schüler dann die freie Auswahl haben.

4 Statt Schüleraustausch nach der Schule ins Ausland gehen: Das Gap Year

Ein Teil der deutschen Schüler hat durch die Rahmenbedingungen der Schulgesetze der Länder nicht die Möglichkeit, den Schüleraustausch um ein volles Jahr zu verschieben. Damit bleibt die Alternative, erst nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, in eines der Gap Year-Programme. Das wird auf 2024 hinauslaufen, so dass die Corona-Auswirkungen bis dahin im Griff sind. Allerdings muss man sich im Klaren sein: Die intensive Einbindung der Gastschüler in High School und Gastfamilie ist in den Gap Year-Programmen nicht möglich. Für die USA ist zudem das Angebot an Gap Year-Programmen sehr klein, weil die USA für Freiwilligendienste und Work and Travel im üblichen Sinne keine Visa vergeben.

5 Das High School-Jahr in den USA nach dem Abitur

Ein wachsender Anteil der privaten US High Schools bietet Internationalen Schülern die Möglichkeit, nach dem Abitur ein High School-Jahr in den USA anzuhängen. Das traf schon vor Corona auf zunehmendes Interesse und kann jetzt eine gute Lösung sein.

6 Ein anderes Zielland für den Schüleraustausch – besser nach England?

Auch außerhalb der USA ist für 2021 / 22 der Schüleraustausch in englischsprachige Länder gut machbar, insbesondere nach Kanada, Großbritannien und Irland. Für Kanada sind aktuell nur noch Einzelplätze frei. Für Irland sieht es besser aus. Vor allem aber bietet England freie Plätze und sogar günstige Konditionen, da die Engländer nach Corona und BREXIT in diesem Jahr wieder mehr ausländische Schüler gewinnen wollen. Einzelheiten dazu

7 Die Austauschorganisation für das  High School-Jahr 2021/2022

Wichtig ist, nur solche Anbieter in den Blick zu nehmen, die seriös und leistungsfähig sind. Für die Auswahl der Austauschorganisation geht man am besten schrittweise vor. Zur Sichtung des Marktes kann man online suchen. Dafür gibt es eine vorgeprüfte Auswahl der Anbieter in der Anbietersuche auf dem Schüleraustausch-Portal. Daran sollten sich  persönliche Gespräche mit mehreren Anbietern anschließen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die im Moment online stattfinden. Mit den beiden am besten passenden Anbietern sollten die Schüler je ein detailliertes Beratungsgespräch führen. Am Schluss kommt der Blick auf die Kosten der Angebote. Wichtig ist, dass die Angebote inhaltlich vergleichbar sind und alle wesentlichen Positionen umfassen.