Die meisten jungen Leute wählen für ihren Auslandsaufenthalt ein englischsprachiges Land. Traumziel Nummer 1 sind die USA. An zweiter Stelle steht Kanada, das Nachbarland der USA. Für die Schülerinnen und Schüler, die nach Nordamerika wollen, stellt sich die Frage: Welches Land ist besser für meine Ziele? Die gemeinnützige Stiftung Völkerverständigung vergleicht die beiden Länder aus Sicht des Schüleraustausches.
Die Bedingungen für den Schüleraustausch nach USA und Kanada sind gut
Der Schüleraustausch in die USA und nach Kanada ist für junge Menschen aus Deutschland einfach machbar, da für Deutsche in beiden Ländern gute Regelungen für die Einreise und den Aufenthalt von Gastschülern gelten. Beide Länder sind an Gastschülern aus Deutschland interessiert. Deutsche sind in beiden Ländern eine der größten Gruppen ausländischer Gastschüler. Daran hat sich im letzten Jahr nichts geändert, auch nicht für die USA.
USA und Kanada sind faszinierende Länder
Beide Länder sind sehr viel größer als Deutschland und erstrecken sich vom Atlantik bis zum Pazifik über den nordamerikanischen Kontinent. Beide Länder sind sehr vielfältig: Das beginnt mit den Klimazonen, der atemberaubenden Natur und den Metropolen von New York bis San Francisco und von Toronto bis Vancouver.
Der wesentliche Unterschied ist, dass Kanada bei größerer Fläche nur gut 30 Mio. Einwohner hat, während in den USA mehr als 300 Mio. Menschen leben. Kulturell ist merkbar, dass Kanada "näher" an Großbritannien und der Kultur Europas ist als die meisten Regionen der USA. Zudem gibt es in Kanada mehrere französischsprachige Provinzen, vor allem Quebec. Der große Einfluss der US-Kultur auf Kanada ist gleichwohl unübersehbar.
Es gibt aber Bereiche, in denen Kanada bewusst eigene Wege geht. Dazu gehört gerade auch das Bildungssystem, in dem Kanada generell einen besonders hohen Standard pflegt - mit der Folge, dass die Schulen und die Schüler dort bei internationalen Vergleichen (z.B. PISA-Tests) außergewöhnlich gute Ergebnisse haben. Auch, wenn es in den USA Bildungseinrichtungen auf Spitzenniveau gibt, ist dieser Anspruch dort nicht so ausgeprägt wie in Kanada, vor allem nicht an den staatlichen High Schools.
Die Schulsysteme in den USA und in Kanada
Die Schul- und Bildungssysteme beider Länder sind ähnlich, da sie aus dem britischen System entwickelt wurden. Die Standards sind ebenfalls ähnlich, wobei das Bildungssystem in Kanada generell einen höheren Anspruch hat und besser auf die Integration von Ausländern ausgerichtet ist. Kanadas Bildungssystem gilt heute weltweit zu den besten. Für den Schüleraustausch sind in beiden Ländern die privaten High Schools von Bedeutung. Am Ende kommt es auf die einzelne High School an.
Bei den Schulsystemen gibt es für deutsche Austauschschüler/innen wichtige Unterschiede: In den USA ist das sogenannte "Classic Programm" der Standard. Das bedeutet: Der Aufenthalt an einer staatlichen High School in den USA mit Unterbringung in einer Gastfamilie – das ist der klassische Schüleraustausch USA – ist relativ preisgünstig. Außerdem hast Du in den USA die Möglichkeit, im Rahmen sogenannter "Wahlprogramme" eine private High School zu besuchen oder ein Internat (Boarcing School). Dann hast Du Schulgeld und in der Regel auch die Kosten für die Unterbringung zu bezahlen.
Dieses Konzept ist in Kanada der Standard. Hinzu kommt, dass die High Schools in Kanada, die internationale Schüler/innen suchen, regelmäßig hochwertige Angebote machen - zu entsprechenden Kosten, die in der Regel deutlich höher liegen als in den USA.
Schüleraustausch USA und Kanada ist gut für Schule und Beruf
Auslandserfahrungen, interkulturelle Kompetenz und die Sprachkenntnisse sind heute auch für Studium und Beruf wichtige Pluspunkte. Das nützt selbst dann, wenn Du nicht planst, später im Ausland zu leben. Die deutsche Wirtschaft hat viele Kunden im Ausland und daher wird für viele Jobs der „internationale Blick“ immer wichtiger. Insoweit sind die USA und Kanada in ähnlicher Form geeignet.
In den USA und in Kanada kannst Du gut studieren
In den USA und in Kanada gibt es vielfältige Studienangebote, die deutschen Studenten offen stehen. Die Spannbreite reicht von den praxisbezogenen Colleges bis zu den Universitäten mit Weltruf. Die Hochschulen in Kanada stehen mit den guten Universitäten in den USA im direkten Wettbewerb.
Die Kultur in den USA und in Kanada
Kulturell sind sich die beiden Länder ähnlich und ursprünglich stark britisch geprägt. Je nachdem, wohin man in den USA geht, kommen starke Einflüsse aus Asien und aus Mittelamerika dazu. Kanada ist in den letzten Jahrzehnten zu einem der Länder weltweit mit der höchsten Zuwanderung geworden, vor allem aus Asien.
Zum Englischlernen im Schüleraustausch in die USA oder nach Kanada?
Die vorherrschende Sprache ist in beiden Fällen Englisch. In den USA erlebt man im Süden auch viele spanischsprachige Menschen. In Kanada gibt es eine große frankophone Minderheit, vor allem in der Provinz Quebec. Sowohl innerhalb von Kanada als auch in den USA findet man zum Englischen regionale Ausprägungen, ähnlich wie innerhalb von Deutschland mit der deutschen Sprache.
Die Natur in den in USA und in Kanada
Die Natur ist in beiden Ländern abwechslungsreich und in weiten Teilen ähnlich. Was die einzelnen Austauschschüler/innen davon erleben, hängt davon ab, wo man in den USA bzw. in Kanada lebt und welche Regionen man mit Reisen kennen lernen kann.
Geschichte und Bauwerke
Die USA wie auch Kanada sind relativ junge Staaten, deren Geschichte durch die Einwanderer der letzten Jahrhunderte, vor allem aus Europa, geprägt ist. Die meisten berühmten Bauwerke sind daher eher modern, wie die Golden Gate Bridge in San Francisco.
Metropolen von Weltruf
In den USA findet man eine ganze Reihe attraktiver Großstädte, ob Los Angeles, New York, San Francisco, Miami oder New Orleans. In Kanada sind vor allem Toronto, Montreal und Vancouver bekannt.
Die Gastfreundschaft
Schüler/innen aus dem Ausland erleben die USA generell aufgeschlossen. In Kanada sind die Gastfreundschaft und die Bereitschaft zur Integration von Zugewanderten besonders ausgeprägt. Das ist auch für die Aufnahme von Austauschschüler/innen eine gute Grundlage.

