Schüleraustausch USA: Zitterpartie von der Zusage der Organisation bis zur Zusage der Gastfamilie

Chantal verbringt ihr Auslandsjahr mit dem AUF IN DIE WELT-Stipendium in USA – Nach der Zusage der Organisation gab es viel zu tun, bis auch die Zusage der Gastfamilie kam

AUF IN DIE WELT: Schüleraustausch USA in Oregon

Chantal aus Niedersachsen verbringt das Auslandsjahr mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in den USA. Sie lebt bei einer Gastfamilie im US Bundesstaat Oregon. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Die Berichte zu ihrem Auslandsjahr in den USA kann man im Schüleraustausch Blog sehen. Alles zum Schüleraustausch nach USA mit 11-Schritte-Plan gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Länderseite Schüleraustausch USA.

Nach der Zusage der Austauschorganisation begann für Chantal viel Vorbereitungsarbeit

Ich konnte es gar nicht glauben, mein Wunsch wird wahr und ich gehe zum Schüleraustausch in die USA. Nun hieß es, sich darauf vorzubereiten, jetzt konnten wir uns auch gedanklich darauf einlassen. Und ein Visum benötigte ich natürlich noch.

Informationsmaterial von der Austauschorganisation zum Schüleraustasuch

Von GLS und auch von der Partnerorganisation ETC wurden uns viele Infobroschüren und Anleitungen zur Verfügung gestellt, das war wirklich sehr sehr viel zu lesen und dann zum großen Teil auch ausschließlich in Englisch.

Die Vorbereitungsveranstaltungen der Austauschorganisation haben Chantal sehr geholfen

Neben den Vorbereitungsveranstaltungen zum Thema Schüleraustausch allgemein und einmal speziell für die USA, an denen ich verpflichtend mit mindestens einem Elternteil teilnehmen musste, bietet GLS auch noch andere Vorbereitungsseminare an, wie z.B. ein interkulturelles Training. Allerdings habe ich dieses Angebot nicht wahrnehmen können, weil die Termine für mich sehr ungünstig lagen und mit anderen bereits lange feststehenden Terminen kollidierten.

Aufgrund der Corona-Lage fanden die Vorbereitungstreffen leider nur digital statt. Sie wurden von mehreren Mitarbeiterinnen durchgeführt, die alle selbst schon als Schüler oder Studenten im Ausland gelebt haben bzw. auch von frisch zurückgekommenen Austauschschülern. Das hat uns sehr gut gefallen, weil es einfach authentisch ist und die Leute genau wissen, was gerade in einem selbst und den Eltern vorgeht und welche Dinge wichtig sind. Hier wurden wirklich alle Fragen beantwortet, die es zu fragen gab. Teilweise wurden hier auch Umfragen durchgeführt und dann entsprechend auf die Antworten eingegangen. Das hat uns sehr gut gefallen und wir fühlten uns auch anschließend sehr gut informiert und vorbereitet.

Die Austauschorganisation war für Chantal immer gut erreichbar

Die Mitarbeiterinnen von GLS waren auch ansonsten immer sehr freundlich, hilfsbereit und gut zu erreichen und sämtliche Fragen wurden umgehend beantwortet, egal ob per Telefon, Mail oder auch per Video Call.

Das USA-Visum für den Schüleraustausch ist eine wichtige Aufgabe, die Zeit braucht

Nachdem das DS 2019 Formular aus den USA zugestellt worden war, galt es, den Visumantrag online zu stellen. Hier hieß es Geduld haben, denn ständig flog man aus dem Programm und musste sich wieder einloggen. Deshalb war es wichtig, ständig zu speichern, damit die Daten nicht verloren sind und wir alles neu eingeben müssen. Irgendwann war auch das geschafft.

Der Termin im US-Konsulat für das Visum

Jetzt war die Frage, habe ich das Glück, alles online erledigen zu können oder muss ich zum Interview-Termin persönlich im Konsulat erscheinen? Der Zufall entschied leider, dass ich ins Konsulat musste. Das wäre ja nicht weiter tragisch, allerdings musste ich dafür nach Berlin – weil es einfach am nächsten ist – aber auch dahin sind es knapp 350 km. Einen passenden Termin zu bekommen, war zu dem Zeitpunkt schwierig, da diese Interviews eigentlich nur 1x pro Woche stattfanden und dementsprechend spät, war ein Termin verfügbar.

