Freiwilligendienst im Gap Year: Liv Marit hat eine aufregende Reise und einen guten Start in Malawi

Liv Marit verbringt das Gap Year im Freiwilligendienst mit einem AUF IN DIE WELT-Stipendium in Malawi. Sie berichtet über die Reise und die erste Zeit in Malawi

AUF IN DIE WELT: Freiwilligendienst im Gap Year in Malawi: Vor der Kirche

Liv Marit aus Schleswig-Holstein verbringt ein Auslandsjahr nach der Schulzeit mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg. Sie hat sich für das Gap Year für einen Freiwilligendienst in Malawi entschieden. Sie berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern sind im AUF IN DIE WELT-Blog zu sehen. Informationen und Praxis-Tipps zum Gap Year und zu Freiwilligendiensten nach der Schulzeit gibt es im AUF IN DIE WELT-Portal in der großen Themenseite zum Gap Year.

Der Flug zum Freiwilligendienst nach Malawi war aufregend

Dann stand der Abflugtermin fest: der 17. September2023. Ich konnte packen, 40 Kilo waren erlaubt. Als Gepäck hatte ich einen Koffer, den großen Wanderrucksack und mein Handgepäck. Den meisten Platz nahm neben Kleidung und den Wanderschuhen überraschenderweise die Reiseapotheke und die Malariaprophylaxe ein, aber auch eine Reise-Yogamatte, das Moskitonetz, ein ganz leichter Reiseschlafsack, genügend Sonnencreme und Insektenspray, Bücher und Gastgeschenke kamen mit.

Voll bepackt ging es am 17. September zum Flughafen, ich war wirklich sehr aufgeregt. Meine Familie und Freunde begleiteten mich und drückten mich ganz fest zum Abschied. Auch wenn ich mich auf das große Abenteuer freute, fiel es mir schon etwas schwer, mich von ihnen zu verabschieden.

Gemeinsam mit meiner Mitfreiwilligen stieg ich in den Flieger von Hamburg nach Frankfurt, von dort aus ging es dann weiter nach Addis Abeba in Äthiopien. Es war ein Nachtflug. Ich konnte leider kaum schlafen, aber es war wunderschön, den Sonnenaufgang über Äthiopien zu sehen. Nach einigen Stunden Aufenthalt in Addis Abeba stiegen wir in unser Flugzeug nach Lilongwe - das ist die Hauptstadt von Malawi. Zum Glück hatte bei der Reise alles geklappt und auch das Gepäck kam an. Die Einreise klappte problemlos.

Der freundliche Empfang in Malawi für Liv Marit

In Lilongwe wurden wir von einem Mitarbeiter unserer Einsatzstelle sehr freundlich empfangen und von einem Fahrer der Diözese Karonga abgeholt. Wir machten uns auf den Weg nach Karonga und kamen nach einer Zwischenübernachtung in Mzuzu, einer Stadt auf ungefähr der Hälfte der Strecke, am Nachmittag des Folgetages etwas erschöpft in Karonga an.

Die ersten Tage in Malawi waren sehr entspannt

Ich hatte Zeit, erst einmal anzukommen, auszupacken, alles kennenzulernen und mich in meinem neuen Zuhause einzurichten. Meine Mitfreiwillige und ich leben zu zweit in einem Haus auf dem Gelände unserer Organisation Lusubilo, zwischen den Büros, dem Waisendorf und dem Haus der Nonnen. Wir haben beide eigene Zimmer, ein Bad, eine Küche und ein gemütliches Wohnzimmer mit Sofas, wo wir gerne zusammen essen, reden, spielen oder lesen.

Liv Marit lernt ihre Umgebung und die Kinder in Malawi kennen

Die nächsten Tagen und Wochen waren besonders aufregend für mich, weil ich so viele neue Leute und Orte kennenlernte und viel erlebte. Ich wurde mit den Mitarbeitenden von Lusubilo bekannt gemacht, die sich alle sehr offen, freundlich und interessiert mir gegenüber zeigten. Ich lernte auch die Kinder aus dem Waisendorf kennen, mit denen ich sehr gerne Zeit verbringe. Mit ihnen zu spielen, zu reden, zu tanzen oder Fußball zu spielen macht viel Spaß. Sie brachten mir auch die ersten Wörter Tumbuka bei - das ist die Sprache, die in Karonga und Umgebung gesprochen wird.

Die Amtssprachen Malawis sind Englisch und Chichewa, aber es gibt viele weitere Sprachen, die in den unterschiedlichen Regionen gesprochen werden. Mit der Zeit lernte ich immer mehr über das Leben in Malawi, etwa beim Einkaufen auf dem Markt oder während des sonntäglichen Kirchbesuches.

Das Christentum und die Kirche haben in Malawi große Bedeutung

Die überwiegende Mehrheit der malawischen Bevölkerung ist christlich, genauer gesagt 87%. Der Glaube spielt eine zentrale und bedeutende Rolle im Leben vieler Menschen hier in Malawi. Er ist ein fester Bestandteil des Alltags. Auch bei unserem Projekt Lusubilo wird das deutlich: Bei der Versammlung am Morgen mit allen Mitarbeitenden wird gemeinsam gesungen und gebetet, es werden Bibelstellen vorgelesen und interpretiert.

Am Sonntag besuchen dann viele den Gottesdienst in der Kirche. An unserem ersten Sonntag waren meine Mitfreiwillige und ich bei einem Gottesdienst, der auf Tumbuka gehalten wurde. Auch wenn wir diese Sprache noch nicht sprechen und nichts verstehen konnten, war es eine interessante Erfahrung. Die Lieder machten den Gottesdienst sehr lebendig, die Stimmung war sehr schön.

Danach haben wir herausgefunden, dass es auch einen Gottesdienst auf Englisch gibt. Der ist zwar sonntagmorgens um sechs Uhr, aber zu der Uhrzeit ist es zumindest noch nicht so heiß. Oft sind es um diese Zeit angenehme 26°C, im Laufe des Tages steigt die Temperatur dann meistens auf 33°C oder 34°C.

Eure Liv Marit