Dr. Michael Eckstein ist Gründer der Deutschen Stiftung Völkerverständigung und Autor des Ratgebers " Nach der Schulzeit die Welt entdecken ". Hier erläutert er die Programme, die du nutzen kannst, um nach dem Abitur eine Auszeit für das Kennenlernen der Welt zu nutzen.
Nach der Schulzeit die Welt entdecken - aber wie?
Im Sommer wirst du die Schule verlassen und fragst dich: Was mache ich jetzt? Eines ist klar: Dies ist im Leben die beste Gelegenheit für eine Auszeit – bevor der Standardablauf mit Ausbildung, Beruf und Familie dich zeitlich in ein enges Korsett nimmt.
Inzwischen machen es viele Jugendliche wie die Engländer. Dort ist es Tradition, nach der Schulzeit eine Auszeit zu nehmen. Für dieses „Gap Year“ gibt es eine ganze Reihe guter Möglichkeiten, die ich dir hier vorstelle.

Es gibt viele gute Möglichkeiten für ein Gap Year
1. Au pair, Demi Pair EduCare: Du arbeitest im Haushalt einer Familie, unterstützt bei der Kinderbetreuung. Du lebst in der Familie und lernst so das tägliche Leben hautnah kennen. Du bekommst Unterkunft, Verpflegung, Zuschuss zu den Reisekosten, Taschengeld und Freizeit, damit du Land und Leute erkunden kannst.
2. Camp Counselor: Du arbeitest in den Sommerferien in einem Feriencamp in den USA als Betreuer der Kinder und Jugendlichen.
3. Praktikum: Du kannst das Leben und das Berufsleben aus der Perspektive eines normalen Mitarbeiters kennen lernen.
4. Tourismusjobs: Du bist als Animateur oder Reiseleiter für die Betreuung der Gäste, insbesondere der Kinder, im Einsatz – in der Regel in attraktiven Urlaubsregionen der Welt.
5. Work and Travel ist die beliebteste Reisekombination für junge Menschen im direkten Anschluss an die Schulzeit, in manchen Ländern auch „Working Holidays“ genannt. Normalerweise wechseln sich Phasen ab, in denen du arbeitest und in denen du das Land bereist. Die Grundidee von Work and Travel stammt aus Australien und Neuseeland; inzwischen ist dies aber auch in den USA, Kanada und weiteren Ländern möglich. Eine spezielle Form des Work and Travel ist das Wwoofing. Dabei handelt es sich um Aushilfstätigkeiten auf Bauernhöfen.
6. Freiwilligendienst: Kennzeichen von Freiwilligendiensten ist, dass du in einem sozialen, gemeinnützigen Projekt oder Einrichtung arbeitest. Vor allem Kindertagesstätten, Alten- und Behindertenheime, Schulen und Krankenhäuser, Natur- und Kulturprojekte sind die Einsatzorte. In der Regel gibt es dazu Seminarangebote und eine Betreuung vor Ort.
7. Sprachkurse im Ausland: Sprachkurse im Ausland umfassen normalerweise den Unterricht durch Muttersprachler in einer Lernguppe mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern. Der Unterricht findet meistens vormittags statt, so dass du nachmittags die Möglichkeit bekommst, Land und Leute zu erkunden. Teilweise umfassen die Angebote auch Kulturprogramme und die Unterbringung in Familien.

8. Studium: Schnuppersemester an einer ausländischen Universität: Du nimmst am regulären akademischen Programm der jeweiligen Universität teil, ggf. in einer Ausprägung für internationale Studenten.
9. Vollstudium an einer ausländischen Universität: Dies ist weltweit und auch in Europa gut möglich – zu Kosten, die erheblich unter denen der amerikanischen Elite-Universitäten liegen.
10. Homestay: Hierunter wird der Aufenthalt im Ausland mit Anschluss an eine Familie verstanden. Es geht darum, die andere Kultur kennen zu lernen. Die Familie erwartet, dass du dich am Familienleben beteiligst. Natürlich kannst du dies mit einem Sprachkurs, einem Praktikum oder einem Work and Travel-Aufenthalt verbinden.
Was sollte man bei einem Gap Year beachten?
Fünf Punkte sind für dein Gap Year wichtig:
1. Kläre deine Motivation: Warum willst du ins Ausland, warum nach dem Abitur? Bist du bereit, in einer anderen Umgebung zu leben, dich anzupassen, im täglichen Leben umzustellen, gelegentliche kleinere Probleme als Lebenserfahrung zu sehen?
2. Die Auswahl des Angebotes Wichtige Kriterien sind das Zielland, die Leistungen, rechtliche Bedingungen, Kosten und der persönliche Eindruck, den der Anbieter macht. Dazu gehören Gespräche mit zwei bis drei seriösen Anbietern.
3. Die Rahmenbedingungen für das Auslandsjahr: Was wird aus deiner Wohnung in Deutschland? Wie lange willst du weg sein? Wie bereitest du deine Rückkehr nach Deutschland vor - ob Berufsausbildung, Studium oder Job?
4. Die Finanzen: Du musst dir im Klaren sein, dass jedes Programm Geld erfordert. Dies gilt auch für einen Freiwilligendienst oder Work and Travel. Nicht zufällig verlangen viele Länder, dass du nachweisen kannst, dass du die Rückreise bezahlen kannst.
5. Rechtzeitig anfangen solltest du mit folgenden Fragen: Sind Impfungen, Arzneimittel notwendig? Welche Papiere benötigst du – insbesondere die Visa-Beantragung kann Zeit und Kraft (und Geld) kosten
Wenn du mehr wissen willst, empfehle ich dir unser E-Book: "Nach der Schulzeit die Welt entdecken", das du hier kostenfrei herunter laden kannst.
Persönliche Erfahrungsberichte und Tipps zu diesen Punkten findest du auf unseren bundesweiten SchülerAustausch-Messen. Der Eintritt ist frei.