Doch die Mitarbeiterinnen von GLS machten uns immer wieder Mut, dass alles rechtzeitig klappen wird. Irgendwann wurden dann zusätzliche Termine freigegeben und ich konnte meinen Termin (1 x kostenlos) umbuchen. So wurde aus dem ursprünglichen Termin Mitte August einer Mitte Juli. Der Termin im Konsulat war dann weit weniger spektakulär als erwartet und das Visum war genehmigt. Wenige Tage später erhielt ich meinen Pass per UPS mit dem Visum.

Das Warten auf die Gastfamilie begann

Jetzt hieß es weiter zu warten und auf eine Gastfamilie zu hoffen. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage wegen der hohen Inflation und der weiterhin angespannten Lage bedingt durch Corona, war es extrem schwierig, Familien zu gewinnen, die Schüler bei sich aufnehmen. Wir erhielten jedoch immer wieder aufmunternde Mails als Zwischennachrichten von GLS in denen uns versichert wurde, dass man nach wie vor sucht und bisher auch immer alle Schüler untergekommen sind und es im Classic-Programm üblich sei, die Info zur Gastfamilie erst 1 bis 3 Wochen vor Abreise zu erhalten.

Im August hatte Chantal immer noch keine Gastfamilie - Alles aus und vorbei?

Inzwischen gab es eine WhatsApp-Gruppe von GLS für USA-Austauschschüler, die ich natürlich betrat, um mich auszutauschen und zu erfahren, wie es bei den anderen so läuft. Während meines Urlaubes mit meiner Familie kamen dann von vielen die Infos, dass sie eine Familie haben und wann sie wohin fliegen. Bei mir passierte allerdings nichts…

Es war mittlerweile fast Mitte August. Schlimm wurde die Lage für mich, als vier Schüler in der Gruppe schrieben, dass sie eine Absage bekommen hätten, weil die Partnerorganisationen keine Gastfamilien für sie finden konnten. Aber auch in diesem Fall reagierte GLS schnell und versuchte uns zu beruhigen und auch den anderen Mut zu machen und ihnen Alternativen anzubieten. Allerdings war meine Stimmung dahin und ich sah den Traum für mich schwinden…

Wieder zu Hause fing ich an, mich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, wie mein Schuljahr verlaufen soll, wenn es nicht klappt.

Chantal ist begeistert: Ich habe eine Gastfamilie!

Doch dann kam der Morgen des 16.08.2022 und die erlösende E-Mail mit der Betreffzeile: “Deine Gastfamilie in Oregon, USA!” Meine Mutter hatte es auch sofort gesehen und wir waren alle einfach erleichtert und total glücklich. Anhand der beigefügten Unterlagen von der Gastfamilie hatten wir sofort ein gutes Gefühl, es passte so vieles einfach so gut zusammen zu mir. Die Familie wirkte sympathisch, die Gegend war klimatisch sehr ähnlich zu meiner Heimat, ich war so aufgeregt. Jetzt hieß es, Kontakt aufzunehmen und sich kennenzulernen.

Die Kommunikation war super. Gleich für den nächsten Abend (unserer Zeit) vereinbarten wir einen Video Call-Termin. Meine Gasteltern und mein Gastbruder saßen alle zusammen vorm Tablet und meine Eltern und ich konnten so alle gleichzeitig kennen lernen. Was für ein tolles Gespräch! Die anfängliche Sympathie bestätigte sich komplett. Mein Gastbruder und Gastvater mussten dann weg, aber mit meiner Gastmutter telefonierte ich noch sehr lange, ich glaube, es waren insgesamt knapp 3 Stunden. Uns allen fiel ein Stein vom Herzen. Der Eindruck bestätigte sich auch in den nächsten Tagen immer weiter, wir standen viel in Kontakt.

Eure Chantal