Schüleraustausch USA und weltweit: Kann man im Auslandsjahr bei Verwandten leben?

Im Auslandsjahr leben die jungen Leute meistend in einer Gastfamilie. Schüler, die im Ausland Familienangehörige haben, überlegen oft, ob sie dort wohnen können - was man dazu wissen muss

Schüleraustausch: Gastschülerin mit der nicht verwandten Gastfamilie

Schüleraustausch, ob für ein ganzes Auslandsjahr ober auch nur für mehrere Monate, bietet jungen Leuten außerordentliche Erfahrungen. Das Ziel ist klar: Die jungen Leute lernen Land, Leute, Kultur und die Sprache des Gastlandes kennen. Sie werden selbständiger und erwachsen. Der Schlüssel, um die die Kultur „einzutauchen“ ist, dass die Schüler in einem für sie zunächst völlig unbekannten Umfeld leben und möglichst wenig Kontakte zu Deutschland haben: Die Gastfamilie und die Schule.

Manche Schüler haben Verwandte im Ausland und die Frage, ob sie dort wohnen und leben und eine High School in der Nähe besuchen können. Dazu muss man sich die Bedingungen des Schüleraustausches ansehen.

Schüleraustausch und die Bedeutung der Gastfamilie

Die Gastfamilie gibt den Austauschschülern die Unterkunft. Außerdem  sollen die Gäste dort lernen, wie die Einheimischen zuhause leben. Wichtig ist auch, dass die Gastfamilie soziale Kontakte gibt und vermittelt, so dass die Schüler im Ausland schnell und gut Freunde finden.

Schüleraustausch und eine deutschsprachige Gastfamilie

Einen Teil der Funktionen der „normalen“ Gastfamilien können auch Verwandte bieten. An einem Punkt wird es aber schnell schwierig: Wenn die Gastfamilie deutsch spricht. Dann besteht natürlich die Tendenz, dass Gastschüler und Familie in deutscher Sprache kommunizieren. Das beeinträchtigt das Lernen der Fremdsprache. Daher werden Schüler generell nicht in Gastfamilien vermittelt, in denen deutsch gesprochen wird, unabhängig davon, ob es ein Verwandtschaftsverhältnis gibt.

Schüleraustausch und die verwandte Gastfamilie

Sofern die Gastfamilie nicht deutsch spricht bzw. sprechen kann, wird das Sprachproblem entschärft. Trotzdem gilt es als heikel, wenn die jungen Leute bei Verwandten leben. Der Grund ist vor allem, dass es im Laufe eines längeren Aufenthaltes leicht zu Konflikten kommen kann. Bei „fremden“ Gastfamilien führt das im Zweifelsfalle dazu, dass die Schüler während des Auslandsjahres die Gastfamilie wechseln. Das wird dann von dem lokalen Ansprechpartner der Austauschorganisation im Ausland organisiert. In dem besonders populären USA Classic Programm wechseln bis zu einem Drittel der Schüler die Gastfamilie. Wenn die Schüler bei Verwandten leben, ist eine derartige Situation schnell anstrengend, weil die Beziehungen zwischen Gastfamilie und der Familie zuhause belastet werden können. Das führt im Ergebnis dazu, dass die Schüler ihre Bedürfnisse nicht so leicht artikulieren können.

Schüleraustausch, Verwandte und die Auslandsprogramme

Die Auslandsprogramme sehen oft vor, dass die Schüler ihre Gastfamilie „mitbringen“ können. Die Austauschorganisation muss dann nur noch  die passende High School in der Nähe finden. Das spart bei den Anbietern Zeit und wird teilweise mit einem Bonus auf den Programmpreis belohnt. Bei näheren Verwandten sind die Austauschorganisationen allerdings skeptisch, weil ihre Erfahrungen dafür sprechen, dass das leicht zu Schwierigkeiten während des Auslandsaufenthaltes führen kann.

Schüleraustausch, Verwandte und die Regelungen der Austauschländer

Die Zielländer für den Schüleraustausch machen unterschiedliche Vorgaben zur Auswahl der Gastfamilie. So sehen die USA für das Classic Programm vor, dass ein Verwandtschaftsverhältnis nicht bestehen darf.