Freiwilligendienst im Gap Year: Alexander hat in Ecuador viel erlebt und freut sich auf die verbleibende Zeit

Alexander verbringt sein Gap Year im Freiwilligendienst mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Ecuador. Er zieht ein positives Resümee seiner Zeit in den Anden

AUF IN DIE WELT: Freiwilligendienst im Gap Year in Ecuador (Foto: BürgerStiftung Region Ahrensburg)

Alexander aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg. Er hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in Ecuador entschieden. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Themenseite zum Gap Year.

Alexander hatte in Ecuador viele Abenteuer und Erlebnisse

Während 2023 gefühlt gerade erst begonnen hat, so neigt sich mein Auslandsaufenthalt bereits dem Ende zu. Etwa drei Monate verbleiben mir noch hier, jedoch fühlt es sich für mich bereits so an, als wäre es in Kürze zu Ende.

Normalerweise sagt man ja immer, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Wenn ich aber mich genau an meine Zeit hier zurückerinnere würde ich nicht unbedingt sagen, dass das hier der Fall war. Die Monate bis jetzt waren voll mit Abenteuern und Erlebnissen, sodass es gar nicht möglich wäre alle hier jetzt aufzuzählen. Von Ausflügen zu den unterschiedlichsten Orten (Ecuador ist schließlich nicht umsonst das Land der vier Welten) bis hin zu immer wieder neuen Erfahrungen in der Gastfamilie war alles dabei. Umso schwieriger fällt es mir jetzt, an einigen Wochenenden auch mal in Otavalo zu bleiben und mal „nichts“ zu tun. Auch wenn das nicht wirklich stimmt. Aber beginnen wir nochmal ganz am Anfang.

Der Freiwilligendienst – Die Woche der Anreise war ein sehr eigenartiges Gefühl

Vor allem das Ankunftscamp meiner Organisation zu Beginn. Dadurch, dass wir uns nur auf einem begrenzten Gelände bewegen konnten, bekam man noch fast gar nichts von dem neuen Land, in dem man nun leben sollte, mit.

Die ersten Erfahrungen kamen durch das typische Essen, das uns serviert wurde, aber auch den ein oder anderen Blick, den man über die Mauern werfen konnte. Es weckte allerdings erstmal nur mehr Spannung. Nachdem uns dort alles Mögliche zu Sicherheit und Wohlbefinden erklärt wurde, ging es dann das erste Mal mit dem Bus nach Otavalo. Diese Busfahrt habe ich noch immer sehr genau in Erinnerung. Wir fuhren aus Quito hinaus, entlang an Straßenverkäufern, die meist nicht mehr als eine Kühltasche dabeihatten, sahen heruntergekommene Häuser und unzählige Hunde am Straßenrand sitzen. Eine sehr prägnante Sicht, vor allem im Vergleich zu dem, was man einige Tage zuvor noch in Deutschland gesehen hatte. Doch dann endete die Stadt und wir fuhren an Berghängen entlang, blickten in tiefe, begrünte Canyons, und sahen in der Ferne noch höhere Berge. Einfach nur beeindruckend.

Alexander über die Sicherheit im Alltag in Ecuador

Als wir dann in Otavalo ankamen, fing es bereits an dunkel zu werden. Nachdem uns an den Tagen zuvor immer erzählt wurde, dass wir uns am besten im Dunkeln nicht nach draußen begeben sollten, löste das ein wenig Unsicherheit in mir aus. Die nächsten 15 Minuten Fußweg zu unserem Apartment also, verbrachte ich damit mich immer wieder umzudrehen, meinen Rucksack vor mir zu tragen und allgemein zu versuchen, möglichst schnell zu gehen.

Wenn ich jetzt heute darauf zurückblicke, muss ich ein wenig schmunzeln. Ich kann meine damalige Angst schon nachvollziehen. Aber inzwischen weiß ich, dass Otavalo wirklich deutlich sicherer als andere Städte ist, und ich damals nicht so genau hätte aufpassen müssen. Heute tue ich das auch nicht mehr. Vielleicht bin ich naiver geworden, aber inzwischen hat man ein wenig ein Gefühl dafür entwickelt, wo man aufpassen sollte. Ich will gar nicht die Male zählen, bei welchen ich nach 21 Uhr mit dem Bus nach Hause gekommen und danach allein durch die halbe Stadt gelaufen bin.

Alexander fühlt sich in Ecuador in Otavalo zuhause

Und ja, ich weiß, es mag vielleicht komisch sein, dass ich Otavalo mein Zuhause nenne. Ich hatte schon überlegt den Satz nochmal umzuformulieren, aber ich finde ihn so wie er ist deutlich passender. Otavalo ist mein Zuhause geworden. Während ich anfangs nicht ohne mein Handy nach Hause finden konnte (das Blocksystem verwirrt mich ungemein), kenne ich mich inzwischen unglaublich gut hier aus.

Für mich hat Otavalo auch einfach ein Gefühl von zuhause sein. Wenn man nach einem langen Wochenende in einer anderen Stadt wieder zurückkommt, ist man einfach glücklich wieder hier zu sein. Und das ist das, was zählt.

Alexander hat in Ecuador das Bergsteigen als Hobby entdeckt

Abgesehen davon gibt es natürlich auch noch viele andere Sachen, die sich über die Zeit verändert haben. So bin ich viel mehr zu einem Bergsteiger geworden, als ich es geplant, vielleicht sogar gewollt, habe. Inzwischen ziehen sie mich einfach an. Umso mehr ärgert es mich, dass das Wetter im Moment gegen mich spielt.

Alexander hat seine Spanischkenntnisse stark verbessert

Ebenso hat sich mein Spanisch unglaublich stark verbessert, und wird sich bestimmt in der kommenden Zeit auch noch weiter verbessern. Das hilft mir auch sehr dabei, mit den Leuten hier vor Ort ins Gespräch zu kommen und mehr über sie zu erfahren. So unterhält sich ein Lehrer jeden Montagmorgen auf der einstündigen Fahrt zur Schule mit mir. Durch diese Gespräche verstehe ich inzwischen die Politiksituation deutlich besser, aber auch wie das Leben in Ecuador allgemein mal war. All das hätte ich verpasst, wäre ich nicht motiviert dabeigeblieben und versucht bei jeder Gelegenheit Spanisch zu sprechen, egal wie viele Fehler ich mache.

Alexander ist mit seiner Zeit im Freiwilligendienst in Ecuador zufrieden

Alles in allem hat sich im Verlauf der Zeit viel für mich geändert, während natürlich auch einiges gleichgeblieben ist. Vieles hätte anders sein können, aber ich bin sehr zufrieden damit, wie ich meine Zeit hier verbracht habe.

Alexander will noch viel von Ecuador sehen

Und noch ist es ja auch nicht zu Ende. Mir bleiben noch etwa drei Monate, in denen ich das Land bereisen, mich mit den Leuten unterhalten und allgemein die Natur genießen kann. Das Wichtigste für mich ist, mich im Nachhinein nicht über eine verpasste Chance zu ärgern. Deswegen gilt für mich: So viel ausprobieren, wie es geht.

Euer Alexander